„Ohne Politik geht’s nicht“

Sabrina Grab-Achard ist in Obertshausen Fraktionsvorsitzende und auf Platz zwei der CDU-Liste

Seit September ist Sabrina Grab-Achard Fraktionsvorsitzende der Christdemokraten im Stadtparlament und geht am 14. März auf Listenplatz zwei ins Rennen.
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Seit September ist Sabrina Grab-Achard Fraktionsvorsitzende der Christdemokraten im Stadtparlament und geht am 14. März auf Listenplatz zwei ins Rennen.

Fünf Parteinen, fünf starke Frauen und drei davon auf Platz eins der Kandidatenlisten. Die erste Garde in Obertshausens Lokalpolitik dürfte mit der Kommunalwahl am Sonntag, 14. März, nicht nur jünger, sondern auch weiblicher werden. Dabei sind die Kandidatinnen auf den vorderen Listenplätzen trotz ihres jungen Alters längst keine Unbekannten mehr in der Stadt.

Obertshausen - In loser Reihenfolge stellen wir die fünf „Spitzenkandidatinnen“ vor. Den Anfang macht Sabrina Grab-Achard, seit September Fraktionsvorsitzende der Christdemokraten und auf Listenplatz zwei.

„Interessant war Politik für mich schon immer“, erzählt die 33-Jährige. „Und da mein Vater solange ich denken kann in der Lokalpolitik aktiv ist und auch im Kreishaus gearbeitet hat, war Politik bei uns zu Hause schon früh Thema“, ergänzt sie. Trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb – so sicher ist sich die studierte Wirtschaftsmathematikerin da nicht – zieht es auch Tochter Sabrina 2006 in die Lokalpolitik. „Ich war gerade 18 geworden und durfte das erste Mal wählen.“ Über Freunde kommt Sabrina Grab-Achard zur Jungen Union in Obertshausen, deren Vorsitz sie später übernimmt. Auch auf Kreisebene engagiert sie sich bald. „Das hat für mich damals sehr gut gepasst, man trifft sich mit Freunden und beschäftigt sich gemeinsam mit Politik, hat Spaß an der Sache“, erinnert sie sich an die Anfangszeit. Der Spaß – etwa beim Organisieren von gemeinsamen Veranstaltungen und dem Austausch untereinander – ließ sie dranbleiben. „Klar waren und sind auch wir nicht in allem immer einer Meinung, aber die gemeinsame Linie stimmt“, sagt sie.

Gleiches gelte auch für die CDU für die Sabrina Grab-Achard seit der aktuellen Legislaturperiode in der Stadtverordnetenversammlung sowie im Kreistag sitzt. Ihr Antrieb: „Wir müssen weg vom ,Das haben wir schon immer so gemacht‘. Das Damals interessiert gerade die jüngeren Wähler wenig.“ Diese erwarteten zu Recht Antworten für die Fragen unserer Zeit. „Das haben wir verstanden“, ist sie sich sicher. „Sowohl die CDU als auch ihre Mitglieder haben sich über die Jahre verändert, weiterentwickelt. Unsere Aufgabe ist es, dass auch den Jüngeren mitzugeben und zu vermitteln.“

„Natürlich sind dabei unsere Werte wichtig und denen bleiben wir auch künftig treu“, sagt sie. Etwa bei Thema Gewerbegebiet Birkengrund südlich der A3, dass der Stadt künftige Gewerbesteuereinnahmen sichern soll, oder der Kinderbetreuung. „Dabei geht es neben ausreichend Plätzen vor allem auch um die Qualität der Betreuung“, betont sie. Auch beim Thema Nachhaltigkeit, das für die 33-Jährige weit mehr ist, als allein der Klimaschutz. „Wir dürfen einfach nicht mehr auf Kosten zukünftiger Generationen leben“, betont Sabrina Grab-Achard. So sei es neben dem Klimaschutz, der nach ihrer Ansicht längst nicht mehr nur Grünen-Thema ist, dass die Politik auch mit den Finanzen richtig umgeht. „Daher ist beispielsweise die Schuldenbremse schon lange ein wichtiges Thema der JU gewesen“, erinnert sie. Wichtig sei es zudem, alle Altersgruppen im Blick zu haben.

Etwa beim öffentlichen Nahverkehr: „Der Hopper ist da ein gutes Beispiel“, findet Grab-Achard. Dieser bringe einen Nutzen für ältere und jüngere Fahrgäste gleichermaßen, wie die Einführung in Seligenstadt bewiesen habe. „Es muss auch nicht alles die Stadt machen, wie das Beispiel E-Ladestationen zeigt, deren Ausbau die Maingau Energie vorantreibt“, zählt sie auf. Daher sei die Entscheidung für die Stelle des städtischen Klimaschutzmanagers eine gute, um ein nachhaltiges Konzept zu erstellen. „Denn wir dürfen bei allen kleinen Bemühungen auch den Blick auf das große Ganze nicht verlieren.“

Den bekommt die gebürtige Obertshausenerin nicht nur bei ihrem ehrenamtlichen Engagement in der Politik ihrer Heimatstadt und dem Kreis, sondern auch beruflich. „Ohne Politik geht’s nicht“, sagt die 33-Jährige und lacht. So arbeitet sie in Wiesbaden als Referentin für den CDU-Landtagsabgeordneten Ismail Tipi. „Neben dem Einblick in die Landespolitik gibt es auch vieles dabei, von dem man lernen kann. Von Ismail vor allem seine Beharrlichkeit und wie wichtig es ist, ein Thema in der Diskussion zu halten.“

Politische Vorbilder? „Ein richtiges Vorbild zu benennen finde ich schwer, zumal wenn man die Person nicht persönlich kennt. Das ist bei mir eher ein Abschauen, Lernen und aus verschiedenen Dingen einen eigenen Weg machen.“ Den möchte Sabrina Grab-Achard auch als CDU-Fraktionsvorsitzende finden. Zunächst gelte es jedoch abwarten, wie die künftige Zusammensetzung der Stadtverordnetenversammlung nach der Wahl sei, und dann mit den anderen Fraktionen ins Gespräch zu gehen.

Wichtig sei es zudem für alle Parteien den Wählern Sinn und Wirkung kommunaler Politik zu vermitteln. „Ich finde, wir müssen gerade jungen Leuten mitgeben, dass man auch auf der kleinen Ebene viel erreichen kann“, betont Sabrina Grab-Achard. (Von Thomas Holzamer)

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