Philatelie: Meist fehlt Begleitung der Eltern

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Die Faszination, die Briefmarken auf Sammlerinnen und Sammler ausüben, können viele Jugendliche nicht nachempfinden.

Obertshausen - Die Szenerie gleicht jener vergangener Veranstaltungen ihrer Art: Herren mittlerer und reiferer Semester hocken an Tischen, eingemauert von Kartons, Pilotenkoffern, und Stapeln bunter Alben.

In einem stochern sie mit einer Pinzette nach den kleinen, gezackten Marken, den Blick durch eine mächtige Lupe auf das Objekt der Begierde gerichtet. Zum Großtauschtag der Arbeitsgemeinschaft Philatelie war der Kleinkunstsaal inklusive Foyer gut besucht, selbst Frauen packten Sammlungen aus. Nur ein Tisch blieb leer – der für die Jugend.

Dabei stehen Konzept und Vorstandsmitglieder bereit, um die Jugendgruppe neu mit Leben zu erfüllen. Jugendleiter Marco Fecher und der Zweite Vorsitzende der AG, Pierre Marik, haben so genannte Ganzsachen zusammengetragen, Postwertzeichen, die noch auf Karten oder Briefumschlägen kleben. Sie können, nach Sammelgebieten sortiert, vorsichtig von ihrer Unterlage gelöst werden und Platz in einem Album finden.

Lange ist es her, dass sich Schüler regelmäßig in dem Verein trafen, klagen Fecher und Marik. Dabei haben die beiden schon viele Wege eingeschlagen, um bei Mädchen und Jungen Begeisterung für Briefmarken zu wecken. Wiederholt hatten sie ihr Hobby in Projektwochen und bei Ferienspielen an den Schulen vermittelt, beim Bahnhofsfest in Heusenstamm und bei den Tauschtagen.

Meistens fehle die Unterstützung und Begleitung der Eltern, stellten die Ehrenamtlichen fest. Mindestens drei Kinder müssen sie gewinnen, um einen Zuschuss vom Landesjugendring im Bund Deutscher Philatelisten zu erhalten. Damit könnten sie Lupen, Pinzetten und Alben anschaffen und den Nachwuchs zu Tauschtreffen chauffieren.

Immerhin, Mariks 13-jährige Tochter hat Gefallen am Steckenpferd des Papas gefunden, sie konzertriert sich auf Katzen. Der Franzose selbst zog als Zehnjähriger in die Heimat seines Stiefvaters, Griechenland, was bis heute sein Sammelgebiet ist – neben Frankreich, versteht sich. Fecher kam erst mit 15 auf den Geschmack, als ihm seine Eltern eine kleine Sammlung geschenkt haben. Der Jugendwart ist markentechnisch heute Experte für deutschsprachige Länder.

Das Team bastelt derzeit am Internetauftritt des Vereins. Am Sonntag, 17. Februar, folgt im Bürgerhaus die Vereinsauktion. Tauschtage sind an jedem zweiten Sonntag von 9 bis 12 Uhr im Treffpunkt im Rathaus Beethovenstraße.

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