Öffentliche Parkplätze als Alternative

Stellplatzkonzept für Obertshausener Wohnprojekt auf Karl-Mayer-Areal sorgt für Diskussion

Großes Projekt als Modell: Insgesamt 133 Wohnungen sowie einige Gewerbeflächen sollen auf dem Gelände entstehen.
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Großes Projekt als Modell: Insgesamt 133 Wohnungen sowie einige Gewerbeflächen sollen auf dem Gelände entstehen.

Wohnraum, vor allem bezahlbarer, ist gerade im Rhein-Main-Gebiet ein Dauerthema. Nun plant die „Karl Mayer Grundstücks GmbH“ die Entwicklung von Wohnbebauung auf dem Areal des Karl-Mayer-Werks 1 unweit der S-Bahnstation. Da der Investor jedoch unter anderem von der Stellplatzsatzung abweichen möchte, war das Bauprojekt Thema in der vergangenen Sitzung des Umwelt-, Verkehrs- und Bauausschusses (UVB).

Obertshausen – Insgesamt sollen auf dem Gebiet 133 Wohnungen sowie einige Gewerbeflächen entstehen. Dafür wären laut Stellplatzsatzung 219 Stellplätze erforderlich. Der Investor plant jedoch, lediglich 160 Stellplätze einzurichten. Als Vorschlag unterbreitet er Kompensation durch zusätzliche Mobilitätsangebote wie E-Car-Sharing-Plätze oder E-Fahrradstellplätze. Zudem sollen die Stellplätze in einer Tiefgarage entstehen, die bis 80 Prozent der gesamten Fläche in Anspruch nehmen soll.

In Bezug darauf machte der Magistrat den Vorschlag, dass der Investor pro Stellplatz, der von der Satzung abweiche, eine Ablöse in Höhe von 25 000 Euro zahlen müsse. In der bisherigen Satzung war eine Summe von 6 900 Euro veranschlagt. Zudem schlägt der Magistrat vor: „Aufgrund der geplanten hohen Anzahl an Wohnungen hat der Bauherr innerhalb des zu beplanenden Areals für die Errichtung und den Betrieb einer Kindertagesstätte mit mindestens 40 Plätzen (U3 und Ü3) zu sorgen.“

Vor allem der zweite Punkt stieß auf breite Zustimmung bei den Ausschussmitgliedern. Doch beim Thema Stellplätze gab es noch deutlichen Gesprächsbedarf. Alexander Roth (Grüne) empfand den vom Investor angelegten Schlüssel von einem Stellplatz pro Wohnung als nicht angemessen. Die Realität sehe mittlerweile so aus, dass die meisten Familien mittlerweile zwei Autos besäßen, weshalb die Frage aufkäme, wo die anderen Personen parken sollten. „Wir können nicht garantieren, dass die Menschen die anderen Angebote annehmen“, fasste Roth zusammen.

Dem schloss sich auch Matthias Krug (FDP) an und sprach von einem „zu geringen“ Schlüssel. „Die Parkplatzregelung ist noch nicht ausgereift.“

Parkdeck am Bahnhof errichten

Erster Stadtrat und Baudezernent Michael Möser erklärt, dass man diesbezüglich bereits Überlegungen getroffen habe. So plane man, die Ablösesumme in die Schaffung von öffentlichen Parkmöglichkeiten zu investieren. So sei es möglich, ein Parkdeck am Bahnhof zu errichten und damit mehr Parkplätze zu gewinnen, als bei dem Abschlag des Bauprojekts eingespart werden würden. „Die Allgemeinheit würde in diesem Gebiet also mehr Parkplätze zur Verfügung gestellt bekommen.“ Vor allem gab Möser dabei zu bedenken, dass man nicht nur in Stellplätzen pro Wohnungen denken dürfe, sondern das Allgemeine im Blick haben müsse. So stelle das Parkdeck beispielsweise eine gute Alternative für die Pendler dar.

Lukas Kreher (CDU) äußerte sich positiv zu dieser Idee. „Wir halten es für sinnvoll, dass mehr Parkplätze für die Allgemeinheit geschaffen werden“, fasste er zusammen. Auch Rudolf Schulz (Bürger) sah die Vorlage des Magistrats positiv. „Es ist eine positive Beschlussvorlage, in die wir frühzeitig mit einbezogen wurden“, meint Schulz. Man sehe keinen Grund, die Vorlage abzulehnen, da man die kritischen Punkte im weiteren Verlauf diskutieren und Lösungen finden könne. Dem schloss sich auch die SPD-Fraktion in Person von Werner Friedrich an und hob besonders den die Kitaplätze betreffenden Absatz hervor.

Trotz der Zustimmung wurde im Ausschuss keine Beschlussempfehlung ausgesprochen. Das nächste Mal steht das Thema am Donnerstag im Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsausschuss auf der Tagesordnung. (Jan Max Gepperth)

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