Runder Geburtstag ohne Gäste

TGO feiert 160-jähriges Bestehen  -  Geplanter Sporttag fällt ins Wasser

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Bei den Sporttagen, die jährlich stattfinden, präsentieren die Abteilungen ihr Angebot. 

Die TGO in Obertshausen feiert Geburtstag. Aber der geplante Sporttag muss ausfallen.

Obertshausen – Ein großes Festwochenende hatte der Vorstand der Turngemeinde Obertshausen (TGO) zwar nicht geplant, dass die Feier zum 160-jährigen Bestehen des Traditionsklubs wegen der Corona-Pandemie ganz ausfallen muss, stimmt Thomas Zeiger dann doch traurig. Denn ursprünglich hatten die fleißigen Helfer um den TGO-Vorsitzenden einen großen Sporttag geplant, bei dem die Besucher die einzelnen Abteilungen des Vereins hätten entdecken können.

Und natürlich die Vielfalt der Sportangebote, die der Verein seinen Mitgliedern, aber inzwischen auch anderen Freizeitsportlern bietet. Denn längst hat man sich an der Georg-Kerschensteiner-Straße den Entwicklungen der vergangenen Jahre angepasst und einzelne Angebote nach außen geöffnet. Das Vereinsleben habe sich im Laufe der Jahre verändert, weiß Zeiger. „Früher hat vor allem das gesellschaftliche Element eine viel größere Rolle im Vereinsleben gespielt“, erinnert er sich. Das habe sich inzwischen gedreht. „Viele Menschen möchten sich heute nicht mehr eng an einen Verein binden und nutzen lieber Angebote, für die es keine Mitgliedschaft braucht“, erläutert er. Dieser Entwicklung trage die TGO Rechnung.

Bestes Beispiel für die Öffnung ist die Fitnessabteilung, deren sämtliche Kurse seit einiger Zeit auch ohne eine Vereinszugehörigkeit nutzbar sind. Wer sich nicht fest an den Verein binden möchte, kauft einfach eine Zehnerkarte und trainiert mit. Die ist für Mitglieder freilich günstiger, sodass sich ein Beitritt zum Verein vor allem für jene, die in verschiedenen Abteilungen des Vereins aktiv sind, dennoch lohnt. „Dadurch haben wir in der Vergangenheit auch schon den ein oder anderen für eine Mitgliedschaft begeistern können, der sonst vielleicht nie den Weg zu uns gefunden hätte“, erläutert Thomas Zeiger. Ob das auf Dauer reicht, wird die Zukunft zeigen. Denn ohne das ehrenamtliche Engagement seiner Aktiven geht es für einen Verein wie die TGO freilich auch nicht. So gibt es auf dem vereinseigenen Gelände und in der Geschäftsstelle stets viel zu tun. Neben der Betreuung der Mitglieder stellt die stetig wachsende Bürokratie die Ehrenamtler vor immer neue Herausforderungen. Zudem wollen die Sportanlagen des Vereins regelmäßig gepflegt und gewartet werden und ohne engagierte Trainer gäbe es kein Sportangebot.

Und das Angebot bei der TGO ist groß, reicht von Tischtennis, Leichtathletik und Turnen über Handball, Schwimmen und Badminton bis hin zur Sportabzeichengruppe und der brasilianischen Tanz-Kampf-Kunst Capoeira. Insgesamt 53 Trainerinnen und Trainer mit unterschiedlichen Qualifikationen sind bei der Turngemeinde aktiv.

Dass aus der Turngemeinde einmal ein großer Verein mit zahlreichen Abteilungen und mehr als 1000 Mitgliedern werden würde, hätte sich bei der Gründung im Jahr 1860 im „Grünen Baum“ neben der Herz-Jesu-Kirche wohl niemand träumen lassen. Die Gaststätte gibt es derweil längst nicht mehr und auch an die alte Turnhalle, die die TGO im Juni 1950 an der Heusenstammer Straße einweihte, erinnern sich wohl nur noch die älteren Obertshausener. Ein Vierteljahrhundert später verkaufte der Verein das Grundstück an die Stadt und zog 1975 ans Waldschwimmbad, wo damals eine Großsporthalle entstand. Das heutige Vereinsheim, das 2007 an der Georg-Kerschensteiner-Straße eröffnet wurde, baute die TGO in Eigenregie.

Infos im Internet tgo-obertshausen.de

VON THOMAS HOLZAMER

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