Unterstützung im Ort

Parlamentarier erwägen eigenen sozialen Dienst

Obertshausen - Einen sozialen Dienst wünschen sich die Fraktionen im Stadtparlament für Obertshausen und haben dafür im aktuellen Haushalt bereits Mittel für eine halbe Stelle eingeplant. Von Thomas Holzamer

Der Magistrat muss nun prüfen, ob dabei eine Zusammenarbeit mit Nachbarkommunen möglich ist. Körperliche und psychische Erkrankungen, der Verlust der Arbeitsstelle oder finanzielle Probleme – die Gründe, die dafür sorgen, dass Menschen soziale Unterstützung benötigen, sind ebenso vielfältig wie die Zahl der Einzelschicksale hinter diesen Fällen. Doch nicht immer sind jene, die der Hilfe von außen bedürfen auch in der Lage, diese anzunehmen. So sorgen nicht selten persönliche Scham oder die Tatsache, dass die Betroffenen die Schwere ihrer Situation nicht überschauen können, dafür, dass sie nicht nach der Hilfe suchen, die beispielsweise Beratungsstellen oder soziale Dienste bieten.

Unterstützung für die Menschen, die – aus welchen Gründen auch immer – selbst nicht in der Lage sind, sich Hilfe zu holen, möchte das Bündnis aus SPD und CDU mit der Einrichtung eines aufsuchenden sozialen Dienstes für Obertshausen schaffen. Einen dementsprechenden Auftrag an den Magistrat hatten die Stadtverordneten in ihrer Versammlung im November beschlossen. Nach diesem soll zunächst geprüft werden, ob bei der Einrichtung eines sozialen Dienstes eine interkommunale Zusammenarbeit mit einer der Nachbarstädte möglich wäre.

An dieser Stelle brauche es professionelle Sozialarbeiter, die den Betroffenen eine Hilfestellung geben können, wenn diese nicht in der Lage seien, sich selbst helfen zu können, erläuterte Julia Koerlin, die den Antrag stellvertretend für die SPD vorstellte. Zwar gebe es vom Kreis Offenbach bereits Angebote wie etwa die Familien, Erziehungs- und auch Suchtberatung und auch Schuldner fänden in der Kreisstadt Dietzenbach eine Anlaufstelle, jedoch nicht vor Ort in Obertshausen, ergänzte ihr Fraktionskollege Walter Fontaine. Zudem böten diese Dienste keine aufsuchende Betreuung und seien damit keine Lösung für Hilfsbedürftige, die den Weg zur Beratungsstelle nicht bewältigen können. Auch die Vertreter der übrigen Fraktionen schlossen sich dieser Meinung an. Der Bedarf bestehe in Obertshausen, stellte CDU-Fraktionsmitglied Hildegard Ott fest. Der Vorsitzenden der Seniorenhilfe schloss sich auch Oliver Bode für die Grünen an. Denn alles könne von den Ehrenamtlichen in Obertshausen nicht aufgefangen werden, erläuterte er.

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Um das einstimmig beschlossene Vorhaben nach erfolgreichen Prüfung umsetzen zu können, wurde im vor Weihnachten verabschiedeten Doppelhaushalt bereits die Mittel in Höhe von 30.000 Euro für eine halbe Stelle eines Sozialarbeiters eingeplant. Finanziert werde dies mithilfe von Einsparungen bei den Personalkosten für die städtischen Kitas. Diese lagen in den vergangenen Jahren aufgrund von Fluktuationen stets unter dem ursprünglichen Planungsansatz im Haushalt, sodass dieser problemlos reduziert werden könne, erläuterte SPD-Fraktionsvorsitzender Manuel Friedrich.

Als Schritt in die richtige Richtung bezeichnete Oliver Bode die geplante halbe Stelle, kritisch stünden die Grünen jedoch deren Finanzierung über die Einsparung bei den Personalkosten der städtischen Kitas gegenüber. Den steigenden Bedarf bei der Sozialberatung sehen auch die Bürger für Obertshausen, bestätigte deren Fraktionsmitglied Manfred Christoph. Bevor man die Stelle besetze, wolle man zunächst das Ergebnis der Prüfung durch die Verwaltung abwarten.

Rubriklistenbild: © Symbolfoto: dpa

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