Lieder aus dem Lautsprecher

Sternsinger im Stadtteil Obertshausen bringen den Segen zu 550 Haushalten

Erfolgreich für Kinder in Afrika: Bis gestern haben die Sternsinger im Stadtteil Obertshausen über 650 selbst gestaltete Tüten verteilt.
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Erfolgreich für Kinder in Afrika: Bis gestern haben die Sternsinger im Stadtteil Obertshausen über 650 selbst gestaltete Tüten verteilt.

Vier Strichmännchen zieren die Butterbrot-Tüte, drei tragen pinkfarbene Kronen, das größte eine lange Stange mit einem gelben Stern obendrauf. Weitere Gestirne zieren das Papier, ein buntes „Vielen Dank“ und die Segensformel 20*C+M+B+22. Die Kreation stammt von einem Mitglied der Sternsingergruppe im Stadtteil Obertshausen. Obwohl sie ihre gute Nachricht beinahe unbemerkt verbreiten, schlägt ihnen mannigfache Freude und Dankbarkeit entgegen.

Obertshausen - Mittwochvormittag, kurz vor elf. Sechs kleine „Könige“ mit bunten Umhängen und goldenen Kronen und ebensoviele Begleiter in zivilen Gewändern schreiten durchs Gartentor auf die Terrasse des Pfarrsaals Herz Jesu. In gebührendem Abstand haben sich bereits Kinder und Erzieherinnen der katholischen Kita aufgestellt, blicken erwartungsvoll auf die Gästeschar.

Eines der bekannten Dreikönigslieder erklingt, allerdings nicht mit den Stimmen der Weisen, sondern aus einem eigenen Lautsprecher, übertragen vom Mobiltelefon. „Wir haben uns für diese Lösung entschieden“, erklärt Leiterin Susanne Wohlfart. Einige der insgesamt 15 Schülerinnen und Schüler und 15 Gruppenleiterinnen und -leiter sind bis gestern vor Einrichtungen für Senioren und Menschen mit Behinderungen, zu Rathaus und Kindergärten gezogen. Dabei tragen sie stets Mund-Nase-Schutz und verzichteten darauf, selbst zu singen.

„König“ David schildert seinen kleinen Zuhörerinnen und Zuhörern, wer auf dem Handzettel abgebildet ist, der auf der Spendenbox klebt: „Benson ist fünf Jahre alt und lebt im Südsudan. Beim Mangopflücken war er vom Baum gefallen und hatte sich verletzt. Zum Glück konnte ihm in einer Krankenstation schnell geholfen werden, die dank der Sternsinger gebaut wurde.“

Bei der diesjährigen Aktion steht die Gesundheitsförderung von Kindern in Afrika im Mittelpunkt. Dank der Engagierten in vielen Pfarreien hat die Dachorganisation in Aachen zuletzt 1428 Projekte in 96 Ländern mit 61,7 Millionen Euro unterstützt. Vor einem Jahr erhielten allein die Gruppen der Gemeinden Herz Jesu und St. Thomas Morus mehr als 10 000 Euro, obwohl sie damals nur den Aufkleber mit dem Segenswunsch, Informationsschriften und ein Teelicht in die Briefkästen warfen.

Diesmal sind die Sternsinger wenigstens an einigen Orten zu sehen. Bis gestern haben sie 650 selbst gestaltete Tüten an rund 550 Haushalte verteilt, resümiert Susanne Wohlfart. Fast alle haben Spenden für die Projekte überwiesen, viele Süßigkeiten für die Aktiven im Pfarrbüro abgegeben.

Bei Besuchen vor Ort halten sie den Spendern einen Kescher mit langem Stiel entgegen, den sie bereits im ersten Corona-Jahr konstruiert haben. Beim Abschlussgottesdienst am Samstag um 17 Uhr in St. Thomas Morus können Gläubige noch einmal Münzen und Scheine einwerfen.  m

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