Schwarz-Rot setzt sich durch

Der Kuchen wird größer

Obertshausen - Nach der Wahl ist vor der Wahl: In der konstituierenden Sitzung des Stadtparlaments mussten viele Posten neu vergeben werden. Auch der mächtige Magistrat ist nun komplett. Von Rebecca Röhrich 

Der neue Magistrat mit Bürgermeister Roger Winter und Stadtvorsteherin Julia Koerlin.

Bekanntes Spiel, neue Karten: Obertshausens Stadtverordnetenversammlung hat ihre erste Sitzung nach der Kommunalwahl für die Neusortierung der Machtverhältnisse genutzt. Zur Stadtverordnetenvorsteherin wählten die Volksvertreter die Sozialdemokratin Julia Koerlin. Schlussendlich sprachen sich in geheimer Wahl sieben Stadtverordnete gegen die Medizinerin aus. Sprich: Auch aus dem Oppositionslager gab es Zustimmung für die Kandidatin der Großen Koalition, die mit 15 Sitzen der CDU und acht der SPD 23 Mandate vereint. Koerlins Vorgängerin im Amt, Heide Heß (CDU), ist jetzt eine der Stellvertreterinnen. Die Verteilung der anderen Posten verbrauchte viel Zeit, aber wenig Nerven. Nur der häufige Wunsch von Rudolf Schulz, Fraktionschef der „Bürger für Obertshausen“ (BfO), nach geheimen und somit schriftlichen Wahlen sorgte für Unmut bei den Abgeordneten von SPD, CDU und FDP.

Um zwei zusätzliche Posten bemühte sich die Große Koalition. Schwarz-Rot beschloss, die Mitgliederzahl des vor den politischen Gipfeltreffen mit fast allen Anträgen befassten Haupt- und Finanzausschusses von zehn auf zwölf zu erhöhen (wir berichteten). Die neuen Partner begründeten diesen Schritt mit dem „erhöhten Arbeitspensum“, beispielsweise mit der Herausforderung Haushaltskonsolidierung, die auf den Ausschuss zukäme. Die Belastung solle auf „mehr Schultern“ verteilt werden, unterstrich SPD-Fraktionsvorsitzender Manuel Friedrich.

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Diese Argumente waren für die Opposition nicht einsichtig. „Nur CDU und SPD profitieren von dem Vorschlag“, kritisierte Schulz. Klaus-Uwe Gerhardt, Fraktionschef der Grünen, sah das ähnlich. Der Antrag sei sachlich und inhaltlich nicht begründet.

Letztlich stimmten CDU, SPD und FDP für die Ausdehnung, Grüne und BfO dagegen. Die Magistratswahl lief zur vorgerückten Stunde ohne Probleme ab. Die Besetzung der parlamentarischen Fachausschüsse folgt.

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