Stadtverwaltung präsentiert Kosten

Einsparungen nur bei Abriss der Trauerhalle

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Seit dem vergangenen Jahr steht die alte Wagenhalle auf dem Gelände am Rembrücker Weg unter Denkmalschutz. Auch im Falle einer endgültigen Schließung des Friedhofs im Jahr 2050 müsste sich die Stadt weiterhin um die Pflege und Instandhaltung der Gebäude, Ehrenmale und Grünflächen kümmern.

Obertshausen - Die geplante Schließung des Alten Friedhofs am Rembrücker Weg beschäftigt die lokale Politik schon länger. Jetzt hat die Stadt eine Kostenübersicht für Schließung oder Weiterbetrieb vorgelegt. Von Thomas Holzamer 

Schließen oder doch nicht schließen – die Frage nach dem Alten Friedhof am Rembrücker Weg beschäftigt Obertshausens Parlamentarier nicht erst seit gestern und soll nach derzeitigem Stand der Dinge auch in der geplanten repräsentativen Bürgerbefragung thematisiert werden. Da jede der beiden Varianten mit Kosten verbunden ist, hatten die Stadtverordneten dem Magistrat Ende des vergangenen Jahres den Auftrag gegeben, die zu erwartenden Belastungen für die Stadtkasse zu ermitteln. Diese hat die Verwaltung nun vorgelegt.

Insgesamt 186 Bestattungen habe man im vergangenen Jahr verzeichnet, 55 davon auf dem Alten Friedhof am Rembrücker Weg, informierte die Leiterin des Fachbereichs Finanzen, Susanne Christ, die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses in dessen jüngster Sitzung. Im Falle des Festhaltens an dem rund 40 Jahre alten Beschluss – dieser sieht vor, auf dem Friedhof ab 2025 keine Bestattungen mehr vorzunehmen und ihn 2050 endgültig zu schließen – müsste die Stadt das Areal auch künftig weiter pflegen und Mauerwerk sowie Ehrenmale und die denkmalgeschützte historische Wagenhalle instandhalten. Somit fielen die aktuellen Kosten, die Christ auf rund 47 000 Euro im Jahr bezifferte, auch nach einer Schließung der Ruhestätte weiterhin an.

Auch an der jährlichen Einnahmesituation – rund 125 000 Euro im Jahr 2017 – würde sich für die Stadt in beiden Fällen nichts ändern, da sich künftige Bestattungen bei einer Schließung des Friedhofs auf die beiden verbleibenden an der Schwarzbachstraße und im Birkengrund verteilen würden.

Einzige Ausnahme: die Trauerhalle am Rembrücker Weg. Für deren Nutzung verbuchte die Stadtkasse im vergangenen Jahr bei 48 Belegungen Mieteinnahmen in Höhe von 12.000 Euro. Denen stünden aktuell jährliche Kosten von etwa 22.000 Euro für Pflege und Instandhaltung gegenüber. Hinzu komme in Zukunft vermutlich auch die eine oder andere größere Sanierungsmaßnahme, die aktuell noch nicht abschätzbar sei. Rund 40.000 Euro hat die Stadt in den vergangenen beiden Jahren bereits in das Gebäude investiert. Das Geld wurde neben Malerarbeiten und diversen Reparaturen vor allem für einen neuen Bodenbelag und eine Heizungsanlage benötigt.

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Diese Kosten würden sich im Falle einer Schließung und des Leerstands des Gebäudes auf rund 5000 Euro im Jahr reduzieren, so die Annahme des Fachbereichs. Gänzlich einsparen ließen sich die Reparatur- und Unterhaltskosten nur im Falle eines Abrisses der Trauerhalle. Wobei bei dieser Variante die Abbruchkosten und die Neugestaltung des frei werdenden Geländes – etwa als Grünanlage – noch nicht berücksichtigt wären, wie die Fachbereichsleiterin betonte. Die Entscheidung liegt nun bei den Parlamentariern, die zunächst die Bürger fragen wollen.

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