Solidarität und Zusammenhalt sind gefragt

Zum Einjährigen präsentiert „Rette deinen Ort“ eine Liveshow im Internet

Moderator und Gast: Sebastian Leinweber (links) führt durch die Geburtstagsshow, Bürgermeister Manuel Friedrich steht Rede und Antwort
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Moderator und Gast: Sebastian Leinweber (links) führt durch die Geburtstagsshow, Bürgermeister Manuel Friedrich steht Rede und Antwort

Es ist nicht einfach ein Verein. Es ist ein Feuerwerk aus sprühenden Ideen, ansteckendem Engagement und professionellen Aktionen. Sein Aufruf „Rette Deinen Ort“ stieß auf ein breites Echo. Jetzt feiert der Stadtmarketing-Verein (SMO) mit 83 Mitglieder seinen ersten Geburtstag. Doch die Pandemie hat auch den Schwung der jungen Gemeinschaft ausgebremst.

Obertshausen – „Das Zwischenmenschliche fehlt“, heißt es bei der Fete, die live durchs Internet braust. 26 000 Euro habe die Gruppe an Einzelhandel und Gastronomie vermittelt, dankt Bürgermeister Manuel Friedrich für den Aufruf mit Plakaten und Handzetteln, Gutscheine der heimischen Betriebe zu kaufen und zu verschenken. Lobeshymnen stimmt auch Richard Schmitz vom Hauptsponsor Maingau Energie an: „Wir wünschen uns eine Fortsetzung, sagen Unterstützung zu und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit mit dem Stadtmarketing.“

In den Augen des Rathauschefs ist der Verein „ein wichtiger Grundstein mit viel ehrenamtlichem Einsatz“. Eismann Nicola Anrich kreiert ein spezielles Jubiläumseis und erinnert an die Zeiten, als die Kugel noch 25 Pfennig kostete. Heute biete das Dolomiti bis zu 44 Eissorten, selbst hergestellt aus Vollmilch und Sahne. „Die Qualität muss immer stimmen“, lautet das Credo. Anrich spendet dem Verein einen Bon über 444 Euro. „Wir schaffen das alle zusammen“, entgegnet er dem Virus – und fragt, wie viele Kugeln es 1976 für eine D-Mark gab. Den Gutschein über 45 Euro gewinnt Joachim „Joe“ Becker.

Einen neuen, nachhaltigen Schritt ging der Kollege Petar Duvnjak von Eis Mia. Seit Beginn der Krise beliefert er den örtlichen Edeka-Markt, dort ist jetzt das ganze Jahr Eis aus Hausen erhältlich. „Das zeigt, man muss miteinander reden“ lautet das Fazit, „manchen geht’s gut, manchen schlecht“. Solidarität und Zusammenhalt seien gefragt „und der Erfolg gibt euch Recht, ihr konntet auch die Stadtverwaltung überzeugen“, bestätigt ein Gratulant.

Als Nächstes meldet sich Corina Retzbach von „Obertshausen hilft“, die Initiative unterstützt bei Einkäufen und Behördengängen. Die Sprecherin hebt die Netzwerke hervor, die Internet-Plattform werde mittlerweile von mehreren Orten genutzt, „das schafft ein Zusammengehörigkeitsgefühl“. Im Bild taucht Friseur Boni Carrasco auf und bietet allen Frauen „Farben für die Hälfte“. Die „Rettet“-Aktion habe während der Zwangsschließung „sehr stark geholfen“. Carrasco will wissen, wie sein erster Salon hieß. Für die Lösung „Chamäleon“ erhält Andreas Will einmal „waschen, schneiden, föhnen“ für die Hälfte. Obwohl die Figaros durch die Maßnahmen gerade im Weihnachtsgeschäft „stark getroffen“ waren, habe er Rabattaktionen für Pflegekräfte und Gastronomen gestartet, sagt „Boni“. Auch die Geschäftsleute Ridouan Tifrassi und Nadine Schattner schwärmen von einer „unglaublich tollen Plattform“ und sind „total begeistert, was in so kurzer Zeit für die Heimatstadt auf die Beine gestellt werden kann“.

Das Stadtmarketing freue sich auf Aktionen und Veranstaltungen, versichert Sprecherin Sabine Hisgen. Der Verein könne das „Wirgefühl stärken“, Bindeglied zu Vereinen und Stadt sein. Sein Vorsitzender Holger Bischoff spricht von einem „Meilenstein für Obertshausen“: Die Idee begeistere „viele Leute mit einer Menge Potenzial“, und der Leiter möchte „noch viel mehr Mitglieder gewinnen“, mit frischem Wind die Stadt voranbringen, den Ort attraktiver gestalten, die Digitalisierung vorantreiben, dabei Vereine und Privatpersonen einbeziehen.

Andreas Picard und Andreas Jagic vom SMO-Vorgänger „Kreis freundlicher Fachgeschäfte“ übergeben in der Kulisse des Marktplatzes symbolisch den Staffelstab und ein Restguthaben aus der Kasse an ihre Nachfolger. Der Bürgermeister erinnert sich an viele Aktivitäten des Kreises.

Den Gutschein für eine Schnupperstunde in der Yogazeit von Christine Lorenz in der Arndtstraße bekommt „Babbscher“ Oliver Murmann, der vom Lebensmittelladen A & O geht an Angie Halassek. Im nächsten Beitrag werben Luis Galvez vom Vereinsring und Heike Lenhardt vom TV Hausen dafür, den Gruppierungen trotz Pandemie die Treue zu halten. Für viele sei die Situation schwierig, weil ihre Veranstaltungen und Einnahmen wegbrechen. „Die Mitgliederzahlen schwanken, massive Austritte beobachten wir seit der zweiten Welle, da die Angebote fehlen.“ Laut Umfrage von Stadt und Vereinsring leiden vor allem Gesangsvereine. „Bitte unterstützen sie ihren Verein weiterhin oder treten Sie bei“, werben die Repräsentanten.

Nina Scheurer erzählt, wie sie sich „in die süße Stadt verliebt“ und die „Ich liebe OBH“-T-Shirts entworfen habe. Andreas Fornauf stellt im Film den Plan einer Insektenwiese vor, Michael Becker möchte ein Repair-Cafe für Altgeräte öffnen. Den Weg zu einem lokalen Online-Marktplatz, zu City-Karte „O-Card“, Lieferdienst und Treue-Bonus-System schildert SMO-Vorstandsmitglied Anthony Giordano.

In vielen Sprachen präsentiert der versierte Moderator Sebastian Leinweber live im Studio von Sounds of Reality einen Bürgermeister, der immer wieder Mut macht. (m)

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