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Suche nach weiteren Unterkünften

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Von: Lukas Reus

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Aktuell sind in der Gemeinschaftsunterkunft an der Herrnstraße laut Stadt 20 Asylbewerber untergebracht. Bald könnten es allerdings mehr werden. archiv
Aktuell sind in der Gemeinschaftsunterkunft an der Herrnstraße laut Stadt 20 Asylbewerber untergebracht. Bald könnten es allerdings mehr werden. archiv © M

Die Bilder an der polnisch-belarussischen Grenze gehen seit Wochen um die Welt. Viele Geflüchtete sind bei eisigen Temperaturen unterwegs, um in Deutschland oder anderen europäischen Ländern ein sicheres Zuhause und eine Zukunft zu finden. Für den Kreis Offenbach und damit auch für die Stadt Obertshausen bedeutet das, dass man sich auf mehr ankommende Asylbewerberinnen und Asylbewerber einstellen muss. Deshalb bereite man sich bereits darauf vor, sagt Sozialdezernent und Erster Stadtrat Michael Möser.

Obertshausen – „Es wird geprüft, ob neben der städtischen Gemeinschaftsunterkunft an der Herrnstraße weitere Unterbringungsmöglichkeiten geschaffen werden können“, sagt Möser. „Auch die weiteren zwölf Kreiskommunen neben der Stadt Obertshausen beschäftigen sich aktuell mit entsprechenden Prüfungen.“ Zu Details äußerte sich der Erste Stadtrat nicht. 2014 hatte die Stadt noch auf einem Parkplatz an der Georg-Kerschensteiner-Straße eine Unterkunft aus Containern aufgestellt, die zeitweise doppelt so viele Menschen beherbergte, wie ursprünglich ausgelegt. Auch musste der Gymnastikraum der gegenüberliegenden Badstraßen-Halle als Unterkunft herhalten. Zudem gab es eine Gemeinschaftsunterkunft an der Ostendstraße.

Diskussion über weitere Aufnahme von Geflüchteten schon vor einem Jahr

Seit dem Jahr 2014 habe die Stadt Obertshausen 361 Asylbewerberinnen und Asylbewerber aufgenommen, so Möser. Aktuell bewohnen noch 20 Menschen die Gemeinschaftsunterkunft an der Herrnstraße. Es gebe allerdings einen Unterschied zwischen der tatsächlichen Zahl der Flüchtlinge in Obertshausen, die beispielsweise auch Familiennachzug, Flüchtlinge deren Asylverfahren abgeschlossen oder auch Jugendliche, die aus den Einrichtungen für unbegleitete Minderjährige rausgewachsen sind, beinhalte und der Zahl der Asylbewerberinnen und Asylbewerber. Nur für Letztere sei die Stadt zuständig. Die Zahl von Flüchtlingen in Obertshausen dürfte wesentlich höher liegen.

Schon vor gut einem Jahr gab es lebhafte Diskussionen in der Stadtverordnetenversammlung, ob Obertshausen über den gängigen Verteilungsschlüssel hinaus weitere Geflüchtete aufnimmt. Ein Antrag der Fraktion der Grünen im Frühjahr und der SPD im November vergangenen Jahres, der „Seebrücke“ beizutreten, waren allerdings gescheitert. Bei der Initiative Seebrücke sind bisher laut eigenen Angaben 267 Kommunen beigetreten, darunter die Nachbarstadt Mühlheim.

Vor wenigen Wochen sagte der Sozialdezernent des Kreises Offenbach, Carsten Müller, dass er stark steigende Zahlen von Flüchtlingen erwarte. Bisher seien in diesem Jahr vier bis sieben Geflüchtete pro Woche im Kreishaus in Dietzenbach angekommen, er rechne zukünftig mit 30 bis 35 Menschen. Auch der Kreis suche deshalb nach passenden Immobilien für weitere Unterkünfte. Für nächste Woche erwarte man 31 neue Asylbewerber beim Kreis, teilt Ursula Luh, Sprecherin des Kreises mit. Noch werden die Geflüchteten aber nicht direkt an die Kommunen zugewiesen. Bisher werden sie nach den verfügbaren Kapazitäten der Kommunen verteilt, erst wenn die Lage sich wieder zuspitze, würden die Asylbewerber direkt an die Kommunen zugeteilt.

Die vom Regierungspräsidium Darmstadt zugewiesenen Flüchtlinge bringt der Kreis Offenbach entweder in seinen rund ein Dutzend eigenen Gemeinschaftsunterkünften unter, oder er verteilt sie auf seine dreizehn Kommunen. Dabei werde, wenn nötig, ein Verteilerschlüssel angewandt, der sich nach Größe der Kommune, der Zahl der Sozialhilfeempfänger und der Zahl der dort bereits lebenden Flüchtlinge richtet, heißt es auf der Webseite des Kreises Offenbach. (Lukas Reus)

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