Helfen stärkt Selbstbewusstsein

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„Eichhörnchen Leo“ trifft am ersten Schultag auf andere Talente, Uhu, Bär und Ente.

Obertshausen - Wir wissen nicht, was der freundliche Bürgermeister gegen Bauchgrummeln empfiehlt. Mama Eichhorn rät ihrem Leo zur kleinen Ente. Der Nachwuchs des Federviehs vom See hat nämlich auch seinen ersten Schultag, und zu zweit sollte der Weg weniger Angst bereiten. Von Michael Prochnow

Mit einem Musical vom „Kleinen Eichhörnchen Leo“ stimmten die älteren Schüler 50 neue auf das Leben an der Sonnentauschule ein.

„Nehmen sie’s gelassen“, rief der dreifache Vater Bernd Roth den Müttern und Vätern in der Turnhalle zu. „Setzen Sie ihre Sprösslinge nicht unter Druck“, fuhr der Rathauschef fort und plädierte dafür, die Grundschüler Konflikte unter sich austragen zu lassen. „Dann könnt ihr sogar Bürgermeister werden“, scherzte er und hob die sehr gute Pädagogik der Grundschule am Rembrücker Weg hervor.

Seit zwei Jahren praktizieren die Lehrkräfte um Leiter Mischa Sendelbach so genannte Flex-Klassen. Sie bestehen grundsätzlich zwei Jahre, wo bei besonders begabte Kinder bereits nach einem Schuljahr in die Klassenstufe Drei-Vier wechseln können. Wer noch ein bisschen mehr Zeit benötigt, um sich den Unterrichtsstoff anzueignen, kann ein drittes Jahr in der Eingangsstufe bleiben.

System der flexiblen Klassen hat sich „absolut bewährt“

Zwei Talente, die erst im vergangenen Sommer eingeschult worden sind, besuchen jetzt bereits eine Klasse des Niveaus Drei-Vier. Neun junge Obertshausener des Jahrgangs 2011 bleiben noch in der Eingangsstufe. Das System der flexiblen Klassen habe sich „absolut bewährt“, resümierte Sendelbach. Das bestätige ihm auch die Mehrheit des Kollegiums. Eine Studie besage, dass der Lernzuwachs gering sei. Die hohe soziale Komponente des Systems stärke aber das Selbstbewusstsein der Schüler.

Mischa Sendelbach (rechts), Leiter der Sonnentauschule, begrüßte in der Turnhalle 50 neue Schüler für sechs Flex-Klassen und deren Eltern.

Früher mussten die Lehrer wie ihre Abc-Schützen „komplett bei null anfangen“. Heute bestehen die Gruppen bereits zur Hälfte. Die erfahreneren Schüler begleiten die Neuankömmling als Paten, zeigen ihnen den Weg zum Klo, wie man sich die Spielsachen für die Pause am Container ausleiht und wo die Arbeitsgemeinschaften laufen. Die TGS Hausen werde wieder Tischtennis anbieten, der TCAW Tennis und die Teutonia Basketball, kündigte der Rektor an. Auch Zauber-, Englisch- und Bastelkurse werde der Förderverein ab September wieder starten. „Alle dürfen sich engagieren“, lud Martin Eisemann ein. Der Vorsitzende des Schulelternbeirats erwähnte Flohmärkte und Adventsbummel, die von den Müttern und Vätern mitorganisiert werden.

Bedarf an Betreuungsplätzen

Mit Blick auf den hohen Bedarf an Betreuungsplätzen hofft der Schulleiter auf die Übernahme der Kita-Horte an seine Einrichtung. Das setze allerdings den schon längst geplanten Bau einer Mensa durch die Stadt voraus - finanzielle Unterstützung aus dem Kreishaus oder aus Wiesbaden sei nicht mehr zu erwarten. Das „Kinderparadies“ sei mit 60 Teilnehmern wieder ausgebucht, für die Hälfte der 250 Sonnentauschüler sei eine Betreuung angefragt.

Im Musical vom Eichhörnchen Leo haben die Zuschauer eben gelernt, „keiner muss alles können“. Und jeder hat andere Stärken. Danach zogen die „Zebras“, „Fische“, „Tiger“, „Enten“, „Erdbären“ und „Frösche“ mit ihren neuen Mitschülern von dannen.

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