Üben fürs Bewerbungsgespräch

Simulation macht Jugendliche in Obertshausen fit für Job-Suche

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Probe für den Ernstfall: „Bewerber“ Kyriakos im Gespräch mit Noemi Vogel (von links), Bozica Bilobrk, Erik Schulze sowie Beate Hopf.

In Obertshausen trainieren Jugendliche mit echten Stellenausschreibungen, wie sie sich richtig bewerben. Auch der Bürgermeister ist dabei.

Obertshausen – Eine vollständige Bewerbungsmappe, ein angemessenes Auftreten und eine gute Vorbereitung sind viel wert, wenn es um die Bewerbung für den künftigen Traumberuf geht. Umso besser, wenn man den „Ernstfall“ zuvor schon einmal unter realen Bedingungen proben kann.

Das finden nicht nur die künftigen Bewerber, sondern auch Beate Hopf, Ansprechpartnerin für das Projekt „Jugend stärken in Schule und Beruf“ für Obertshausen und Mühlheim. Und so stand bereits nach der Premiere im vergangenen Jahr fest: Auch 2020 soll es wieder simulierte Vorstellungsgespräche im Rathaus an der Beethovenstraße geben.

Simulation für Job-Suche: Bewerbungsgespräch wird geübt

„Bewerbungsgespräch. Bitte nicht stören!“ – so steht es auf dem Zettel an den Zimmern im Obertshausener Rathaus. Und dahinter sind die jungen Bewerberinnen und Bewerber an diesem Tag sicherlich genauso aufgeregt wie bei einem richtigen Vorstellungsgespräch. Jeweils vier Gespräche finden zeitgleich statt. Geführt werden sie von jeweils zwei Mitarbeitern der Stadtverwaltung, die die Aktion unterstützen.

Auch Bürgermeister Roger Winter und Noemi Vogel vom Projekt „Jugend stärken“ aus dem Rodgau haben dabei den Job der Personaler übernommen. Während des 20-minütigen Gesprächs achten beide auch auf Kleidung und Ausdrucksweise der Bewerber und werfen einen Blick auf die Bewerbung und selbstverständlich das Foto. Und auch die „Personaler“, die eigentlich keine sind, haben sich auf die einzelnen Themengebiete gut vorbereitet, gehen bei ihren Fragen gezielt auf Details der ausgewählten Berufe ein.

Simulation für Job-Suche: Feedbackgespräch wie bei echter Bewerbung

Im Anschluss an die Gespräche gibt es dann, anders als bei einer echten Bewerbung, ein Feedbackgespräch. Den dezenten Hinweis, dass „Zocken“ in einer Bewerbung nicht das beste Hobby ist oder das ausgewählte Bild vielleicht doch passender auf den Beruf abgestimmt sein sollte, gibt es inklusive.

„Bei den simulierten Vorstellungsgesprächen hat keiner etwas zu verlieren – alle können nur gewinnen: Erfahrung und Sicherheit für die echten Gespräche“, erläutert Beate Hopf. „Am Ende steht im besten Fall dann eine Bewerbung, mit der sich die Jugendlichen dann tatsächlich auch bewerben können.“ Eine gute Sache, findet auch der Rathauschef. „Die Gespräche mit den Jugendlichen haben wirklich viel Spaß gemacht“, sagt Winter.

Simulation für Job-Suche: Neuntklässler bereiten sich auf Zukunft vor

Für die Aktion hat Organisatorin Hopf sich mit der Hermann-Hesse-Schule zusammengetan. Unterstützung bekam die Sozialpädagogin von Wiltrud Dümel-Eze, Berufseinstiegsbegleiterin vom Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft. Und so gab es jüngst für zwei neunte Klassen der Hauptschule jede Menge Tipps für Bewerbungen und Vorstellungsgespräche mit auf den Weg.

Zuvor galt es für die Schüler, anhand von echten Ausbildungsangeboten aus der Jobbörse der Agentur für Arbeit eine Bewerbung zu schreiben. Ausgewählt hatten die Neuntklässler unter anderem Ausbildungsplätze im Friseurhandwerk, als Hotelfachfrau, Fachkraft für Lagerlogistik oder Maler- und Lackierer, auf die sie sich „bewarben“. thh

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