Flammen löschen wie die Großen

Obertshausens Kinderfeuerwehr wird zehn Jahre alt

Die Roten Helme gehören zum Markenzeichen des Obertshausener Feuerwehr-Nachwuchses.
+
Die Roten Helme gehören zum Markenzeichen des Obertshausener Feuerwehr-Nachwuchses.

Rote Latzhosen, Jacken und Helme sind ihr Markenzeichen, dazu ein eigens angefertigtes Löschfahrzeug: Wie ihre großen Kameraden sind auch die Kleinsten der Freiwilligen Feuerwehr Obertshausen bestens ausgerüstet. Gegründet am 22. Januar 2011, feiert die Kinderfeuerwehr heute ihren zehnten Geburtstag – wenn auch aufgrund der aktuellen Corona-Lage nicht wie erhofft gemeinsam.

Obertshausen – Dass es sich beim Nachwuchs von Obertshausens Brandschützern um eine tolle Truppe handeln werde, hatten wohl die meisten schon im Vorfeld erwartet. So waren an jenem 21. Januar vor zehn Jahren sowohl der Saal als auch das Foyer des Feuerwehrhauses gut gefüllt mit Kindern und Eltern und die Anmeldelisten füllten sich schnell.

Für die Organisatoren war schnell klar, dass dies eine neue, große und vor allem unbekannte Herausforderung werden würde. Und auch beim Nachwuchs, der bei seinen ersten Treffen und Übungen beide Feuerwehrhäuser und vor allem die Einsatzfahrzeuge erkundete, war die Aufregung damals groß, erinnern sich die Aktiven. Schnell konnten die Jüngsten mit ihrem Vorwissen glänzen, was im Betreuerteam der Feuerwehr schnell für etwas Entspannung sorgte.

Besonders stolz ist man bei der Nachwuchstruppe auf den eigens angefertigten Fuhrpark. Ihr KKLF-1, wie das Kleine-Kinder-Löschfahrzeug abgekürzt heißt, hatte das Betreuerteam mit Unterstützung durch die hauptamtlichen Einsatzkräfte auf Basis eines Bollerwagens gebaut, um den Kindern das gemeinsame Üben zu erleichtern. Denn eines hatte sich bei der spielerisch und praxisorientierten Ausbildung schnell gezeigt: Beim Üben an den großen Einsatzfahrzeugen der Feuerwehr waren die benötigten Utensilien für die Kinder schlicht in unerreichbarer Höhe. Beim Eigenbau sind nun alle Gerätschaften für den Feuerwehrnachwuchs gut und sicher zu erreichen. Den Kauf eines KKLF-2 bekam die Kinderfeuerwehr anlässlich ihres fünfjährigen Bestehens von einem anonymen Spender finanziert. Gebaut wurde dieses – wie seine großen Vorbilder – von der Firma Hensel Fahrzeugbau in Waldbrunn. In deren Hallen konnten die Kinder und ihre Betreuer das KKLF-2 dann auch in Empfang nehmen – verbunden mit einer Führung durch die Hallen des Aufbauherstellers, in denen die Einsatzfahrzeuge und deren Entstehung bestaunt werden konnten.

Ihre regelmäßigen Übungen absolvieren die Nachwuchsbrandschützer dank eigener Technik längst so routiniert wie die Großen. So wurde bereits vor sieben Jahren zum ersten Mal die „Kinderflamme“ abgenommen. Diese haben die Obertshausener in Anlehnung an die Jugendflamme, die offizielle Auszeichnung bei der Jugendfeuerwehr, eingeführt, um auch den Jüngsten die Möglichkeit zu geben, ihr Wissen zu beweisen und dafür eine Auszeichnung zu erhalten. Geübt werden beim Nachwuchs unter anderem die Ortskunde, technische Hilfeleitung und der Brandangriff.

Das Löschen übt der Nachwuchs beim Kinderfeuerwehrtag auch zusammen mit den Großen.

Und inzwischen trägt das ehrenamtliche Engagement des Betreuerteams auch die ersten Früchte für die Nachwuchsgewinnung: Im vergangenen Jahr wurde das erste ehemalige Mitglied der Kinderfeuerwehr in die Einsatzabteilung aufgenommen. Und auch die Jugendfeuerwehr profitiert von der Truppe und besteht inzwischen aus einem Großteil der ehemaligen Kinderfeuerwehr. Letztere erfreut sich ungebrochener Beliebtheit beim Nachwuchs, was regelmäßig die Warteliste beweist.

Glückwünsche zum Geburtstag kommen auch aus dem Rathaus. „Ein großer Tag zum Feiern“, freut sich Bürgermeister Manuel Friedrich. Dies hoffe man, nachholen zu können, sobald die Situation es wieder erlaube. Erster Stadtrat Michael Möser betont: „Die Kinderfeuerwehr ist mittlerweile eine feste Größe in der Nachwuchsarbeit der Obertshausener Feuerwehr und nicht mehr wegzudenken. Ein Dankeschön auch an das Betreuerteam, das sich neben seinen anderen Aufgaben um die Kleinsten der Feuerwehr kümmert.“ (Von Thomas Holzamer)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare