Ort der Ruhe und Anbetung

Pfarrer Norbert Hofmann schenkt seinen Pfarrgemeinden eine Lourdes-Grotte

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Offiziell gesegnet und vorgestellt: Pfarrer Norbert Hofmann (Zweiter von rechts) schenkt die muschelähnliche Lourdes-Grotte den Pfarrgemeinden Herz Jesu und St. Thomas Morus.

Die „liebenswerte Kleinstadt“ ist um eine weitere Attraktion reicher.

Obertshausen – Pfarrer Norbert Hofmann schenkte seinen Pfarrgemeinden Herz Jesu und St.Thomas Morus eine Lourdes-Grotte, ließ im Garten des Pfarrhauses an der Franz-Liszt-Straße einen Ort der Ruhe und der Anbetung bauen. An seinem 63. Geburtstag stellte er den Platz seinen Gästen vor, Dr. Peter Hilger, Offizial und vierter Mann an der Spitze des Bistums Mainz, segnete die Stätte.

„Der 28. Juli ist ein gutes Datum“, erkannte der Pfarrer freudestrahlend. Vor fünf Jahren empfing er mit seiner Gemeinde an diesem Tag die Blutreliquie des heiliggesprochenen Papstes Johannes Paul II., die Obertshausen zum Wallfahrtsort machte. Und 2016 stellte er an der Pilgerkirche an der Berliner Straße das größte Caravaca-Kreuz außerhalb der heiligen Stadt in Spanien vor, an dem sich die Gläubigen versammelten.

Die beiden Priester leiteten eine liturgische Feier vor dem doppelarmigen Kreuz auf dem Kirchplatz. Dann zogen die Teilnehmer mit Kerzen zum „Ave Maria“ aus Lourdes zur Grotte, hoben die Lichter wie bei den Prozessionen im größten Wallfahrtsort Europas in Südfrankreich zum Refrain in die Höhe. Mit der Stola, dem Amtszeichen des Priesters, die Geburtstagskind Hofmann aus Lourdes mitbrachte, segnete der Gast aus Mainz das Ensemble mit Wasser aus der Originalgrotte. Willi Höf, Obertshausener Bauunternehmer und ehrenamtlicher Mitarbeiter der Pfarrei, hat den Bau geschaffen. Das Werk gleicht einer offenen Muschel und steht hinter einem kleinen Platz zwischen der „Via Roma“, dem Weg zur Sakristei, und dem katholischen Kindergarten. Die Grotte entstand nach einem Vorbild, das er auf einem Privatgelände in Hausen geschaffen hat. Höf und seine Helfer verarbeiteten acht Tonnen roten Sandstein aus der Nähe von Aschaffenburg, schufen auch eine Ruhebank aus diesem Material und aus Beton.

In der schützenden Höhle kniet die Figur der heiligen Bernadette Soubirous vor der Mariens. Bernadette sei im Alter von 14 Jahren 1858 mehrmals die Gottesmutter erschienen. Heute pilgern Tausende zu der Grotte, besonders auch Kranke. Regelmäßig wird von Heilungen nach einer Wallfahrt berichtet. Pfarrer Hofmann begleitete bereits zehnmal Gläubige dorthin.

Er begrüßte zur Feier unter freiem Himmel Besucher aus drei Kontinenten, von Syrien bis Nigeria. Er wies darauf hin, dass sich die Gebetsstätte harmonisch in das Ensemble aus Kita, Pfarrhaus und -saal einfüge. Optisch reizvoll öffne sich das Kleinod dem Gottesdienstbesucher, der über den Pilgerplatz schreitet, durch eine Öffnung in der Reihe der Tuja-Büsche. „Wir setzen Zeichen und bieten dem Zeitgeist Paroli“, wandte sich Hofmann gegen das Verkleinern von pfarrlichen Einrichtungen. Er halte es mit dem bekannten Bruder Paulus, der „überzeugende Gottesdienste“ fordert. Der Jubilar unterstrich die Bedeutung von Symbolen und Zeichen. So werde bei jedem Sterbefall geläutet, Einzeltaufen gefeiert, das Gotteshaus erleuchtet, das Glockenrad gedreht. Die drei Säulen, Kinder- und Jugendarbeit, soziales Engagement und Pilgern, liegen ihm am Herzen.

„Bei uns wird viel gefeiert, das ist unendlich wichtig“, erläuterte Hofmann. In Mainz wisse man vom Engagement des Studienkollegen, teilte Dr. Hilger mit. Die Arbeit des Obertshausener Seelsorgers werde bewundert, Hofmann setze „Trends für einen neuen Zeitgeist aus dem Glauben heraus“. „Du führst Menschen zusammen und man muss immer auf Neues gefasst sein“, betonte der Offizial. Viele Christen werden den „großen Verdienst erst in kommenden Zeiten zu würdigen wissen“.

VON MICHAEL PROCHNOW

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