Sängerlust-Dank an die Verdientesten

Es lobt und ehrt ein „Opfer“

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Nadeln, Zeichen, Urkunden: Die Sängerlust ehrte Ur- und Junggesteine.

Obertshausen - Bei der Sängerlust Hausen ist der Punkt Ehrungen im Programm der Jahresabschlussfeier keine Unterbrechung von Schmaus und Plausch.

Würdig bis enthusiastisch feiern sie die kleinen Jubiläen und die treuesten und engagiertesten Kameraden, und diese gegenseitig Achtung zieht sich durch die Generationen. Ihren langjährigen Vorsitzenden Lothar Keller und dessen Stellvertreter Dietmar Picard ehrten sie am Samstagabend im Kleinkunstsaal mit stehenden Ovationen für ihre beständige und umfassende Aktivität über 60 Jahre.

Siegfried Roet, Vorsitzender des Sängerkreises Offenbach, überreichte den beiden die goldene Ehrennadel und die Urkunde des Deutschen Chorverbands. Keller-Nachfolger Harald Kiwitz zeichnete die Säulen der Chöre auch im Namen der Sängerlust aus. Er skizzierte Picard als „Mann der zweiten Reihe und der ruhigeren Töne, aber immer wachsam auf das Wohl seines Vereins bedacht“.

Sein „vorbildliches und mannigfaches Engagement“ könne kaum aufgezählt werden. Der Metzgermeister habe für die Maskenbälle seinen einstigen Kinosaal in der „Krone“ zur Verfügung gestellt und bei Fahrten und Ausflügen die Sangeskollegen mit „beachtlichen Frühstücksbüfetts“ versorgt. Dazu stellte er Fahrzeuge und Küchen-Gerätschaften zur Verfügung, kümmerte sich um Werbung, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

„Ich bin so ein Opfer für ihn“

Er war maßgeblich an der Gründung des Jungen Chors ‘84 beteiligt, sicherte ihn sogar mit einer privaten Finanzeinlage ab. „Und er motivierte Leute, sich selbst für ihren neuen Chor einzusetzen“, fuhr Kiwitz fort, „ich bin so ein ,Opfer’ von ihm!“. Auch Lothar Keller trat 1953 mit 16 Jahren der Sängerlust bei. Fünf Jahre später wurde er zum Schriftführer gewählt, nach zwei weiteren Jahren bereits zum Stellvertreter des hoch geachteten Vorsitzenden Jacob Picard.

Keller war 37 Jahre lang Vorsitzender, seit 2010 ist er nun Ehrenvorsitzender, „und nach wie vor an der Vorstandsarbeit beteiligt“. Er habe „organisiert, was immer es zu organisieren gab“, Konzerte wie „Hausen singt“, Reisen, Feste, Bälle. Er kümmerte sich um Finanzen, Spenden, Zuschüsse wie um die Geselligkeit „seiner Sänger“. Vor allem aber initiierte er den heutigen Chor ‘84 und den Jugendchor 2000, zunächst mit Sangeskollege Hardy Berlin, dann per Ausbildungsabkommen mit der Musikschule, die Peter Krausch als Chorleiter entsandte. Vor sechs Jahren folgte der Teeniechor.

Weitere Ehrungen: Die rote Ehrennadel des Hessischen Sängerbundes und die Vereinszeichen erhielt Karl Wissel, der seine Stimme vier Jahrzehnte im Männerchor erhob, Günter Kowollik tut das seit einem Vierteljahrhundert. Ebenso lange sind Peter Conrad und Armin Weinmann im Chor ‘84. Annegret Keller fördert ihn über diesen Zeitraum, die einst aktiven Sänger Linus Henzler und Francisco Romero gehören dem Verein seit 60 und 50 Jahren an.

„Silber“ vom Sängerbund für zehn Jahre nahmen die Aktiven Cornelia Weber und Ulrike Picard vom Chor ‘84 entgegen, Christiane Liebhardt unterstützt diese Abteilung, Daniela Mürell und Linda Deierling fördern den Jugendchor seit 2003. 

M.

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