Servicestelle „Besser Älter Werden“

Ein Ohr für Sorgen und Nöte

+
Seit einem Jahr ist die Servicestelle „Besser Älter Werden“ Anlaufpunkt für viele Ratsuchende. Bürgermeister Roger Winter (links) und Fachdienstleiter Daniel Kettler ziehen eine positive erste Bilanz.

Obertshausen - Ein Jahr ist es her, dass sich die Türen der Servicestelle „Besser Älter Werden“ zum ersten Mal geöffnet haben. Nun zieht das Team um Fachdienstleiter Daniel Kettler eine erste Bilanz. Von Thomas Holzamer 

Informationsbörse, Beratungsstelle und manchmal auch einfach ein Platz für Menschen, die ein offenes Ohr suchen – die Servicestelle Besser Älter Werden im Rathaus an der Beethovenstraße feiert ihren ersten Geburtstag. Für das Team waren es zwölf ereignisreiche Monate, für die Fachdienstleiter Daniel Kettler ein durchaus positives Fazit ziehen kann. „Unser Ziel vor einem Jahr war, mit der Servicestelle einen niedrigschwelligen Zugang zu Informationen, Angeboten, uns Serviceleistungen in und um Obertshausen zu schaffen“, erinnert er sich. Dies sei dem Team gelungen, ist er sich sicher.

Allein rund 1000 mal haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Ratsuchenden erfolgreich bei Anträgen unterstützt. Am wichtigsten sei jedoch stets das persönliche Gespräch, weiß Kettler. Denn so unterschiedlich die Menschen sind, die in der Servicestelle Rat und Unterstützung suchen, so vielfältig sind auch ihre Probleme: Vom entflogenen Vogel über die Ehekrise im hohen Alter bis hin zur drohenden Privatinsolvenz erstrecken sich die Themen. „Manchmal reichen wir ein Antragsformular, manchmal einen Flyer – manchmal aber auch ein Taschentuch zum Tränen trocknen“, beschreibt der Fachbereichsleiter. Neben den offen gestalteten Räumen verfügt die Servicestelle auch über ein separates Büro für Einzelgespräche. Für diese wählen Kettlers Mitarbeiter aber immer öfter die angrenzende Küche. „Die schafft einen behaglichen Rahmen mit einer besonderen Atmosphäre“, erzählt er.

In viele Fällen helfe bereits ein offenes Ohr, in den anderen versucht das Team – auch im Austausch mit Trägern und Vereinen eine Lösung des Problems zu finden, oder den Ratsuchenden Wege aufzuzeigen. Das stelle oft eine besondere Herausforderung an die Fachlichkeit. Wo das Team der Servicestelle nicht weiterhelfen kann, kommt der Kontakt zu den Trägern und Verbänden in der Umgebung zum Tragen. Gemeinsam versuche man, vorhandene Ressourcen zu nutzen. „Die Zusammenarbeit funktioniert gut und das wollen im kommenden Jahr noch weiter ausbauen“, sagt Kettler.

Eines der Themen, die die Männer und Frauen der Servicestelle häufiger erleben, ist die Angst vor der Altersarmut. Vor allem die finanzielle Umstellung beim Übergang zwischen dem Berufsleben und der Rente beschäftigt viele Ratsuchende. Nicht selten seien es auch Angehörige, die anfragten, erläutert er.

Schlaue Technik im Haus für Ältere

Ebenso gehe es oft um den Einstieg in die Pflege. Gerade an dieser Stelle sei der Beratungsbedarf nicht zuletzt seit der Änderung des gesetzlichen Rahmens erheblich gestiegen. Vor allem der bürokratische Aufwand rund um die nötigen Anträge sei für viele Betroffene schwierig.

Auch Wohnkonzepte fürs Alter werden zunehmend nachgefragt. So machen sich immer mehr Menschen Gedanken darum, wo und wie sie im Alter wohnen können. „Was sich ändert ist die Familiensituation“, beschreibt Kettler. Oft wohnen Angehörige weit weg und es ist niemand da, der sich kümmern könnte.

„Der Höhepunkt des ersten Jahres war sicherlich die Vortragsreihe zum Thema Demenz, die sehr gut angenommen wurde“, erläutert Bürgermeister Roger Winter. Die sechsteilige Vortragsreihe in Zusammenarbeit mit der Leitstelle des Kreises Offenbach habe deutlich gemacht, wie groß der Bedarf an Informationen und Austausch bei Themen wie Betreuung, Pflege und den Zuständigkeiten sei. „Viele Angehörige sind danach noch geblieben und es fand ein reger Austausch untereinander statt“, freut sich Daniel Kettler über den Erfolg der Reihe. Auch für die Zukunft plant das Besser-Älter-Werden-Team Informations- und Bildungsangebote zu verschiedenen Themen.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare