Aus für ein Stück Obertshausen

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Die Tage des alten Waldbads sind bald gezählt. Das Gebäude soll abgerissen werden. Einst war es das Prachtstück der Stadt.

Obertshausen ‐ Ein Gebäude voller Erinnerungen: Zahlreiche Kinder haben in dem alten städtischen Hallenbad Schwimmen gelernt, Erwachsene zogen dort ihre Bahnen. Doch mit der Eröffnung des Erlebnisbads Monte Mare hatte die alte Halle ausgedient. Von Christina Schäfer

Im Sommer 2002 schlossen sich die Türen für den Badebetrieb endgültig.

Schon bald verschwindet aus dem Stadtbild auch das letzte Symbol des Waldbads: Das Hallenbad sowie der Sprungturm auf dem angrenzenden Außengelände des ehemaligen Freibads werden abgerissen. Bis zuletzt wurde das Gebäude lediglich noch vom Unterwassersportclub Obertshausen als Lagerraum sowie von der DLRG mitgenutzt. Für beide Räume hat die Stadt Ausweichquartiere gefunden, mit denen die betroffenen Vereine einverstanden sind. „Das war eine Grundvoraussetzung, wir konnten sie ja nicht einfach so auf die Straße setzen“, sagt Erster Stadtrat Hubert Gerhards. Der Unterwassersportclub ist in einer Garagenzeile mit seinem Lager untergekommen, die DLRG in einer Wohnung im Gebäude auf dem Gelände.

Das Vereinsheim der Turngemeinde Obertshausen, dass ebenfalls in dem Hallenbad-Gebäude beheimatet war, fand bereits vor ein paar Jahren ein neues Domizil in unmittelbarer Nähe zu den Sportstätten.

Auch die Sprungturmanlage auf dem Freibadgelände ist in die Jahre gekommen, sie ist nicht mehr zu nutzen.

Die Abbrucharbeiten in Höhe von 350.000 Euro hat die Stadt Obertshausen bereits in Auftrag gegeben. Bezuschusst werden die notwendigen Maßnahmen laut Ersten Stadtrats Hubert Gerhards aus Mitteln des Stadtentwicklungsprogramms in Höhe von etwa 60 Prozent. Der genaue Baubeginn sowie der Zeitplan seien noch unklar. „Wir gehen davon aus, dass wir noch in diesem Jahr mit dem Abriss beginnen können“, sagt Hubert Gerhards auf Anfrage. Entsprechende Gespräche zwischen dem Architekten und der beauftragten Fachfirma aus Weißenthurm laufen.

In einem ersten Schritt werden das eigentliche Hallenbadgebäude und die bereits seit Jahren geschlossene Sprungturmanlage abgerissen sowie der in dem Gebäudekomplex des Bades befindliche Technikraum zu Teilen. Funktionierende Gerätschaften, mit denen noch das Monte Mare betrieben werden, bleiben in einem kleinen Gebäude bestehen.

Auch Gaststätte und Café einst im Angebot

Das Waldbad wurde 1966 erbaut und gehörte zur damaligen Zeit zu einem der modernsten Bäder mit Freibad und Sauna. Auch eine Gaststätte und ein Café gehörten einst zur Waldbad-Anlage. Das Bad, welches einst Aushängeschild in der Umgebung war, entwickelte sich indes zum Sorgenkind.

Einige Gerätschaften im Technikraum stammen noch aus der Anfangszeit und sind kaputt oder veraltet – ebenso befindet sich das Gebäude selbst in einem äußerst schlechten Zustand. „Es ist sinnvoll das Hallenbad abzureißen, es ist ja auch von Außen recht unansehnlich geworden“, sagt Hubert Gerhards. Kosten für Heizung und Strom entstanden der Stadt trotz Leerstand, solange die Vereine noch Teile des Gebäudes nutzten. Doch auch diese Anlagen seien in einem miserablen Zustand, doch in die Wartung und Instandhaltung habe man in den vergangenen Jahren nicht mehr weiter investiert.

Der bei den Abrissarbeiten anfallende Bauschutt werde zum Teil zum Verfüllen der Baugrube verwendet – das komplette Gebäude ist unterkellert –, das belastete Material werde entsorgt, sagt der Erste Stadtrat.

Eindrücke bei Rundgang im Februar

Weitere Pläne für die Nutzung des Geländes gibt es derzeit bei der Stadt keine. Die Beseitigung der beiden Freibadbecken – Nichtschwimmer- und Schwimmerbecken – stand bisher noch nicht auf der Tagesordnung. Darüber würden die politischen Gremien zur gegebener Zeit entscheiden.

Bei einem Rundgang über das Gelände des Waldbades konnten sich Bürger im Februar über den schlechten Zustand der Anlage überzeugen. Dabei zeichnete sich die Sprungturmanlage durch wackelnde Geländer und lose Bodenplatten aus.

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