Als Pfarrer vor Zeitung warnte

+
SPD-Chef Helmut Hiepe (links) und der Historiker Prof. Dr. Klaus Werner stellten das Manuskript des Buches „150 Jahre SPD - 145 Jahre Sozialdemokratie in Obertshausen und Hausen“ vor, das der Ortsverein herausgibt und bei einer Festveranstaltung am 8. Juni kostenlos verteilen wird.

Obertshausen - Wer war der erste Obertshausener SPD-Vorsitzende nach dem Zweiten Weltkrieg? Wer hatte dieses Amt im Jahr 1922 in Hausen inne? Und welcher Pfarrer warnte im Jahr 1892 in Hausen jeden Sonntag vor dem „Offenbacher Abendblatt“ und verband mit dieser Warnung die Drohung, die Leser dieser Zeitung nicht mehr zum Abendmahl zuzulassen und ihnen die Absolution zu verweigern? Von Karl-Heinz Otterbein

Antworten auf diese Fragen und jede Menge weitere Informationen rund um die SPD in Obertshausen finden sich in einem Buch mit dem Titel „150 Jahre SPD - 145 Jahre Sozialdemokratie in Obertshausen und Hausen“, das der Ortsverein herausgibt.

Denn da im Jahr 1868 in den damals selbständigen Kommunen Hausen und Obertshausen jeweils die Gründung einer „Gemeinde des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins“ erfolgte, kann die SPD Obertshausen im Jubiläumsjahr der Deutschen Sozialdemokratie auf eine 145-jährige Geschichte zurückblicken. Und aus diesem Anlass findet nicht nur am Samstag, 8. Juni, eine akademische Feier im Hausener Bürgerhaus statt, der Ortsverein gibt auch das oben genannte Buch heraus, das der Obertshausener Historiker Professor Dr. Klaus Werner verfasst hat. Die rund 150 Seiten umfassende und reich bebilderte Publikation im Format DIN A5 soll zu der Festveranstaltung erscheinen und nach Angaben des SPD-Vorsitzenden Helmut Hiepe kostenlos zunächst an die Besucher dieser Veranstaltung verteilt werden. Auch die übrigen Exemplare sollen nicht verkauft sondern bei passenden Gelegenheiten kostenlos abgegeben werden.

„Das von Klaus Werner verfasste Buch ist etwas auch für zukünftige Generationen“, erläuterte Hiepe in einem Pressegespräch, in dem er die Publikation zusammen mit dem Historiker vorstellte. „Es dokumentiert die Geschichte der Sozialdemokratie in Oberthausen und Hausen von ihren Anfängen bis zum Jahr 2013.“

Für das Buch recherchierten Werner und seine Helferinnen und Helfer aus dem Ortsverein in diversen Archiven, werteten Zeitungartikel, Bücher und andere gedruckte Quellen wie die Publikation „100 Jahre SPD Hausen“ aus befragten nicht zuletzt Zeitzeugen.

150 Jahre Sozialdemokratie: Geschichte der SPD

150 Jahre Sozialdemokratie: Geschichte der SPD

Er sei natürlich Sozialdemokrat und werde es bei gelegentlicher Kritik an der eigenen Partei sein Leben lang bleiben, so Werner. Als seriöser Wissenschaftler sei er aber bemüht, seine „Kunde vom vergangenen Geschehen“ so objektiv wie möglich zu verfassen. Er habe als Chronist das Geschehen so gut wie nie kommentiert, sondern die Quellen für sich sprechen lassen.

„Die Darstellung der Entwicklung in den beiden ehemals selbständigen Orten konzentriert sich weitgehend auf das lokale politische Geschehen. Daneben werden naturgemäß auch soziale, wirtschaftliche und sogar religiöse Aspekte angesprochen“, erläuterte Werner. „Landtags-, Bundestags- und Europawahlen sowie die „große Politik“ werden dagegen weitgehend ausgeklammert.“

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare