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Schriftsteller Christof A. Niedermeier liest im Nachtwächter aus seinem Krimi

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Im Bann des Autors: Die Gäste im Nachtwächter lauschen den Erzählungen von Autor Christof A. Niedermeier.
Im Bann des Autors: Die Gäste im Nachtwächter lauschen den Erzählungen von Autor Christof A. Niedermeier. © Prochnow

Für seinen neuen Krimi „Tod auf dem Main“ hat Autor Christof A. Niedermeier ausführlich recherchiert. Eine Kostprobe des Ergebnisses gab es im Nachtwächter in Obertshausen

Obertshausen – Zwischen Fleisch und Edelpilzen serviert Christof A. Niedermeier beim Krimi-Dinner seinen jüngsten Roman „Tod auf dem Main“ im Restaurant „Nachtwächter“.

Der Autor, blaues Hemd, Brille und Dreitage-Bart, sitzt an einem Solo-Tischchen auf dem Gang und unter dem offenen Gebälk des Restaurants, ein Roséwein und ein Glas Wasser in Reichweite. Rechter Hand steht eine elegante Tischlampe und sein Ohr ziert ein Headset-Mikrofon.

Wichtigstes Utensil ist ein Ordner, in dem fotokopierte Seiten aus dem Buch und Stichworte zu seinen Erläuterungen ordentlich in Klarsichthüllen abgelegt sind. Niedermeier liest immer wieder fein ausgewählte Passagen vor und hält sich streng an sein Konzept.

Otto Keller wacht neben einer Leiche auf

Und das sieht jetzt die Erläuterungen zu seiner Recherche vor. „Um die Szenen möglichst authentisch darstellen zu können, wollte ich mit der Mannschaft auf einem Rheinschiff mitfahren“, beginnt er. Doch, „das erlauben nur ganz wenige Kapitäne, und die Plätze sind sehr begehrt“, weiß der Schriftsteller. Dann kam auch noch die Corona-Pandemie dazwischen, sodass überhaupt kein Fremder die Kähne betreten durfte. Also hat sich Niedermeier, der seine Protagonisten zunächst im Rhein-Main-Gebiet handeln lässt, über andere Kanäle über das Leben auf Wasser schlau gemacht.

Das Ergebnis: Der Schiffer Otto Keller gerät nach einer durchzechten Nacht in Frankfurt unter Mordverdacht. Er ist auf dem Frachter eines Kollegen neben dessen Leiche aufgewacht. Der junge Küchenchef Jo Weidinger zögert keine Sekunde. Er glaubt an die Unschuld seines Freunds und heuert auf dem Tatort-Frachter an, um zu erfahren, was tatsächlich geschehen ist.

„Seitdem es Schiffsradar gibt, sind die Kähne rund um die Uhr unterwegs“, lehrt der Schreiber. „Schichten von 14 Stunden sind an der Tagesordnung“, besonders für die selbstständigen Partikuliere. Der Arbeitsplatz sei zugleich Lebensraum, vermittelt er seinem rund 50-köpfigen Publikum anschaulich.

Zuhörer zeigen sich begeistert

Präzise beleuchtet er auch die Branche der Auftragsmörder in Amsterdam. Sie legen für 3000 bis 5000 Euro einen Menschen um, erklärt Niedermeier trocken. Seit dem Ausbruch des Drogenkriegs 2012 haben die niederländischen Behörden 178 Auftragsmorde registriert, viele Gefechte werden auf offener Straße ausgetragen.

„Das ist schon meins“, resümiert eine ältere Dame am Tisch in der Ecke. Ihre Freundin bewundert den hohen Wissensschatz des Buchautors, „nur manchmal ist es ein bisschen langatmig. Zum Hauptgang erzählt Niedermeier von entschlüsselten Polizei-Codes, Folter in schalldichten Verhörräumen, den Einsatz von Zangen für Finger und Zehen ....

Gastgeber Markus Schmid und sein Team servieren zunächst einen Salat. Dann kommen Schnitzel mit Semmelknödel, Möhren und Edelpilzen. Das Dessert bildet ein Schokoladen-Tarte. „Bücher und Büfett - das geht immer“, bestätigt Buchhändlerin Anja Sauer, die den Abend organisiert hat. Einige Teilnehmer haben das Buch schon gekauft, die meisten erwerben am Büchertisch am Tresen verschiedene Bände. (Von Michael Prochnow)

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