Schnippelspaß und leckere Rezepte

In der Kochschule im Jugendzentrum steht der Nachwuchs selbst am Herd

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Petersilie hacken für den Dip: Lara (von links) Nora, Amelie und Elise macht das Kochen sichtlich Spaß.

Konzentriert rührt Nora die weiße Masse aus Joghurt und Quark in der großen Schüssel. „Und dann sind noch Pfeffer, Salz und Paprika drin“, erläutert die Zehnjährige. „Das wird ein Dip, wir wissen nur noch nicht was für einer“, ergänzt Mitstreiterin Lara.

Obertshausen – Das erfahren die Mädchen jedoch sogleich von Juz-Leiter Paul-Friedrich Popien, der die Hauptzutat mitgebracht hat: „So, den Feta-Käse könnt ihr jetzt auch klein schneiden und rein tun“, erläutert er.

Gleich mehrer Gruppen mit Kindern sind in der kleinen Küche und dem benachbarten Raum des Jugendzentrums an der Bahnhofstraße mit der Zubereitung von unterschiedlichen Snacks und Dips beschäftigt, dem Thema des Tages in der Kochschule der Ferienspiele. Das Gelernte können die Nachwuchsköche dann später daheim anwenden, im Fall der Snacks etwa für die nächste Geburtstagsparty. Popien und sein Kollege Dennis Schlunski haben für jeden Tag ein anderes Motto geplant. „Morgen kochen Omas Rezepte, dann gibt es zum Beispiel selbst gemachte Maultaschen.“ Auch Schnitzel, Kürbissuppe und Co. stehen auf dem Speiseplan für die Woche, dazu „Pumkin Pie“, Kürbiskuchen wie beim Nachwuchsmagier Harry Potter. Neben den Rezepten lernen die Kinder dabei auch viel über die verwendeten Produkte und woher diese kommen. So geht es am heutigen Nachmittag zum Beispiel in kundiger Begleitung zum Sammeln „in die Pilze“. Zum Kochduell bitten die beiden Leiter ihre Schützlinge dann zum Finale der Ferienkochschule am Freitag. Aufgeteilt in zwei Teams gilt es dann, die jeweils meisten Jurypunkte zu sammeln.

Obertshausen: Kochkurs für Kinder

Nur noch kurz muss Alisya (links) die Mischung pürieren, dann ist der Hummus auch schon fertig.

Doch bis dahin wird noch fleißig geübt, Stifte aus Gemüse schneiden zum Beispiel. Dabei zeigt Popien den Kindern, wie man das Messer richtig führt und die Finger beim Halten der Möhren leicht krümmt, sodass die Fingerkuppen vor der scharfen Klinge sicher sind. Und auch Tipps gibt’s für den Kochnachwuchs vom „Küchenchef“. „Wenn du die Knoblauchzehe erst mit der flachen Seite der Klinge etwas drückst, geht die Haut danach ganz leicht ab“, zeigt er Elisa. Die Zehnjährige schält und hackt die Zehen, probiert davon und verzieht das Gesicht. „Pur schmecken die nicht, die sind zu scharf“, lautet das Urteil. Ganz im Gegensatz zu den Stielen der Petersilie, die sie und ihre Freundin Amelie beim Kleinschneiden eifrig knabbern. „Die schmecken echt gut und wegwerfen wäre doch Lebensmittelverschwendung“, findet Elisa.

Weggeworfen werden allerdings die Verpackungen und Schalen der Zutaten. Zwischen den Arbeitsschritten kommt der Müll weg und es wird abgewischt, denn Ordnung gehört in der Küche, lernen die Kids. Wobei es sich damit ein bisschen so verhält, wie mit dem Kinderzimmer daheim. „Alles macht Spaß, außer das Aufräumen und Spülen“, konstatiert Madeline.

Doch den Spaß am Kochen verdirbt das Spülen nicht. „Ich koche auch manchmal zuhause mit meinem Papa, dann darf ich vieles auch alleine machen“, erzählt sie. Das macht auch die elfjährige Alisya gerne. Ich schau meiner Mama zu und helfe, und beim nächsten Mal versuche ich es dann alleine“, sagt sie und probiert ein wenig von der Mischung vor sich. Aus Kichererbsen, Sesampaste und Gewürzen bereitet sie mit ihrer Gruppe Hummus zu.

Nachdem alle Zutaten in der Schüssel gelandet sind, wird deren Inhalt noch fein püriert, während nebenan beim Backofen die Jungs der Gruppe mit Dennis Schlunski gemeinsam Zwiebeln und Speck für die Flammkuschen schneiden. Und deren Duft lockt später alle jungen Köche an den Tisch – umsonst haben sie schließlich nicht gekocht.

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