Schließung von Notdienstzentralen

Eklatante Verschlechterung

+

Obertshausen - Das Obertshausener Stadtparlament hat sich in die Schar der Kritiker eingereiht, die vehement gegen die von der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen geplante Schließung von Notdienstzentralen im Kreis Offenbach protestieren. Von Karl-Heinz Otterbein 

In der jüngsten Sitzung der Stadtverordneten-Versammlung am Donnerstagabend beschlossen die Parlamentarier einstimmig eine von den Fraktionen von CDU, SPD, Bürgern für Obertshausen und Grünen sowie der FDP-Stadtverordneten Elke Kunde gemeinsam eingebrachte Resolution mit folgendem Wortlaut: „Die Stadtverordnetenversammlung fordert den Erhalt einer flächendeckenden ärztlichen Versorgung abends und an den Wochenenden und fordert die kassenärztliche Vereinigung deshalb auf, die geplante Schließung mehrerer Bereitschaftsdienstzentralen im Kreis Offenbach zurückzunehmen.”

Die geplante Schließung der Bereitschaftsdienstzentralen in Neu-Isenburg, Mühlheim, Rodgau und Dietzenbach würde zu einer weiteren eklatanten Verschlechterung der ärztlichen Versorgung im Kreisgebiet, erläuterte Anthony Giordano, der den Antrag für die CDU-Fraktion begründete. „Die Kommunen wurden vor vollendete Tatsachen gestellt“, kritisierte Giordano. „Eine Umstrukturierung des ärztlichen Bereitschaftsdienstes auf dem Rücken der Patienten wäre unzumutbar.“

Nach der Schließung der Notdienstzentrale in Oberts-hausen vor einigen Jahren solle nun die die für Obertshausen zuständige Bereitschaftsdienstzentrale Dietzenbach geschlossen werden. Schon jetzt sei die Anlaufstelle Seligenstadt quantitativ überfordert, so Giordano. Es gebe dann dort außer einem Hausbesuchsdienst abends und am Wochenende keine ärztliche Versorgung mehr. Dies könne so nicht hingenommen werden. Eine flächendeckende und leicht zu erreichende ärztliche Versorgung abends und an den Wochenenden sei eine wichtige kommunale Grundausstattung, auf die nicht verzichtet werden könne.

Bei diesen Patienten staunt sogar der Arzt

Medizin kurios: Bei diesen Patienten staunt sogar der Arzt

„Mit der Resolution wollen wir ein deutliches Zeichen setzen, dass wir uns die Schließung von Bereitschaftsdienstzentralen nicht gefallen lassen wollen“, sagte der Stadtverordnete. Die FDP-Stadtverordnete Elke Kunde wies darauf hin, dass es für viele Bürger längere Wege bedeuten würde, falls, wie von der KV geplant, im Kreis nur noch die Bereitschaftsdienstzentralen in Langen und Seligenstadt erhalten blieben. Dies sei nicht hinnehmbar.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare