Projekt gegen Diskriminierung

Rassismus die Rote Karte zeigen

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Noch ohne Türschild, dafür aber mit dem Banner des Projekts zeigen die Schüler und Lehrer der Hermann-Hesse-Schule Flagge gegen Diskriminierung und für Toleranz an ihrer Schule.

Obertshausen - Ihre Schüler und Lehrer wollen sich bewusst gegen jede Form von Diskriminierung, Mobbing und Gewalt an der eigenen Schule einsetzen. Dazu beteiligt sich die HHS an einem bundesweiten Projekt. Von Thomas Holzamer 

Es ist ein klares Zeichen und gleichzeitig auch ein Versprechen, dass die überwältigende Mehrheit der Schüler der Hermann-Hesse-Schule (HHS) mit ihren Unterschriften gegeben hat. 97 Prozent der Mädchen und Jungen haben damit die Bewerbung der HHS für das Projekt „Schule gegen Rassismus – Schule mit Courage“ unterstützt. Gestern wurde der Schule nun offiziell der Titel für die Teilnahme an dem bundesweiten Projekt verliehen.

Das Schild, das die Schulen als Teil der Aktion ausweist, hatte Zweigleiter Sven Köhler bereits an anderen Häusern gesehen. „Und da habe ich mich gefragt, was haben die, was unsere Schule nicht hat“, erinnert er sich. Die Antwort war einfach: „Das Schild an der Tür“. Denn auch an der Hermann Hesse habe man bereits einiges für Toleranz, Akzeptanz und ein friedliches Miteinander untereinander getan. Die Schule vereint Lehrer und Schüler unterschiedlicher Herkunft unter einem Dach. Dabei werden Integration und Inklusion in den Klassen bereits aktiv gelebt. Und wenn es unter den Kindern und Jugendlichen auf dem Pausenhof doch mal Streit gibt, setzen sich die Streitschlichter mit ihren Mitschülern zusammen und klären die Situation.

Und so kümmerte Zweigleiter Sven Köhler sich im vergangenen Schuljahr um die Bewerbung der Schule für das Projekt. Zur feierlichen Verleihung des Titels war auch der Landeskoordinator des Projekts, Oliver Fassing, nach Obertshausen gekommen. Lediglich das berühmte Schild für die Tür gab es gestern noch nicht. Das befand sich noch auf dem Versandweg. Dafür gab’s erst mal ein Banner. Doch an der Tatsache, dass auch in unserer modernen Gesellschaft tagtäglich Menschen diskriminiert und an den Rand gedrängt werden, könne auch das Schild an der Tür nichts ändern, erklärte Fassing den Schülern. Aber es sei ein klares Zeichen und ein Versprechen, dass die große Mehrheit der Schüler sich für Toleranz und gegen Diskriminierung einsetzen und Ausgrenzung anderer an der Schule nicht geduldet werde. Zugleich lud er die Schüler zum großen Treffen aller Projektschulen im Septeber ein.

Die Welt gedenkt der Opfer des Nationalsozialismus

„Seid an eurer Schule die Schiedsrichter und zeigt Rassismus die Rote Karte“, appellierte ZDF-Sportmoderator Sven Voss an die Mädchen und Jungen. Er unterstützt die Hermann-Hesse-Schule als Pate bei dem Projekt und hatte zuvor von einem Interview mit Bundesligaschiedsrichterin Bibiana Steinhaus berichtet, die er auch gefragt hatte, wie die Unparteiischen mit Rassismus im Stadion umgehen. Diese können beispielsweise das Spiel unterbrechen, wenn Fans auf der Tribüne Plakate mit rassistischen Äußerungen hochhalten. Begleitet wurde die Feierstunde vom Orchester und dem Chor der HHS, der mit dem Song „Imagine“ John Lennons Vision von einer friedlichen Gesellschaft zu Gehör brachte. Für den anschließenden Imbiss hatten Schüler Gerichte aus ihren Heimatländern vorbereitet.

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