Sommerferien daheim

Ferienspiele in Obertshausen: Rennfahrer und Betonkünstler

Im Feriencamp im Sportzentrum gab es in den vergangenen Tagen einiges zu erleben für die jungen Teilnehmer. Unter anderem standen Rennen fahren, Werkeln, Basteln und ein Ausflug in den Wald auf dem Programm.
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Im Feriencamp im Sportzentrum gab es in den vergangenen Tagen einiges zu erleben für die jungen Teilnehmer. Unter anderem standen Rennen fahren, Werkeln, Basteln und ein Ausflug in den Wald auf dem Programm.

Obertshausen – Die Hinterräder und der Schalensitz erinnern noch an ein Kettcar. Ansonsten haben die Fahrzeuge auf der Laufbahn herzlich wenig Ähnlichkeit mit den Flitzern der Kinder. Kaum ein Dutzend Mädchen und Jungen aus der fünften bis siebten Klasse genießen noch bis morgen das städtische Feriencamp im Sportzentrum. Und die friedliche Atmosphäre lässt selbst die Betreuer der Kinder- und Jugendförderung durchatmen.

Im Obertshausener Feriencamp gibt es längst eine Rangliste der besten Fahrer

„Die hat uns irgendwann ein begnadeter Tüftler geschenkt.“ Auch Oliver Spahn weiß nicht genau, woher die originellen Gefährte stammen. Gelenkt werden sie mit dem Hintern, der Sitz bildet eine Einheit mit dem Vorderrad, der Tretantrieb ist noch vor dem kleinen stabilen Rund angebracht. Die vermeintlichen Hebel an den Seiten bilden den Halt für den Piloten.

Natürlich gibt’s unter den Jungs, die in dieser Woche die Mehrheit im Camp bilden, längst eine Rangliste der besten Fahrer. Der elfjährige Elias hat die Geräte am sichersten im Griff und den Kurs um die umgestülpten blauen und gelben Markierungsteller in 48 Sekunden bewältigt. Doch sein Kumpel Rian ist ihm dicht auf den Felgen.

Die künftigen Sechstklässler sind aber nicht nur knallharte Rennasse. Zwischen den drei weißen Zelten auf der Wiese zwischen Hauptplatz und Bahnstrecke bearbeiten sie mit anderen Jungen und Mädchen Poren-Betonstein mit Sägen, Feilen, Pinsel und Farbe. Die Leiter haben Garniturbänke zu einem Dreieck aufgestellt, auf jeder dürfen höchstens zwei der jungen Künstler sitzen.

Mit dem Hygienekonzept haben sie dort am Waldrand keine Probleme. Die Schüler sind es längst gewöhnt, Abstand zu halten. Regelmäßig laufen sie zu einer der Flaschen mit Handdesinfektion, die überkopf in hölzernen Ständern aufgehängt sind, und reiben die Flüssigkeit ein. Spahn deutet zu den Zelten. Auch die erlauben ausreichend Distanz für den Fall, dass es mal regnet.

Ausflüge sind diesmal nur in Obertshausen möglich

Zu Beginn hat sich jede der drei Gruppen ein eigenes Motiv ausgedacht und auf ein Banner gemalt. Sie nennen sich jetzt Brick Builder oder WLAN-Bahnde – weil sie versuchen, ihre Telefone mit dem kostenfreien Internet-Zugang der Bahn zu verbinden. Was aber nur funktioniert, wenn mal ein Zug genau in Höhe des Camps auf die Einfahrt in den Bahnhof warten muss.

Die Ausflüge, erläutert Sozialpädagoge Spahn, sollten wegen des Coronavirus Ziele innerhalb Obertshausens ansteuern. Also erobern die Teilnehmer an diesem Tag den Waldpark Ste. Geneviève des Bois in Hausen mit seinen Wasserspielen und Klettermöglichkeiten. Zuvor bereiteten die Teams Geocaching vor: Jede Mannschaft ermittelte für eine andere per Handy-Ortung die Koordinaten für einen Punkt, notierte die Daten auf einen Zettel, der an der vorhergehenden Station versteckt wurde.

Am Mittwoch vermittelte ein Kicker unter den Leitern Fußball-Techniken, morgen gibt’s zum Abschluss Pizza und ein Wunschprogramm. Bis dahin sollten die Blumentöpfe, Witzfiguren und Riesen-Legos aus Betonstein ihren Feinschliff und Farbe erhalten haben. Die Werke von Elias und Rian blitzen längst in der Sonne: rote Herzen als Teil der Inschrift „I love you“. Und damit werden sie ihre Freundinnen Mareike und Marie überraschen. Wenn die es nicht schon vorher aus der Zeitung erfahren haben...

Von Michael Prochnow

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