Es geht nicht allein ums Geld

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Hausener Sternsinger zogen auf ihrem Weg zu den jeweiligen Hausbesuchen singend durch die Straßen des Stadtteils und warben so für Aktion, die Kindern in Afrika zugute kommt.

Obertshausen - „Sind die Rauchmelder ausgeschaltet?“ Die Bemerkung im Vorbeigehen klingt eher wie eine originelle Grußformel unter Kollegen, ist aber durchaus ernst gemeint. So manches der kleinen Warngeräte an den Zimmerdecken hat in der Vergangenheit Alarm ausgelöst. Von Michael Prochnow

Strömt die würzige Duftspur gleich aus mehreren Rauchfässern, sprechen die Sensoren an, doch die Besucher übertönen selbst den penetranten Warnton. Motiviert und stimmgewaltig erfüllen die Sternsinger auch diesmal die offene Architektur des Rathauses Schubertstraße.

Auch an seine hohen Türflügel malt einer der längsten aus der Gruppe der Pfarrei Hausen das CMB. „Christus mansionem benedicat, Christus segne dieses Haus“, sagen die „Könige“ im Chor auf, und Erster Stadtrat Hubert Gerhards kommentiert grinsend, dass der Segenswunsch die Politiker erfassen möge. Ganz ernsthaft dankt er den jungen Gästen, dass sie die Tradition alle Jahre wieder pflegen und zugleich Menschen helfen, denen es nicht so gut geht.

Motor der Aktion

Dagmar Silber, musikalische Leiterin und Motor der Aktion in Hausen, berichtet von der Abstimmung der Sänger, den Erlös ihrer Tour einer Einrichtung für Jugendliche mit Behinderungen nahe der südafrikanischen Hauptstadt Pretoria zukommen zu lassen. „Sizanani“ bedeute in der Zulu-Sprache „lasst uns einander helfen“, und das sei eine der Aufgaben des Sternsingens. Oft verursache Armut Behinderungen, erläutert Kinderärztin Silber, und dagegen kämpften die Mädchen und Jungen.

Dabei gehe es nicht allein um Geld, sagt sie kurz darauf im Aufenthaltsraum des Ingeborg-Kopp-Hauses. Über allem stehe die Geburt Jesu Christi und ihre Verkündigung, erklärte sie einem halben Dutzend aufmerksamer Senioren. Dann führt der Laufplan die Truppe ins Freizeitpädagogische Zentrum der Waldschule, wo die Sänger viele Klassenkameraden treffen.

Die flotten Rhythmen

Im Pfarrsaal von Herz Jesu besuchten Obertshausener Sternsinger den Frauenkreis der Pfarrei.

Die flotten Rhythmen stecken an, bald singen auch die Besuchten die „Hits“ vom „hellen Stern“ und „Brücken-Bauen“ sicher mit. Lieder in fünf Sprachen gehören zum Repertoire der Truppe, darunter spanisch und kroatisch. Damit erfreuen sie Migranten an den Türen, die oft zu Tränen gerührt sind. Freude steht auch den Mitgliedern des Frauenkreises im Pfarrsaal Herz Jesu in Gesicht, in den die „Königlichen“ aus Obertshausen einziehen.

Sie werden von Blindenhund Lucky und dessen Herrchen Frank begleitet, die ebenso zum Team gehören wie mehrere Erwachsene, die das Projekt mittragen. Stolz erzählt Leiterin Maria Knorr vom Besuch des landesweiten Auftakts in Würzburg. Einige Kinder ihrer Gruppe durften im Krankenwagen-Jeep probesitzen, der Wagen soll in Tansania die medizinische Versorgung verbessern.

Weltweit rund 3000 Projekte

Das afrikanische Land steht in diesem Jahr Pate für die weltweit rund 3000 Projekte des Kindermissionswerks und des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), die das Sternsingen für die deutschsprachigen Länder organisieren. „Segen bringen, Segen sein“, lautet das Motto 2013. Rund 18 000 Euro überwiesen allein die „Weisen“ aus den Pfarreien der Stadt im vergangenen Jahr für die „Hilfe zu Selbsthilfe“.

Kinder von Herz Jesu und St. Thomas Morus waren auch beim Aussendungsgottesdienst der Dekanate Dreieich, Rodgau und Seligenstadt in Froschhausen dabei. Am Sonntag gestalteten sie den Gottesdienst in ihrer Gemeinde mit. Am Samstag, 19. Januar, um 17 Uhr beschließen sie die Aktion mit einer Dankmesse. Dann werden auch Ordensschwestern aus Mammolshain dabei sein, zu denen die Sternsinger gute Kontakte pflegen. Einige stammen aus Tansania und können von den dortigen Lebensbedingungen berichten.

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