Segenspakete in den Briefkästen sollen Besuch der drei Weisen aus dem Morgenland ersetzen

Hausener Sternsinger bleiben diesmal zu Hause

Maskenpflicht auch draußen herrschte bei der Aussendung der Hausener Sternsinger am Sonntag. Diese fand im Gegensatz zu den Vorjahren nicht im Gottesdienst statt.
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Maskenpflicht auch draußen herrschte bei der Aussendung der Hausener Sternsinger am Sonntag. Diese fand im Gegensatz zu den Vorjahren nicht im Gottesdienst statt.

Es hätte gut werden können. Das Team der Hausener Sternsinger hatte sein Hygienekonzept mit ärztlicher Unterstützung bereits mehrfach verfeinert und den sich immer wieder neuen Anforderungen angepasst. Doch „in letzter Minute“, beschreibt David Eberhardt die Situation, kurz vor Heiligabend, kam das jüngste Verbot, das den lieb gewonnenen und traditionsreichen Brauch in der bekannten Form kappt.

Obertshausen – Die Gruppenleiter vermuten, dass Proteste gegen kirchliche Veranstaltungen zum jüngsten Sinneswandel bei den Organisatoren führte. „Die 63. Aktion des Dreikönigssingens wird in Coronazeiten in veränderter Form stattfinden“, schreiben die Verantwortlichen des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“ in Aachen und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Bei ihnen laufen die Fäden für die bundesweite Organisation der „größten Hilfsaktion von Kindern für Kinder“ zusammen.

Zum Konzept der Mädchen und Jungen in der katholischen Kirchengemeinde Hausen zählten Treffen in kleinen Gruppen – selbstverständlich mit Abstand und Handdesinfektion – ebenso, wie es auch in den meisten Schulklassen praktiziert wird. Gesungen hätten sie nur draußen. Auch wären die „Weisen aus dem Morgenland“ nur zu zweit oder zu dritt unterwegs gewesen, immer mit Geschwistern, von denen es zahlreiche Duos in der Runde gebe, erläutert Dagmar Silber.

Die Kinderärztin hatte den Aktiven bereits eingeimpft, keine Wohnungen zu betreten, den Segensspruch als Aufkleber zu reichen und Spenden mit einer Dose aus der Distanz entgegenzunehmen. Als Orte zum Aufwärmen und Schlusspunkte waren Räume bereitgestellt, die allein den Sternsingern vorbehalten gewesen wären. Mehrere Gastgeber, die regelmäßig die drei „Könige“ und ihr Gefolge empfangen, hatten den jungen Christen bereits corona-konforme Einladungen ausgesprochen.

Doch die Vorbereitungen waren umsonst, fassen die Macher vor St. Pius zusammen. Dort hatten sie sich am Sonntag zur Aussendung. Selbst die war diesmal nicht in einen Gottesdienst eingebettet. Vier Teilnehmer durften mit großen Abständen vor der Krippe singen. Gemeindereferentin Jutta Moka beschrieb den „Stern als Wegweiser, der Veränderung bringt“. Die Sternsinger verbreiten die Frohe Botschaft, „das ist gerade in dieser Zeit wichtig, damit die Menschen spüren, dass sie nicht allein sind“.

„Heller denn je – die Welt braucht eine frohe Botschaft!“ Unter diesem Motto verteilen 17 Gruppenleiter und ähnlich viele Schüler nun zwischen dem 2. und dem 10. Januar den Segen als Brief, mit Info-Schreiben und Überweisungsformular. Die Pakete werden ohne Ankündigung rund 500 Einwohnern in den Briefkasten gesteckt, die bisher den Besuch wünschten. Denn gerade durch die Corona-Pandemie sind noch mehr Gleichaltrige rund um den Globus in Not geraten, heißt es aus Aachen.

Wer den Sternen-Gruß bekommen möchte, kann sich per Mail an sternsinger@st-josef-hausen oder im Pfarrbüro unter 06104 98460 melden. (Michael Prochnow)

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