Sichere Anlaufstelle für Kinder

Schildkröte Paule ist ein Symbol für Sicherheit und Geborgenheit

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Oliver Spahn (links) und Bürgermeister Roger Winter (Zweiter von rechts) begrüßen die neuen Partner des Kinderhilfsprojekts aus dem Stadtteil Obertshausen.

Obertshausen - Seit rund 15 Jahren bietet das Kinderschutzprojekt Schildkröte Kindern einen Ort, an dem sie im Notfall Hilfe und Schutz finden. Was anfangs als Kita-Initiative in Hausen begann, hat sich zum stadtübergreifenden Projekt mit über 100 Partnern entwickelt. Von Thomas Holzamer

Kindern eine sichere Anlaufstelle bieten – das ist das Ziel des Kinderschutzprojekts Schildkröte. Das ursprünglich von Erziehern der Kita Rodaustraße ins Leben gerufene Projekt hat sich zum Ziel gemacht, Kinder auf Gefahren vorzubereiten, die es im öffentlichen Raum gibt und ihnen in Notsituationen einen Ort zu bieten, an dem sie Hilfe suchen können. Fühlen sich Kinder auf der Straße von anderen Kindern oder von Erwachsenen bedroht oder brauchen Schutz und Unterstützung, zeigt ihnen ein Aufkleber mit der freundlichen Schildkröte Paule und dem Slogan „In meinem Haus bist du sicher“, an welchem Ort sie Hilfe bekommen.

„Das Symbol der Schildkröte mit ihrem starken Panzer symbolisiert für die Kinder Schutz und Sicherheit“, erläutert Oliver Spahn von der Kinder- und Jugenförderung der Stadt Obertshausen. Er betreut das Projekt und kümmert sich seit dem erfolgreichen Start in Hausen, wo alles begann, auch um die Gewinnung von Partnern im Stadtteil Obertshausen. Mehr als 100 – vom Einzelhandelsgeschäft über Gastronomiebetriebe bis hin zu öffentlichen Einrichtungen – konnten bisher von der Kinder- und Jugendförderung gewonnen werden.

Eines der neuen Partnergeschäfte im Stadtteil Obertshausen ist der Büchertreff von Reinhard Kratz-Küchler (links). Oliver Spahn befestigt das Schildkröten-Logo an der Ladentür.  

Sie alle fungieren als „Schildkröteninseln“ und bieten den Kindern im Bedarfsfall zunächst einmal Schutz. Zudem verfügt jede Schildkröteninsel über ein Notfall-Kit, unter anderem die Telefonnummern sämtlicher Obertshäuser Kitas und Schulen beiliegen. Gerät beispielsweise ein Kind auf dem Schulweg in eine Notsituation und flüchtet sich in eines der Partnergeschäfte, kann von dort aus direkt die Schule benachrichtigt werden. Diese schickt entweder jemanden vorbei, der das Kind abholen kann, oder verständigt ihrerseits die Eltern. Zudem enthält jedes Set auch ein Puzzle, ein Bilderbuch und Malstifte, um die Wartezeit zu überbrücken.

Neben der Schaffung von Anlaufstellen kümmert sich das Projekt vor allem um die Schulung der Kinder kurz vor dem Schuleintritt in der Kita. Dabei lernen sie spielerisch, Gefahren zu erkennen oder wie sie Fremden begegnen können, die sie ansprechen. Darüber hinaus werden wichtige Informationen wie die eigene Telefonnummer und die Namen der Kita oder Grundschule auswendig gelernt. Auch die 31 Erzieherinnen und Lehrkräfte aus den teilnehmenden Kitas (sechs städtische, drei kirchliche) sowie den drei Grundschulen werden zum Programm „Kid-Power“ auf dem die Ausbildung in Schulen und Kitas basiert, geschult.

Um die neu gewonnenen Partnerunternehmen aus dem Stadtteil Obertshausen zu begrüßen, hatte die Kinder- und Jugendförderung gemeinsam mit Bürgermeister Roger Winter deren Vertreter zum Austausch in den Büchertreff geladen. „Bei uns kommen die Kids auf ihrem Weg gleich zweimal täglich vorbei“, erläutert Petra Scondo von der Maingau Energie GmbH. Als Unternehmen mit vielen jungen Beschäftigten, die selbst Kinder haben, unterstütze man das Projekt gerne. „Meine Kinder waren selbst mal in der Kita Rodaustraße“, berichtet Schuhmachermeister Andreas Jagic. Auch er habe schon das eine oder andere Mal geschlichtet, wenn sich vor Kinder vor seinem Geschäft an der Friedrich-Ebert-Straße stritten.

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