Riesenapplaus im Rampenlicht

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Die Mitglieder der Jonglage-Gruppe des Zirkusses „Halli Galli“ ließen auch Teller auf Lutscher-Stielen kreisen. Viel Beifall ernteten alle jungen Artisten, egal ob sie Menschen-Pyramiden bauten, auf Stelzen liefen, jonglierten oder auf Seilen und Gymnastikbällen balancierten.

Obertshausen/Heusenstamm - Wenn Schüler aus der Schlossstadt mit Kindern aus der „liebenswerten Kleinstadt“ Zirkus machen, dann stecken meistens Rolls Toys dahinter. Von Michael Prochnow

Das Duo aus Wiesbaden gestaltete schon im siebten Jahr zusammen mit der Jugendförderung aus beiden Kommunen die Osterferienspiele.

Nach den Feiertagen starteten die Proben in der Rembrücker Matthias-Claudius-Schule, am Samstag gab der „Zirkus Halli-Galli“ in der Obertshausener Mehrzweckhalle der Joseph-von-Eichendorff-Schule seine einzige Vorstellung.

Mucksmäuschenstill war’s auf den Rängen im Saal, als sich Bernd Roth als „Oberclown von Obertshausen“ vorstellte. Der Bürgermeister lobte die Organisatoren aus den kommunalen Ämtern: „Ihr zeigt, wie man gemeinsam so etwas auf die Beine stellen kann!“

Täglich von Obertshausen nach Rembrücken

Neben Hagen Büchner und Daniel de Groot von der Spielefeste-Gesellschaft trainierten neun Betreuer unter Leitung von Daniel Kotzurek (Heusenstamm) und Michael Jentzsch die 60 Mädchen und Jungen. Ein Drittel von ihnen wurde täglich von Obertshausen nach Rembrücken gefahren.

Eine ganze Reihe bunt geschmückter Spaßmacher begrüßte die Besucher der Abschlussvorstellung der Osterferienspiele in der Mehrzweckhalle in der Waldstraße.

Eine „echte“, ausgebildete Clownin, Andrea Filsinger von der Jugendförderung Heusenstamm, wünschte im Namen der Schlossstädter viel Spaß. Und den hatten sie - auf der Bühne mindestens ebensoviel wie unter den Zuschauern. Die wurden sogleich von einer ganzen Reihe bunt geschminkter und berockter Spaßmacher zum gegenseitigen Begrüßen aufgefordert. Sie suchten das „blödeste Gesicht“ und trieben am Samstagnachmittag noch so manchen Schabernack.

Die „Cheerleader“ bauten immer wieder neue Menschen-Pyramiden, kletterten über die Rücken der unteren Reihen und bildeten eine weitere Etage. Die leichtesten Mitglieder der Truppe winkten schließlich von der Spitze mit glitzernden Pom-Poms. Pois heißen dagegen die Bälle oder selbst leuchtenden Kegeln an Bändern, die eine andere Gruppe im Takt der Musik schleuderte.

Die Rolls-Toys-Jungs hatten für jede Bewegung den passenden Rhythmus aufgelegt. Auch die Scheinwerfer mit wohl dosiertem, farbigem Licht verliehen den Auftritten einen professionellen Charakter. Die jungen Künstler durften sich darin schon ein bisschen als kleine Superstars sonnen, und dieser Effekt ist von den Pädagogen erwünscht: Rampenlicht und Riesenapplaus stärken das Selbstbewusstsein von Seiltänzer und Stelzenläufer.

Auf solchen, unterschiedliche langen Lauf-Hölzern marschierten die „Zwerge“ mit Wollmützen und Knieschützern ein. Trotz ihres wackeligen Stands warfen sie sich Bälle und Tücher zu. „Weg isses“, moderierte der junge „Harry Potter“ das Verschwinden eines Lappens, sein Partner befreite sich aus einer Fesselung mit Ketten. Die nächsten Teams bewegten sich tanzend und auf kuriosen Einrädern.

Bilder von der Zirkusvorstellung

Zirkus „Halli-Galli“ bei den Ferienspielen

„Keule, Bälle, Diabolo – die können alles“, warb die Ansage für das Jonglage-Programm. Die Truppe ließ selbst Teller auf Lutscher-Stielen kreisen, die sie zwischen den Lippen hielt. Die Balance-Akte auf Seil und Gymnastikbällen waren in eine Geschichte mit Elfen und Affen verpackt, die lustige und schicke Verkleidungen erlaubte. Zum Finale konstruierten die „Akrobaten“ noch einmal waghalsige Menschentürme.

Michael Jentzsch hatte seine Elternzeit genossen, aber auch den „Zirkus“ vermisst, gestand er. Er dankte den Mitarbeitern mit Gummibärchen, Spielen und blinkenden Enten für die Badewanne. Damit mögen sich die Rolly-Toys-Leute gut erholen für ihren Auftritt nächstes Jahr.

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