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„Stehen personell mit dem Rücken an der Wand“

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Von: Lukas Reus

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In ein tiefes Rot hatten Veranstaltungstechniker Ende Juni das Hausener Bürgerhaus getaucht, um auf ihre Situation durch Corona aufmerksam zu machen. Jetzt soll es mit Kleinkunst wieder losgehen.
In ein tiefes Rot hatten Veranstaltungstechniker Ende Juni das Hausener Bürgerhaus getaucht, um auf ihre Situation durch Corona aufmerksam zu machen. Nun fehlt es im Bürgerhaus selbst an Personal. © Michael Prochnow

Angespannte Lage beim Personal: Im Bürgerhaus Hausen werden Hausmeister und Veranstaltungstechniker benötigt, um den Betrieb aufrecht zu halten. Schon jetzt drohe der Ausfall von Sitzungen und Veranstaltungen aufgrund des Krankenstandes. Dies erläuterte Jürgen Hofmann, Leiter des Fachbereichs Sport, Kultur und Bildung im Haupt- und Finanzausschuss.

Obertshausen – Erst im Dezember hatten die Stadtverordneten eine vorläufige Besetzungssperre für die Hausmeisterstelle beschlossen. Die Besetzungssperre sollte eine Neubesetzung der Hausmeisterstelle verhindern. In der Begründung des Antrags der Koalition (CDU und Bürger für Obertshausen) hieß es: „Derzeit steht noch nicht fest, wann und wie viel Veranstaltungen in den nächsten Jahren stattfinden werden.“ Erst nach einer Darstellung des Personalbedarfes soll abschließend über die Stelle entschieden werden.

Dazu äußerte sich nun Jürgen Hofmann. Zunächst müsse man beachten, dass es in der Hessischen Versammlungsstättenrichtlinie verschiedene Vorschriften für ein Gebäude wie dem Bürgerhaus gibt, so Hofmann. Demnach muss eine qualifizierte Aufsichtsperson, in diesem Fall der Hausmeister, ständig anwesend sein. Außerdem muss bei Benutzung der Bühne und deren Technik ein ausgebildeter Veranstaltungstechniker ebenfalls ständig anwesend sein.

Laut Hofmann sei es nicht mehr wie früher möglich, einem Mieter, beispielsweise einem Verein, einfach den Schlüssel zu übergeben. Als Eigentümer des Bürgerhauses muss die Stadt die beiden Mitarbeiter ebenfalls stellen.

Bei Veranstaltungen müssen aufgrund der maximal zulässigen Arbeitszeit von zehn Stunden Schichten gefahren werden, sagte Hofmann. Oft beginne die Vorbereitung meist schon fünf Stunden vor Beginn. Bei einer durchschnittlichen Veranstaltung müssen demnach meist vier Mitarbeiter eingesetzt werden.

„Wir stoßen dabei immer wieder an Grenzen“, berichtete Hofmann, „und da reden wir noch nicht von Ausfällen oder Krankheit.“ Es rette den Betrieb, dass die Stadt eine Fachkraft für Veranstaltungstechnik als Aushilfe habe und ebenso drei Aushilfen, die eine Hausmeistervertretung machen können. „Aber schon heute Abend sehen wir, die Veranstaltung wird von zwei Aushilfe gemacht“, sagte Hofmann zu den Stadtverordneten im Ausschuss. Die angestellte Hauptkraft sei zur Zeit krankgeschrieben. „Aber ich halte schon die Luft an, nach der Aushilfe gibt es dann keinen Veranstaltungstechniker mehr.“

Ohne Pandemie rechne er mit gut 110 Veranstaltung pro Jahr. „Die logische Konsequenz wären dann zwei Hausmeisterstellen und zwei Stellen für Veranstaltungstechniker“, prognostizierte der Leiter des Fachbereichs Sport, Kultur und Bildung.

Da der aktuelle Hausmeister im September in den Ruhestand gehe, habe man bereits jetzt ein Problem, weil eine neu angestellte Kraft kaum Möglichkeit habe, in einer Übergabephase richtig angelernt zu werden und das angesammelte Wissen vermittelt zu bekommen. „Wir stehen personell mit dem Rücken an der Wand“, sagte Hofmann auch mit Blick auf die zeitlich begrenzte Einsatzmöglichkeit von Aushilfen.

Laura Schulz, Fraktionsvorsitzende der Bürger für Obertshausen, sagte, dass zunächst geschaut werden müsse, wie und in welchem Umfang man plane, Veranstaltungen im Bürgerhaus auch nach Corona durchzuführen. Erst danach könne man entscheiden, in welchem Umfang Personal eingesetzt werde.

Bürgermeister Manuel Friedrich sagte: „Im Haushalt hat man beschlossen, dass in das Bürgerhaus investiert wird, im Sommer gibt es erste Sanierungsarbeiten. Wir wollen was reinstecken, also muss man es auch beleben.“ Bereits seit November werde über das Problem diskutiert. In der Sitzungsrunde im März werde der Magistrat deshalb einen Antrag einbringen, um endlich zu einer Entscheidung zu kommen, kündigte der Rathaus-Chef an. Dass es sonst aufgrund der Personallage zu einer Absage einer Sitzung der Stadtverordnetenversammlung komme, „auf diesen Super-Gau in der Presse will ich gerne verzichten“, so Bürgermeister Friedrich. (Von Lukas Reus)

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