Von Schubertmesse bis Spirituals

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Sein Jubiläumsjahr eröffnete der Volkschor Germania mit einem Neujahrskonzert in der Herz-Jesu-Kirche.

Obertshausen ‐ „Singen ist Balsam für die Seele“ – so lautet das Motto des Volkschors Germania. Seit nunmehr 135 Jahren bemüht sich der Gesangverein, eben diesen Balsam möglichst reichhaltig an die Obertshäuser Bevölkerung zu verteilen. Von Simon Broll

Auch im Jubiläumsjahr ließen die Sängerinnen und Sänger nur wenig Zeit verstreichen, bis sie zu ihrer ersten Aufführung einluden. In der Herz-Jesu-Kirche an der Bahnhofstraße boten die beiden Vereinschöre ein Neujahrskonzert an und begeisterten das zahlreich erschienene Publikum mit einem abwechslungsreichen Programm. Damit die geistlich geprägte Veranstaltung ein möglichst breit gefächertes Musikrepertoire aufweisen konnte, hatte der Volkschor Germania auch diesmal wieder befreundete Chöre und Solisten eingeladen. So bereicherten neben dem Organisten Wendelin Röckel auch das Doppelquartett Friedberg-Fauerbach und der Gesangverein Humoria Bürgel das zweistündige Konzert. Außerdem brachte die Obertshausenerin Victoria Anton Sopranstücke dar und wurde dabei vom Violinisten Stefan Weber begleitet.

Die Obertshäuser Sopranistin Victoria Anton bereicherte das Konzert mit Solobeiträgen.

Als besonderes „Geburtstagsgeschenk“ hatten die Germania-Sänger zudem den Evangelischen Posaunenchor Obertshausen sowie den Frankfurter Chor der Gesellschaft Possev eingeladen, der russische Kirchenlieder vortrug. Auf diese Weise wurde von Gesangsdarbietungen aus der Schubertmesse über südafrikanische Volksweisen und Spirituals bis hin zu Orgelimprovisationen für jeden Besuchergeschmack ein passendes Werk parat.

Das Publikum bedankte sich auf seine Weise für das liebevoll konzipierte Konzert unter der Gesamtleitung von Musikdirektor Damian H. Siegmund und belohnte die 90 Musikerinnen, Musiker, Sängerinnen und Sänger mit lang anhaltendem Applaus. Hausherr Pfarrer Norbert Hofmann fand ebenfalls viele Worte des Lobes für den gastgebenden Volkschor. Und da der Jubiläumsverein solch großen Zuspruch von Seiten der Bevölkerung erfuhr, bedankte er sich auf seine Weise, indem er einen Teil der Spendeneinnahmen des Konzertes an ein soziales Projekt weitergibt: Mit den Einnahmen will die Germania den „Kinder-Kleider-Korb“ der Kolpingfamilie Obertshausen unterstützen.

Für Juli traditionelles „Singen am Rathaus“ geplant

Wer sich dem Volkschor anschließen möchte, der ist nach Angaben der Vereinsvorsitzenden Dagmar Kreis immer herzlich willkommen. Der Gesangverein befinde sich ständig auf der Suche nach Nachwuchs, um den Männer- und Frauenchor mit jungen kräftigen Stimmen zu bereichern, so Dagmar Kreis. Die Proben beider Gruppierungen finden jeden Dienstag im Seitenflügel des Rathauses Beethovenstraße statt. Der Frauenchor „musica querbeet“ trifft sich immer von 18.30 bis 20.30 Uhr zum gemeinsamen Singen, der Männerchor übt im Anschluss. „Bei uns muss man nicht vorsingen und Notenkenntnisse sind auch nicht erforderlich“, meinte die Vorsitzende. Entscheidend sei die Freude am Singen.

Diesen Spaß an der Musik wird der Volkschor noch einige Male im Jubiläumsjahr vermitteln. So ist unter anderem im Juli das traditionelle „Singen am Rathaus“ geplant. Außerdem wird im September im Museum „Karl-Mayer-Haus“ ein Gedicht- und Musiknachmittag mit dem Titel „Rebensaft und Ohrenschmaus“stattfinden.

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