Schutz für bedrohte Pflanzenarten

Start der Pflegearbeiten an Obertshausens Naturschutzgebiet Seggenried

Mit dem Bagger werden die jungen Bäume samt Wurzel aus dem Boden gezogen.
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Mit dem Bagger werden die jungen Bäume samt Wurzel aus dem Boden gezogen.

Schützen, pflegen und erhalten – seit vielen Jahren kümmern sich die Aktiven des Naturschutzbundes (NABU) um schützenswerte Biotope im Stadtgebiet – allen voran das Naturschutzgebiet Gräbenwäldchesfeld am Rande des Stadtteils Hausen. Zu tun gibt es für die Ehrenamtlichen in der Regel genug, so auch aktuell wieder.

Zwischen dem Gräbenwäldchesfeld und der benachbarten Bundesstraße 448 befinde sich mit dem Seggenried einer der ökologisch wertvollsten Lebensräume in Obertshausen, erläutert Obertshausens NABU-Vorsitzender Peter Erlemann.

Betreut und gepflegt wird dieses ebenfalls seit mehr als 20 Jahren von den Naturschützern. So auch wieder in diesem Jahr, in dem nach der Sanierung des Areals im Jahr 2016 nun verschieden Pflegemaßnahmen notwendig wurden. Zahlreiche bis zu zwei Meter hohe Pappel- und Espentriebe waren in den vergangenen Jahren aufgewachsen und drohten durch ihren Wuchs auf Dauer, die dort beheimatete und gefährdeten Pflanzenarten zu verdrängen.

Eine Entwicklung, die die Naturschützer mit Sorge beobachteten. Schließlich gedeihen im Seggenried zahlreiche seltene und gefährdete Arten wie Schwertlilie, Schwanenblume, Blasen-Segge und Dreizahn, zählt Erlemann auf. Insgesamt 219 verschiedene Blütenpflanzenarten habe der NABU dort festgestellt, von denen 14 auf der Roten Liste und neun weitere auf der Vorwarnliste aufgeführt sind. „Erfassungen der Schmetterlinge ergaben 403 Arten, von denen 45 geschützt sind und 28 auf der Roten Liste geführt werden“, ergänzt er.

Bei der Pflege der Biotope sind die Ehrenamtlichen regelmäßig auch auf die finanzielle und technische Unterstützung seitens der Stadt und des Kreises Offenbach angewiesen.

So habe in aktuellen Fall Letzterer die notwendigen Arbeiten ausgeschrieben und aus dem sogenannten Ersatzgeld finanziert, erläutert Erlemann. Zum Einsatz kam dabei ein eigens ausgerüsteter Bagger des ausführenden Unternehmens aus Altenstadt. Dieser ist mit speziellen Moorketten bestückt, die den empfindlichen Boden schonen. Mit Hilfe der Maschine wurden die jungen Bäume samt Wurzel herausgezogen sowie die Wiesenfläche und das Seggenried mit einem bodenschonenden Mähroboter gemäht.

Für den Sommer seien dann Kontrollen weitere Pflanzenarten wie des Springkrauts geplant, die in die Feuchtzone eingedrungen sind. „Zum Abschluss der diesjährigen Pflegemaßen sollen schließlich im Herbst nochmals Gehölze gezogen werden“, sagt der NABU-Chef. (Von Thomas Holzamer)

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