„Priorität muss Einwohnern gelten“

CDU Obertshausen will expansive Verdichtung mit Bebauungsplänen stoppen

Wie an der Bahnhofstraße, wo derzeit ein neuer Wohnkomplex entsteht, schreitet derzeit an vielen Orten im Stadtgebiet die Verdichtung voran.
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Wie an der Bahnhofstraße, wo derzeit ein neuer Wohnkomplex entsteht, schreitet derzeit an vielen Orten im Stadtgebiet die Verdichtung voran.

Wohnraum, Infrastruktur und Klimaschutz. Die zunehmende Verdichtung in Obertshausen, die vor allem in den vergangenen Jahren deutlich an Fahrt aufgenommen hat, berührt viele Bereiche des täglichen Lebens. Denn wo kleine Eigenheime mit großzügigem Garten durch moderne Mehrparteienhäuser ersetzt werden, bringt dies in der Regel auch unerwünschte Nebenwirkungen mit sich: Zuvor grüne Flächen werden versiegelt, der Fahrzeugverkehr im Quartier nimmt zu und der Parkdruck steigt. Auch die Infrastruktur stößt dabei vielerorts an ihre Grenzen. So auch in Obertshausen, wo es nicht zuletzt wegen des starken Zuzugs junger Familien vor allem an Kita- und Schulbetreuungsplätzen mangelt.

Obertshausen – Um die weitgehend unkontrollierbar voranschreitende Verdichtung im Stadtgebiet in geordnete Bahnen zu lenken, möchten Obertshausens Christdemokraten diese künftig erschweren. Dazu will die CDU mit einem Antrag für die Stadtverordnetenversammlung den Magistrat beauftragen, diese schnellstmöglich – etwa durch Bebauungspläne – künftig zu reglementieren. „Der Schwerpunkt soll dabei auf den Teilen des Stadtgebiets liegen, für die kein gültiger Bebauungsplan vorhanden ist“, heißt es im Antragstext.

„Wir wollen Neubauten nicht generell verhindern, einer andauernden expansiven Verdichtung stellen wir uns jedoch klar entgegen”, betont CDU-Pressesprecher Sascha Roth. So habe die Bautätigkeit in Obertshausen in den vergangenen Jahren aus nachvollziehbaren Gründen stetig zugenommen, nicht zuletzt, weil die Kombination aus Kleinstadtleben und einer guten Infrastruktur viele Menschen dazu bewegen, ihren Lebensmittelpunkt in Obertshausen zu setzen, sind die Cristdemokraten überzeugt. Allerdings müsse dies auch mit dem bereits vorhandenen Bestand und den zur Verfügung stehenden Strukturen konform gehen. Insbesondere das Verhältnis der Flächenausnutzung der überbauten Grundstücke gebe inzwischen Anlass zur Sorge.

„Es gibt zahlreiche Beispiele von Grundstücken, auf denen früher Ein- oder Zweifamilienhäuser standen, inzwischen aber große Mehrparteienhäuser gebaut wurden”, sagt CDU-Fraktionsvorsitzende Sabrina Grab-Achard. „Diese Entwicklung verändert auf Dauer nicht nur das Erscheinungsbild und den Charakter der Stadt, sondern verstärkt auch stetig den Druck auf unsere Infrastruktur wie beispielsweise Straßen, Kindertagesstätten und ärztliche Versorgung.“ Dies sei auf Dauer nicht hinnehmbar. „Unsere Priorität muss bei den jetzigen Einwohnern Obertshausens liegen, nicht bei den potenziellen Zukünftigen”, betont sie.

Gleichzeitig weist die CDU die Behauptung von Grünen Fraktionschef Klaus-Uwe Gerhardt aus der vergangenen Woche zurück, wonach Teile der Christdemokraten sowie der FDP die angespannte Wohnsituation in der Stadt durch weitere Verdichtung in den Griff bekommen möchten. „Genau das Gegenteil ist der Fall“, bekräftigt Sascha Roth. Woher Gerhardt die Prioritäten der Christdemokraten kennen möchte, erschließe sich ihm nicht.

(Von Thomas Holzamer)

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