Rauchentwicklung im Hochhaus

OP-Austrägerin wird zum rettenden Engel

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Angehörige von Rettungsdiensten betreuten gestern Morgen die nach einer Verpuffung im Heizungsraum des Hochhauses im Eichenweg 2 in Obertshausen und anschließender starker Rauchentwicklung vorsorglich evakuierten Bewohner des Gebäudes, die laut dem Obertshausener Stadtbrandinspektor unverletzt blieben.

Obertshausen - Die Offenbach-Post-Austrägerin Dorothe Werner hat sich gestern am frühen Morgen für rund 50 Bewohner des Hochhauses im Eichenweg 2 in Obertshausen als rettender Engel erwiesen. Von Karl-Heinz Otterbein 

Dank ihrer Umsicht konnten sich die Bewohner nach einer Verpuffung im Heizungskeller des Gebäudes so rechtzeitig ins Freie retten, dass niemand verletzt wurde. „Ich bin gegen 5.45 Uhr aus dem Fahrradkeller gekommen und habe gemerkt, dass es aus dem Heizungsraum nach Rauch riecht“, erzählt die 69-Jährige. „Daraufhin habe ich gleich bei unserem Hausmeister Sturm geklingelt und zusammen mit ihm die anderen Hausbewohner über den Rauch im Heizungskeller informiert. Der Hausmeister hat zudem sofort die Feuerwehr alarmiert, die dann auch schnell hier war.“

„Frau Werner hat sehr umsichtig gehandelt“, lobte der Obertshausener Stadtbrandinspektor Markus Widczisk die 69-Jährige in einem Gespräch mit unserer Zeitung. „Durch ihr überlegtes Verhalten hat sie dafür gesorgt, dass sich die meisten Bewohner noch vor Eintreffen der Einsatzkräfte in Sicherheit bringen konnten.“ Widczisk zufolge wurde die Feuerwehr gestern Morgen kurz nach 6 Uhr zu einem vermeintlichen Kellerbrand zu dem Hochhaus im Eichenweg 2 gerufen. „Bei unserem Eintreffen war das Treppenhaus schon total verraucht“, sagte der Stadtbrandinspektor. „Vier Trupps unter Atemschutz haben dann zum einen versucht, im Keller die Brandursache zu finden und zum anderen kontrolliert, ob auch wirklich auch alle Hausbewohner das Gebäude verlassen hatten.“

Drei Personen aus Wohnungen ins Freie begleitet

Wurde zum rettenden Engel: Die Offenbach-Post-Austrägerin Dorothe Werner.

Die Einsatzkräfte hätten dann noch drei Personen aus ihren Wohnungen ins Freie begleitet, wo sie mit den dort schon befindlichen Hausbewohnern von Angehörigen des Malteser Hilfsdienstes versorgt worden seien. Einige Bewohner seien vorübergehend im Betreuungsbus des Kreises Offenbach untergebracht worden, ehe sie wieder in ihre Wohnungen zurückkehren konnten. Gebrannt habe es im Heizungsraum zwar nicht, so Widczisk. Durch eine offensichtliche Fehlfunktion der Heizung sei es aber zu einer Verpuffung gekommen, durch deren Wucht ein Abgasrohr aus der Wand gerissen worden sei.

„Dadurch konnten sich Abgase im Keller ausbreiten“, so der Stadtbrandinspektor. „Zudem stand die Brandschutztür zum Heizungsraum entgegen den Vorschriften offen, so dass sich Abgase und Rauch auch im Treppenhaus ausbreiten konnten. Es ist wohl kein großer Sachschaden entstanden. Die Hauptsache ist aber ohnehin, dass niemand verletzt wurde.“ Nach Angaben des Stadtbrandinspektors waren gestern Morgen etwa 60 Feuerwehrleute mit zwölf Fahrzeugen im Einsatz, darunter ein Löschzug der Freiwilligen Feuerwehr Heusenstamm, die vorsorglich mit alarmiert worden sei.

Brand im Wohnheim in Obertshausen (2012)

Brand im Wohnheim

Unterstützt wurden die Einsatzkräfte der Feuerwehren von Polizeibeamten sowie Angehörigen des Malteser Hilfsdienstes, der Johanniter und des Eigenbetriebs Rettungsdienst des Kreises Offenbach. „Ich habe doch nichts besonderes gemacht“, zeigt sich Dorothe Werner, die seit 1969 im siebten Stock des Hochhauses im Eichenweg 2 wohnt, gerne Flohmärkte besucht, gerne Fahrrad fährt und immer für ihre Enkelkinder da ist, bescheiden. „Ich trage jetzt sein 27 Jahren in Obertshausen die Offenbach-Post aus. „Etwas ähnliches ist mir zuvor noch nie passiert .“

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