Forderung der Großen Koalition

Runder Tisch zum Einzelhandel in Obertshausen

Obertshausen - Mit einem Runden Tisch zum Thema Einzelhandel will die Große Koalition die Gewerbetreibenden unterstützen. Den soll der Magistrat noch in diesem Jahr einberufen. Von Thomas Holzamer

Zu wenig Kundschaft, Fachgeschäfte die aufgeben müssen und zuletzt das Aus für den Kreis Freundlicher Fachgeschäfte (KFF) – der Einzelhandel in Obertshausen hat es derzeit nicht leicht (wir berichteten). Und auch die Stadtverwaltung beschäftigt das Thema nicht erst seit gestern. Doch zur Frage, wohin künftig die Reise gehen soll, gibt es ebenso viele Meinungen wie vermeintlich heilbringende Lösungsideen.
Dabei dreht sich die Diskussion auch immer wieder um die Frage, wie die lokale Politik gemeinsam mit der städtischen Verwaltung die Gewerbetreibenden in Obertshausen unterstützen kann. Nachdem die Stadtverordneten Anfang des Jahres einmal mehr über Sinn und Notwendigkeit eines Einzelhandelskonzepts diskutiert hatten – ein solches würde die Stadtkasse nach Schätzung des Wirtschaftsförderung vermutlich 20.000 bis 30.000 Euro kosten – möchten die Fraktionen von CDU und SPD zunächst einen runden Tisch für alle Gewerbetreibenden und Einzelhändler einberufen, zu dem der Magistrat einladen soll.

Die Idee des Runden Tisches, Obertshausens Einzelhändler gemeinsam mit Vertretern der Stadtverwaltung und der Industrie- und Handelskammer (IHK) Offenbach an einen Tisch zu holen, um das Thema zu erörtern, gab es bereits bevor der Kreis Freundlicher Fachgeschäfte seine Auflösung beschlossen hatte. Dennoch erachte die Koalition die Einberufung eines Runden Tisches weiterhin als sinnvoll, erläuterte SPD-Fraktionsmitglied Werner Friedrich stellvertretend für beide Fraktionen das Vorhaben. In Gesprächen mit Gewerbetreibenden sei der Wunsch nach einer solchen Plattform an die Fraktionen herangetragen worden. Mit dem Antrag für die kommende Stadtverordnetenversammlung sollen noch in diesem Jahr alle Gewerbetreibenden – nicht allein die Einzelhändler – eingeladen werden.

Ob sich aus dieser Gesprächsrunde heraus letztlich neue Initiativen ergeben, eine solche wäre etwa die von einigen Gewerbetreibenden aufgebrachte Idee, einen Gewerbeverein zu gründen – oder ob sich aus der Runde eine regelmäßige Institution bilden könne, müsse sich im Anschluss an die Gespräche zeigen, fasst Friedrich zusammen.

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Zustimmung zu dem Vorhaben haben auch die Fraktionen bereits signalisiert. Die FDP glaube zwar nicht, dass ein Runder Tisch an der derzeitigen Entwicklung des Einzelhandels tatsächlich etwas ändern könne, stimme jedoch gerne zu, fasste Fraktionsmitglied Axel Kuhn zusammen. Zumal bereits ein Einzelhändler im Gespräch den Freidemokraten gegenüber geäußert habe, an dieser Stelle viel bewegen zu wollen.

Ähnlich sehen es auch die Bürger für Obertshausen (BfO), wie deren Fraktionsvorsitzender Rudolf Schulz verkündete. Natürlich könnten weder ein Runder Tisch noch ein Gewerbeverein die Entwicklungen im Zuge der Globalisierung aufhalten, beide wären jedoch ein guter Ansprechpartner für die örtliche Politik, mit dem man auch kritisch diskutieren könne.

Rubriklistenbild: © Archivbild: Holzamer

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