Polizei mit Entwicklung zufrieden

Polizeistatistik: Fallzahlen sinken wieder

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Der Rückgang bei den Fallzahlen im vergangenen Jahr freut den Leiter der Polizeistation Heusenstamm, Harry Keckeis.

Obertshausen - Einen leichten Rückgang bei den Fallzahlen verzeichnet die aktuelle Polizeistatistik für das vergangene Jahr. Damit nähert sich die Zahl der verzeichneten Straftaten im Stadtgebiet wieder dem Tiefstand von 2015 an. Von Thomas Holzamer

Autodiebstähle, Einbrüche oder Straßenkriminalität – 2017 ist die Zahl der in Obertshausen verübten Straftaten gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken. Das zeigt die aktuelle Kriminalstatistik, die das Polizeipräsidium Südosthessen alljährlich veröffentlicht. 1106 Fälle wurden im vergangenen Jahr von der Polizei verzeichnet. Das sind 26 weniger als im Jahr davor und damit nur knapp über den niedrigen Stand von 2015 mit 994 entfernt. Im Gegenzug sank jedoch auch die Aufklärungsquote leicht auf 53,3 Prozent (2016: 57,4 Prozent).

Schuld daran sind vor allem die sogenannten „Sekundentaten“, erläutert Erster Polizeihauptkommissar Harry Keckeis, Leiter der Polizeistation Heusenstamm, in deren Zuständigkeitsbereich Obertshausen liegt. Dazu zählen beispielsweise das Abtreten von Seitenspiegeln an Fahrzeugen oder Sachbeschädigungen an Gebäuden oder Schmierereien. Gerade für solche Delikte, die quasi im Vorbeigehen begangen werden, gibt es nur selten Augenzeugen. Gerade jener ziellose Vandalismus im öffentlichen Raum ist es, der den Kriminalbeamten besonders ärgert. Etwa jene Fälle im vergangenen Jahr, als Vandalen nachts gleich an mehreren Buswartehäuschen im Stadtgebiet die Scheiben zerschlugen, oder also zu später Stunde einige Chaoten auf dem Heimweg vom Jubiläumsfest eines Vereins an mehreren Pkw die Außenspiegel abtraten. „Gerade in solchen Fälle ist ohne Zeugen die Beweisführung schwer“, erläutert er. Und so verwundert es nicht weiter, dass die Aufklärungsquote im Bereich der Sachbeschädigungen an Kfz lediglich bei rund sechs Prozent liegt.

Ganz anders sieht es da schon bei den Rauschgiftdelikten aus, deren Zahl 2017 im Vergleich zum Vorjahr um knapp 66 Prozent anstieg. Dabei wurden 90 der insgesamt 96 angezeigten Fälle aufgeklärt. Der starke Anstieg liege vor allem an der Tatsache, dass die Beamten inzwischen sehr gut geschult seien, was das Erkennen eines Drogenkonsums angehe, erläutert der Stationsleiter. Denn beim Großteil handele es sich um sogenannte Kontrolldelikte, also Fälle, in denen die Polizisten etwa bei einer Routinekontrolle auf den Drogenkonsum aufmerksam werden.

Zufrieden stimmt den Leiter der Polizeistation derweil der erneute Rückgang bei den Einbruchzahlen. Besonders erfreulich sei es in diesem Zusammenhang, dass die Täter in 59 Prozent der Fälle nicht erfolgreich waren und es beim Versuch geblieben sei. Diese Entwicklung beweise, dass sich die Präventionsarbeit auf diesem Gebiet lohne, ist Harry Keckeis sich sicher. „Viele Hausbesitzer rüsten inzwischen beim Einbruchschutz auf“, weiß er.

Polizeibeamte müssen belastbar sein

Zurückgegangen ist im vergangenen Jahr auch die Zahl der Autodiebstähle in Obertshausen, die von 12 im Jahr 2016 auf lediglich zwei Fälle sanken. Stattdessen zog es die Diebe wohl ins benachbarte Heusenstamm, wo die Fahrzeugdiebstähle genau umgekehrt von zwei im Jahr 2016 auf 12 in 2017 stiegen. In beiden Städten stieg zudem die Zahl der entwendeten Mopeds, Roller und Motorräder. Sie klettert – nicht zuletzt dank einer Diebesbande, die in Obertshausen, Heusenstamm und Rodgau zahlreiche Roller stahl – auf insgesamt 17 Fälle.

Auch die Zahl der im Stadtgebiet geklauten Fahrräder stieg von 72 auf 95. Da auch in diesem Fall die Aufklärungsquote nur bei rund zehn Prozent liegt, empfiehlt sich die Investition in hochwertige Schlösser. Von Vorteil können auch zwei Schlösser unterschiedlicher Bauart sein. Diese Taktik mache es jenen Tätern schwer, die sich auf einen Schlosstyp spezialisiert haben. Die gesamte Statistik gibt es unter polizei.hessen.de/File/pks-2017-ppsoh-gruene-broschuere.pdf.

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