Schulnote vier

Klima-Test des ADFC findet Obertshausen „ausreichend“

Der Klima-Test des ADFC will das Klima für Radfahrer ermitteln. Symbol
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Der Klima-Test des ADFC will das Klima für Radfahrer ermitteln. Symbol

Seit 1998 führt der Allgemeine Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) mit Hilfe von Kooperationspartnern in Abständen von in der Regel zwei Jahren den sogenannten Klima-Test durch. Hierbei handelt es sich um eine große, nicht repräsentative Umfrage mit dem Ziel, das „Fahrradklima“, also die Fahrradfreundlichkeit von deutschen Städten und Gemeinden zu messen, sie nach diesem Kriterium zu klassifizieren und Veränderungen im Zeitverlauf festzustellen.

Obertshausen – Nun hat der ADFC die Testergebnisse für das Jahr 2020 vorgelegt, bei dem die Stadt Obertshausen mit der Schulnote 4,0 nicht befriedigend abschneidet. Mit dieser Note nimmt Obertshausen den 231. Platz in der Ortsgrößenklasse 20.000 bis 50.000 Einwohner ein, in der insgesamt 415 Kommunen erfasst wurden.

Als Stärken der Stadt weist der Klimatest sowohl das Werben für das Fahrradfahren, die Mitnahme der Räder im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) sowie die Medienberichte aus. Aber die Stadt wird auch aus Sicht des ADFC dafür kritisiert, dass es keine öffentlichen Fahrräder gebe oder dass es an einer frühzeitigen Förderung fehle. Wichtig ist jedoch zu erwähnen, dass es sich bei dieser Umfrage um keine repräsentative Studie handelt. Insgesamt haben lediglich 58 Personen an der Umfrage des Klima-Tests teilgenommen.

Trotzdem bietet der Test Fahrradfahrern die Möglichkeit, auf ihre Themen und Bedürfnisse aufmerksam zu machen. Daher beinhaltet die Umfrage auch die Chance, die persönliche Relevanz der einzelnen Themen anzugeben. Hier standen bei den Befragten besonders die Akzeptanz als Verkehrsteilnehmer, die Konflikte mit Kraftfahrzeugen sowie das Sicherheitsgefühl ganz oben auf der Agenda. Die letzten beiden Punkte wurden mit der Schulnote 4,1 bewertet. Zwar fällt die Akzeptanz mit der Note 3,8 besser aus, kann aber nicht als „gut“ bezeichnet werden.

Für Stefan Janke, verkehrspolitischer Sprecher des ADFC Rodgau, liegt die schlechte Bewertung an der Frustration der Menschen. Der ADFC Rodgau betreut neben Rodgau auch die Kommunen Heusenstamm und Obertshausen, da diese selbst über keinen Ortsverein verfügen. „Man merkt, dass sich in Obertshausen seit Jahren nichts getan hat“, fasst er zusammen. „In den 90ern wurde in den Radverkehr investiert. Seither ist nicht viel passiert. Und nun muss die Stadt etwas tun, um wieder dem Motto Obertshausen fährt Rad gerecht zu werden.“

Janke sei jedoch klar, dass Obertshausen eine verkehrstechnisch schwierige Kommune sei. „Es gibt zwei natürliche Begrenzungen. Eine ist die S-Bahn, die andere die B448. Das macht es auch für die Radfahrer nicht einfach.“ Nach Ansicht von Janke fehle es in Obertshausen vor allem an einer klaren Vision. „Es fehlt ein wirkliches Konzept für eine zukunftsfähige Mobilität.“ Auch wenn der Klima-Test nicht repräsentativ ist, so könnte er für die Kommune doch der Stein des Anstoßes sein, das Leben einiger Radler doch ein klein wenig zu erleichtern. (Von Jan Max Gepperth)

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