Mit südländischen Rhythmen 

„Girl Planet“ der Kinder- und Jugendförderung begeistert zum 21. Mal

Basteln, Sport und Spiel standen beim „Girl Planet“ der Kinder- und Jugendförderung in der Joseph-von-Eichendorff-Schule auf dem Programm.
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Basteln, Sport und Spiel standen beim „Girl Planet“ der Kinder- und Jugendförderung in der Joseph-von-Eichendorff-Schule auf dem Programm.

Vor allem für 75 Obertshausener Mädchen war es ein ereignisreiches Wochenende, manche sind selten so begeistert von der Schule heimgekommen.

Obertshausen – Am Samstag hatte die städtische Kinder- und Jugendförderung die Mehrzweckhalle der Joseph-von-Eichendorff-Schule in einen „Girl Planet“ verwandelt – und das bereits zum 21. Mal.

Eben noch mit der Monster-Fratze „Schelle’ kloppe“ geübt und Süßigkeiten an fremden Türen eingeheimst, dann Zumba gestampft.

Was am meisten Spaß gemacht hat? „Zumba!“ Die Antwort von Noemi kommt wie aus der Pistole geschossen. Der Elfjährigen haben die Aerobic-Übungen mit südländischem Temperament besonders gut gefallen. Nicht allein wegen der Musik, Gernot Stemper ist einfach „ein cooler Trainer“, meint der junge Fan. „Er hat uns alles gut beigebracht“, schwärmt sie von dem Hausener, der in der Betreuung der Grundschule an der Waldstraße arbeitet und daneben „Zumba for Kids“ unterrichtet.

Sport erfreut sich wie vor 20 Jahren großer Beliebtheit auf dem „Planet“. Diesmal bieten einige der zehn Mitarbeiter aus dem Rathaus Beethovenstraße Fußball und Hockey an. Auf dem Spielfeld würden sich manche Schülerinnen vielleicht nicht so wohl fühlen, wenn Jungs mit von der Partie sind und ihnen „sofort erklären, wie’s richtig geht“, argumentiert Kai Hennig für das Mädchentreffen.

Obertshausen: Selbstverteidigung steht hoch im Kurs

Die „Girls“ sind beim Sport nicht die Schwächeren, genießen die entspannte Atmosphäre in der Turnhalle und auf dem Schulhof. Für den Fachdienstleiter ist die Veranstaltung im Herbst ein Baustein in einem festen Gebäude der freien Jugendarbeit. Sie lädt schon die Grundschüler zu Besuchs- und Aktionstagen ein, um das Jugendzentrum kennenzulernen, organisiert Sport-Wochen mit Vereinen und die Ferienspiele zusammen mit den Betreuungseinrichtungen der Schulen. Nirgendwo sonst in der Region arbeiten Schulen und Jugendförderung so lange so eng zusammen wie in Obertshausen, berichtet der Leiter. Das bringe gute Erfahrungen und gute Kontakte zu den Kindern.

Unter anderem flochten sich die Mädchen mit bunten Fäden Zöpfchen ins Haar.

Der Selbstverteidigungskurs steht bei vielen der 75 Teilnehmerinnen ebenso hoch im Kurs. Er soll „Körpergefühl und mentale Stärke verbinden“, lehrt „Ausweichen und ein gutes Gefühl für den richtigen Abstand“. Ruhiger geht’s in der Yoga-Klasse zu, die das richtige Zusammenspiel von Atmung und Bewegung vermittelt.

Obertshausen: Spaß beim Backen der „Cup Cakes“

Die zwölfjährige Loredana hingegen hatte vor allem Spaß beim Backen der „Cup Cakes“. Sie habe es genossen, selbst zu backen. Das Durchschnittsalter habe sich bei Viertklässlerinnen eingependelt, überschlägt Henning. Diese Entwicklung beobachte er auch im Juz. Die Information durch Mitarbeiter der Beratungsstelle Pro Familia sei darum schon in den vergangenen Jahren weniger gefragt gewesen. „Die älteren Mädchen wollen sich nicht verpflichten – oder haben schon zu viele Verpflichtungen“, mutmaßt er. So lange wie er ist nur Monika Jentzsch dabei. Sie fertigt mit ihren Gruppen an einem der Tische in der Halle diesmal Bücherwürmer – Strickschläuche als Lesezeichen. Sehr beliebt und darum immer dabei ist die Button-Maschine. Fast immer mit von der Partie ist auch das „Foto-Studio“. Diesmal gibt’s die Ergebnisse des Shootings per Mail nach Hause.

„Alles“, sagt die zehnjährige Sena, „einfach alles“ habe ihr beim ersten Besuch auf dem „Planet“ gefallen. Nächstes Jahr komme sie wieder, ganz bestimmt.

VON MICHAEL PROCHNOW

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