Sensibilisieren und Chancen aufzeigen

Merten Kuhl ist Obertshausens neuer Klimamanager

Klimamanager Merten Kuhl verzichtet wenn möglich aufs Auto und tritt lieber in die Pedale.
+
Klimamanager Merten Kuhl verzichtet wenn möglich aufs Auto und tritt lieber in die Pedale.

Er will Bewusstsein schaffen, Chancen aufzeigen und dabei mit gutem Beispiel vorangehen: Merten Kuhl ist Obertshausens neuer Klimamanager. Seit Anfang des Monats ist der 33-jährige im Dienst der Stadt. Langweilig dürfte es dem Norddeutschen, der seinen Lebensmittelpunkt für den neuen Job in die Kleinstadt mit Herz verlagert hat, dort nicht, gibt es doch viel zu tun für ihn.

Obertshausen – „Derzeit bin ich dabei, mir erst mal einen Überblick zu verschaffen, was es in Obertshausen in Sachen Klimaschutz bereits gibt und welche Projekte schon angestoßen wurden“, berichtet er von seinen ersten Tagen. Auch mit einigen Ansprechpartnern aus Wirtschaft und Politik habe es bereits erste Gespräche gegeben.

Die Hauptaufgabe des Klimamanagers, der nach seinem Bachelorabschluss ein Masterstudium „Nachhaltiges Wirtschaften“ absolviert hat, besteht darin, ein Klimaschutzkonzept für Obertshausen aufzustellen. Dabei spielen vor allem die Energie- und Treibhausgasbilanz eine Rolle. Ziel sei es, aufzudecken, in welchen Bereichen wie viele Treibhausgase ausgestoßen werden und wie groß das Einsparpotenzial ist. „Danach folgt die Erarbeitung geeigneter Maßnahmen, die zu einer Reduzierung der Emissionen führen sollen“, erläutert Merten Kuhl. Dabei soll das Konzept nicht allein der Verwaltung als Orientierung dienen, sondern auch den Einwohnern der Stadt. Denn, so betont der 33-Jährige: „Der Klimaschutz ist ein Thema, das uns alle betrifft und erfordert deswegen auch den Einsatz von allen.“ Dabei zähle auch jeder noch so kleine Beitrag. „Das erfordert ein Aufbrechen von Gewohnheiten, ein bewusstes Ändern von Routinen sowie die Bereitschaft, etwas für die Umwelt und die Gesellschaft zu tun“, erläutert er.

Tipps und Beispiele, wie sich Klimaschutz in alle Bereiche des Alltags integrieren lässt, will Kuhl unter anderem in Workshops geben, bei denen sich auch die Bürger mit ihren Ideen einbringen können. Wichtig ist dem Klimamanager dabei vor allem, die Menschen für das Thema zu sensibilisieren. „Ich möchte nicht mit dem erhobenen Zeigefinger durch die Gegend laufen und alles verbieten, was Kohlenstoffdioxid verursacht, sondern vielmehr ein Bewusstsein schaffen, wo sich im persönlichen Bereich der Kohlenstoffdioxid-Ausstoß reduzieren lässt“, erläutert er. „Ich bestelle ungern Sachen übers Internet, sondern versuche, alles von umliegenden Geschäften zu besorgen, und überlege mir gut, welche Produkte ich anschaffe“, sagt Merten Kuhl und gibt damit auch gleich ein paar Tipps mit auf den Weg.

Ein großes Einsparpotenzial im Alltag liege bei der Mobilität, weiß der Experte. Denn gerade bei der Fahrt mit dem Auto werde eine Menge Kohlendioxid ausgestoßen – rund 40 Prozent des CO2-Ausstoßes in Deutschland. Daher gelte es etwa, Ideen zu entwickeln, damit es für die Bürger attraktiver werde, das Auto öfter stehen zu lassen. „Zum Beispiel mit einem guten und sicheren Radwegenetz“, erläutert Merten Kuhl. Auch an dieser Stelle will der 33-Jährige mit gutem Beispiel voran gehen und ist in Obertshausen ausschließlich mit dem Rad unterwegs oder nutzt den öffentlichen Nahverkehr. „Ein Auto besitze ich gar nicht“, erzählt er und findet es gut, dass das Carsharing-Angebot der Maingau Energie GmbH in der Stadt rege genutzt wird. „Das ist eine gute Lösung, wenn man zwischendurch doch mal ein Auto braucht.“ Beim Radeln im Ort ist ihm auch schon das ein oder andere aufgefallen, was sich in Obertshausen noch radfreundlicher gestalten ließe.

„Ich bin davon überzeugt, dass Merten Kuhl frischen Wind in den kommunalen Klimaschutz bringen wird und Maßnahmen aufzeigen wird, die das Bewusstsein in der Bevölkerung erhöhen“, freut sich Bürgermeister Manuel Friedrich.  (thh)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare