Malteser bedauern Entscheidung des Kreises Offenbach

Rettungswache macht dicht

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Auch der Malteser Kreisbeauftragte Klaus Koob (rechts) bedauert, dass die Rettungswache in Obertshausen schließen muss.

Obertshausen - Mit 22 Mitarbeitern und drei Fahrzeugen waren die Malteser in Stadt und Kreis Offenbach mehr als zehn Jahre lang für die rettungsdienstliche Versorgung der Menschen in Obertshausen sowie in Teilen von Heusenstamm und Mühlheim zuständig. Damit ist bald Schluss. Von Karl-Heinz Otterbein

Die Rettungswache in der Bieberer Straße in Obertshausen schließt zum 31. Dezember dieses Jahres, der bisher von den Maltesern geleistete Dienst wird dann vom Eigenbetrieb des Kreises übernommen. „Wir bedauern diesen Schritt und die zugrundeliegende Entscheidung des Kreises sehr“, erklärte gestern Nina Geske, Pressesprecherin der Malteser im Bistum Mainz. Welche Konsequenzen der Wechsel für die Menschen in Obertshausen, Heusenstamm und Mühlheim hat, hätten wir gerne vom Kreis Offenbach erfahren.

Dessen Pressesprecherin Kordula Egenolf bestätigte gestern auf Anfrage aber lediglich, dass der Eigenbetrieb des Kreises den Dienst übernimmt. Den Beschluss dazu habe der Kreisausschuss bereits am 10. Juni dieses Jahres gefasst, nachdem sich der Malteser-Verein, der Auftragnehmer des Kreises für den Rettungsdienst gewesen sei, aufgelöst habe. Nähere Informationen wie etwa zum Standort einer neuen Rettungswache könne sie derzeit nicht geben, so die Pressesprecherin gestern.

Auswirkungen auf die Malteser

Die Auswirkungen auf die Malteser standen dagegen gestern schon fest: Keiner der 16 im Rettungsdienst tätigen hauptamtlichen Mitarbeiter werde entlassen, so Nina Geske. Ein Großteil habe eine neue Anstellung bei anderen Rettungsdiensten gefunden, drei Mitarbeiter wendeten sich auf eigenen Wunsch ab sofort einer neuen Tätigkeit zu. Die drei Rettungsdienst-Fahrzeuge bleiben der Pressesprecherin zufolge im Malteser-Besitz und werden künftig in Ober-Ramstadt, Bingen und Altenstadt eingesetzt. Die in der Bieberer Straße in Oberhausen frei werdenden Räume würden für andere Zwecke genutzt.

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„Auch wenn durch die Schließung der Rettungswache eine wichtige Einnahmequelle verloren geht, bleiben die Malteser in Stadt und Kreis Offenbach weiter aktiv und helfen auch weiterhin all denjenigen, die Hilfe benötigen“, erklärte der Malteser Kreisbeauftragte Klaus Koob in einem Gespräch mit unserer Zeitung. „Wir werden keines unserer ehrenamtlichen Angebote reduzieren.“ So gehöre auch weiterhin der Besuchs- und Begleitungsdienst, die Demenzbetreuung, die Erste-Hilfe-Ausbildung, die psychosoziale Notfallversorgung, der Hospiz- und Palliativberatungsdienst, der Hausnotruf, der Menüservice, der Sanitätsdienst und der Katastrophenschutz zum Angebot der Malteser und den Aufgaben, die sie übernähmen.

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