Räume und Erzieher gefragt

Fachbereich präsentiert Maßnahmen für Betreuungsplätze

Egal ob U3 oder Ü3: Dass Obertshausen beim Thema Betreuungsplätzen im kreisweiten Vergleich zu den Schlusslichtern zählt, ist kein Geheimnis. Und auch Verwaltung und Politik beschäftigen sich seit einer Weile mit der Schaffung zusätzlicher Kita-Plätze.

Obertshausen – Nun haben die Mitarbeiter des Fachbereichs Soziales eine Liste mit kurz-, mittel- und langfristigen Maßnahmen erstellt, um dem benötigten Bedarf gerecht werden zu können.

So könnten neben dem bereits im Bau befindlichen Familienzentrum – dessen Eröffnung ist aktuell für September kommenden Jahres vorgesehen – kurzfristig zwei weitere Kita-Gruppen in aktuell leer stehenden Geschäftsräumen entstehen, die die Stadt anmieten würde. Verschiedene Besichtigungen diesbezüglich haben bereits stattgefunden und sind noch geplant, informiert Erster Stadtrat Michael Möser.

Ebenfalls innerhalb der nächsten zwölf Monate könnten nach der bereits erfolgreichen Erweiterung der Kita Rodaustraße ebenfalls in Modulbauweise zwei weitere Gruppen entstehen. Dafür wolle der Fachbereich 15 zusätzliche Stellen einplanen.

Für ein wenig Entspannung könnten zudem auch die freien Träger sorgen. Im Gespräch sei derzeit die Gründung eines christlichen Naturkindergartens. Dieser könnte, so Möser, möglicherweise bereits im Januar eröffnen – Kostenpunkt für die Stadt: 107 000 Euro Zuschuss pro Jahr.

Zusätzliche Kapazitäten sollen im Zusammenhang mit der Fertigstellung des Familienzentrums in den städtischen und kirchlichen Einrichtungen entstehen. Dort sind aktuell noch die Horte untergebracht, die dann in den Neubau umziehen und Platz für weitere Gruppen bieten. So könnten im Trinkborn zwölf U3-Plätze sowie in der Kindertagesstätte St. Thomas Morus 25 Kindergartenplätze geschaffen werden. Die dazu notwendigen Zuschüsse für Umbau- und Ausstattungskosten, etwa für U3-Toiletten und einen Notausgang, beziffert der Fachbereich Soziales im Fall Thomas Morus auf rund 20 000 Euro.

Da angesichts hoher Geburtenzahlen und der zunehmenden Nachverdichtung und des damit einhergehenden Zuzugs nach Obertshausen diese kurzfristigen Maßnahmen nicht ausreichen dürften, um den Platzbedarf in der Stadt zu decken, solle bis 2021 eine Kita eines freien Trägers im Stadtteil Obertshausen entstehen. Dafür plane man für Sommer 2021 einen Zuschuss von 300 000 Euro ein. „Im langfristigen Ausbau ab 2022 ist eine neue städtische Kita mit sechs Betreuungsgruppen vorgesehen“, teilt der Erste Stadtrat mit. Die Zuständigkeit liegt dort im Fachbereich Planen, Bauen und Umwelt. Ob die Umsetzung dieser Vorschläge so möglich ist, bleibt abzuwarten. Diese, teilt Möser mit, hänge jedoch auch von der fachlichen Einschätzung des Fachbereichs Bauen ab, der für die Umsetzung verantwortlich zeichnet.

Ein weiteres Thema wird jedoch auch die Finanzierung der angedachten Projekte werden. Die Entscheidung über die nötigen Investitionen für Zuschüsse und Baukosten sowie die Schaffung zusätzlicher Erzieherstellen dürfte eines der großen Themen beim Ringen um den nächsten Doppelhaushalt werden. Über den müssen die Stadtverordneten in den kommenden Sitzungsrunden befinden. Einig sind sich die Fraktionen im Stadtparlament über die Notwendigkeit eines weiteren Platzausbaus in Obertshausen. Darüber hinaus haben nach eigenem Bekunden sowohl die SPD wie auch die Bürger für Obertshausen und die FDP bereits der neugegründeten Elterninitiative in Gesprächen ihre Unterstützung signalisiert. Dabei ging es neben der Schaffung zusätzlicher Plätze auch um den Wunsch nach mehr Transparenz bei der Platzvergabe oder die Frage nach zusätzlichen Anreizen, um die dringend benötigten Erzieherstellen auch besetzten zu können. Zwei Anträge dazu haben die Freidemokraten bereits für die nächste Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag gestellt.

Neben der Prüfung möglicher städtischer Grundstücke für den mittelfristigen Bau weiterer Einrichtungen soll der Magistrat bis zur Haushaltsdiskussion ermitteln, „wie die Stadt Obertshausen einen Beitrag zur Ausbildung von Erziehern leisten und den in Planung befindlichen Ausbau von Kinderbetreuungsstellen mit qualifizierten Fachkräften besetzen kann“.Viel getan habe die Stadt bereits im Bereich der Ausbildung von Erziehern, berichtet Möser. „Wir setzen vor allem auf die Duale Ausbildung und haben unsere Plätze bereits von zwölf auf 18 Stellen erhöht.“

VON THOMAS HOLZAMER

Rubriklistenbild: © dpa

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