Pfarrer König feiert 75. Geburtstag

Sieben Tage unterwegs

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Viele Gäste aus Hausen durfte Pfarrer Hans-Jürgen König zum 75. Geburtstag begrüßen.

ObertsHausen - Seinen 75. Geburtstag feierte jetzt der langjährige Hausener Pfarrer, Geistlicher Rat Hans-Jürgen König. Die meisten seiner Gäste im Pfarrheim der Gemeinde St.

Johannes in seinem jetzigen Wohnort im Ortsteil Rodheim von Rosbach vor der Höhe waren Pfarrkinder seiner Wirkungsstätte, die er vor genau drei Jahren in Richtung Ruhestand verlassen hatte.

Ruhestand ist freilich eine Bezeichnung, die in die Irre führt. Pfarrer König ist nun sieben Tage pro Woche beschäftigt, hält Gottesdienste, tauft und beerdigt zwischen dem Gambacher Kreuz und dem Preungesheimer Dreieck, zwischen Schmitten und Schotten. Sein Revier ist die Wetterau, von den ersten Taunushöhen bis in den Vogelsberg, sein Job: Aushilfe.

Aber der „King“, wie ihn seine Kollegen im Dekanat Rodgau anerkennend nennen, fühlt sich wohl mit seinem neuen Arbeitspensum. Bereits im Gottesdienst zum Auftakt des kleinen Pfarrfests aus Anlass seines Jubiläums strahlte der Seelsorger. Selten beten so viele Menschen in der kleinen gelben Kirche an der Gartenstraße wie an diesem Samstagmorgen. In Gewand und Stola, die er bei seinem Abschied in St. Pius geschenkt bekommen hatte, erzählte er von Schulzeit und Elternhaus, von seiner Schwester, die ihn im Kinderwagen durch die Nachkriegszeit geschoben hat, und von seinem Entschluss, Priester zu werden. Zahlreiche Mitglieder seiner Rodheimer Gemeinde halfen im Saal, servierten Mittagessen, Imbiss, Kaffee und Kuchen.

Das Geburtstagskind hatte gebeten, keine persönlichen Geschenke zu machen. Ein paar erhielt der Priester dennoch, so ein Fotobuch mit Erinnerungen aus seinem überquellenden Terminkalender. Die Geldspenden möchte er aufteilen auf ein Missionsprojekt der Pfarrgruppe, in der er nun zu Hause ist, und eine Aktion der Hausener Katholiken, die ein Kinderkrankenhaus im nordwestindischen Bolpur unterstützen.

Hans-Jürgen König wurde am 10. Juli 1971 noch von Kardinal Hermann Volk im Mainzer Dom geweiht. Als Kaplan tat er Dienst in Bad Homburg-Ober-Erlenbach, Dieburg und Alzey, bevor ihn der Bischof in die Diaspora des Vogelsberg sandte. Von Brauerschwend aus versorgte er 29 Dörfer, musste mehr als 100 Kilometer fahren, um Katholiken in allen Orten zu erreichen. Dabei pflegte er als Dekantsjugendseelsorger die Ökumene. 1986 wurde er dann nach Hausen geschickt.

„Hans-Jürgen König sucht die Menschen auf, besonders Kranke und Alte sind ihm ans Herz gewachsen“, würdigte sein Studienkollege Dieter Giebelmann 2015 bei seinem Abschied von Hausen. „Es gibt wohl keine Klinik und kein Altenwohnheim in der Region, das er nicht kennt, keine Haustür, hinter der er nicht zu einem Jubiläum gratuliert oder Angehörige getröstet hat“, hieß es. Als Leiter des Pfarrverbands und auch als stellvertretender Dekan sei König stets um Kooperation bemüht gewesen.

Lioba Picard vom Hausener Pfarrgemeinderat lobte sein herzliches Wesen, seine Sorge und liebevollen Umgang sowie seine Menschenfreundlichkeit. Sie würdigte die „hohe seelsorgliche Kompetenz“ des Pfarrers und seine bescheidene Art. Unter seiner Ägide wurde das Pfarrer-Schwahn-Haus gebaut, ein Kreuzweg in St. Josef installiert, Glocken und eine neue Orgel in St. Pius. In der Diözese kennt man seinen Salzekuchen nach eigenem Rezept.

„Ich denke jeden Tag an Hausen“, bestätigt Hans-Jürgen König seine noch enge Verbindung. Besonders über den alljährlichen Besuch der Hausener Sternsinger freut er sich. - m

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