Michael Möser soll Erster Stadtrat werden

CDU und SPD einigen sich auf Große Koalition

Obertshausen - Eine Große Koalition zwischen CDU und SPD wird künftig die Geschicke der Stadt leiten. Von Rebecca Röhrich 

Julia Koerlin (SPD)

Die Parteien sind sich einig geworden – auch was die Aufteilung der Posten betrifft: Der Christdemokrat Michael Möser soll Erster Stadtrat, Sozialdemokratin Julia Koerlin Stadtverordnetenvorsteherin werden. Lange wurde spekuliert, wie es politisch in Obertshausen weitergehen soll. Jetzt steht fest: die Zukunft ist schwarz-rot. Gestern haben sich CDU und SPD auf eine Große Koalition geeinigt, denn vorgestern gab die SPD-Basis dem Vorhaben ihren Segen. Die CDU hatte sich zeitgleich mit ihren Gremien und dem Vorstand zusammengesetzt - keine Einwände. „Die Koalitionsgespräche waren sehr konstruktiv“, sagt CDU-Fraktionschef Anthony Giordano. Man sei sich in allen wichtigen Punkten einig geworden. Auch was die Ämterverteilung anbelangt, herrsche zwischen Rot und Schwarz Konsens. Bei einem Verhältnis von 15 Sitzen für die CDU und 8 Sitzen für die SPD sei das Amt des Ersten Stadtrats der stimmenstärkeren Fraktion zu überlassen, erklärt SPD-Vorsitzender Helmut Hiepe. So schlägt die CDU Michael Möser für den zweiten hauptamtlichen Posten an der Spitze der Stadtverwaltung vor.

Michael Möser (CDU)

Bisher war Möser Fachbereichsleiter für Soziales im Rathaus. Nun wird das langjährige CDU-Mitglied Wahlbeamter. Den Sozialdemokraten bleibt somit das Recht auf die Besetzung des Stadtverordnetenvorsteherstuhls. Da soll Julia Koerlin Platz nehmen. Sie ist Ärztin und Leiterin des sozialpsychiatrischen Dienstes beim Fachdienst für Gefahrenabwehr und Gesundheitszentrum Dietzenbach. Seit der Kommunalwahl hatte in der Polit-Landschaft jeder mit fast jedem über eine Zusammenarbeit verhandelt. Die CDU hatte offen auch über eine Koalition mit den Grünen nachgedacht. Allerdings wäre die Mehrheit dann eine zu knappe gewesen (wir berichteten). Mit der SPD, sagt Fraktions-chef Giordano, sei indes eine stabile Regierung möglich. Außerdem habe es sachlich und inhaltlich etwas besser gepasst. Die „Bürger für Obertshausen“ seien aufgrund des noch nicht lange zurückliegenden Zerwürfnisses mit den Christdemokraten nach der Bürgermeisterwahl 2014 keine Option für eine erneute gemeinsame Regierung gewesen.

Wie bei der Personalfrage sei man sich auch in inhaltlichen Fragen schnell einig gewesen. So solle möglichst schnell die Einrichtung eines neuen Jugendzentrums angegangen werden. Auch die Pläne für ein Mehrzweckgebäude am Obertshausener Kerbplatz nahe der Sonnentauschule sollen umgesetzt werden. Wichtig sei beiden Partnern auch die Frage, wie es mit dem Rathaus in der Schubertstraße weitergehen soll. Da solle eine repräsentative Umfrage den Bürgern die Möglichkeit geben, ihre Vorstellungen zu einem konkreten Thema zu äußern. Denn bei der Entscheidung, ob der energetisch kaum zu rettende Verwaltungsbau an der Schubertstraße saniert oder ein neues Gebäude gebaut werden soll, sollen die Obertshausener mitreden.

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Die Idee so einer Bürgerbefragung sei bei den Koalitionsverhandlungen ein wichtiger Punkt für die Sozialdemokraten gewesen. „Wir wollen die Menschen in Entscheidungsprozesse mit einbinden“, sagt Hiepe. Er hoffe, mit dieser neuen Strategie der weit verbreiteten Politikverdrossenheit entgegenzuwirken. In diesem Sinne könnten sich die Obertshausener auch konkret äußern, wie es mit dem Friedhof am Frankfurter Weg weitergehen soll. Dort sollen bekanntlich nur noch bis zum Jahr 2025 Bestattungen möglich sein. Ihr erstes Versprechen haben die Koalitionspartner schon erfüllt: Sie sind sich vor der ersten Sitzung des Stadtparlaments einig geworden. Der Koalitionsvertrag wird morgen unterschrieben.

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