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Einbahnstraßenring: Starttermin für Testbetrieb steht fest

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Von: Jan Max Gepperth

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Noch zweispurig: Der Einbahnstraßenring lässt in der Bahnhofstraße noch auf sich warten.
Noch zweispurig: Der Einbahnstraßenring lässt in der Bahnhofstraße noch auf sich warten. © Häsler

In Obertshausen werden Pläne zum Einbahnstraßenring präsentiert. Erneut äußert sich Kritik am Entwurf.

Obertshausen – In den vergangenen Wochen schien es um den geplanten Testbetrieb eines Einbahnstraßenrings in Obertshausen ruhig geworden zu sein. Nun hat Cornelia Holler, Fachbereichsleiterin für Bauen, Wohnen, Umwelt, Verkehr bei der Stadt, in der vergangenen Sitzung des Umwelts-, Verkehrs- und Bauausschusses (UVB) einen Einblick in die aktuelle Planung gegeben. Und einen zeitlichen Ablauf skizziert. Der Testbetrieb soll 2023 starten.

Ende September hatte das Parlament gegen Stimmen der FDP einen wissenschaftlich begleiteten Testbetrieb eines Einbahnstraßenrings zwischen Bahnhof- und Ringstraße beschlossen. Der Zweck dieses Vorhabens ist die Entzerrung des innerstädtischen Verkehrs. Zahlreiche Bürger hatten sich im Vorfeld der Entscheidung lautstark gegen das Vorhaben gewehrt.

Obertshausen: Verwaltung setzt vier Beschlüsse in Relation

Bei der Vorstellung des zeitlichen Ablaufs nun ging es jedoch nicht ausschließlich um den Testbetrieb des Einbahnstraßenrings, da es noch drei weitere Beschlüsse der Stadtverordnetenversammlung gibt, die massive Auswirkungen auf die Verkehrsentwicklung in Obertshausen haben. Aus diesem Grund hat die Verwaltung die Umsetzung dieser vier Beschlüsse aufeinander abgestimmt und in Relation gesetzt.

Bei den Beschlüssen handelt es sich zusammenfassend um die Entwicklung eines städtischen Parkraumkonzepts, die Prüfung einer zweiten Bahnüberquerung für den LKW- und PKW-Verkehr zwischen Bad- und Burgstraße, die Schaffung von Fahrradstraßen sowie eben den wissenschaftlich zu begleitenden Testbetrieb. „Wir haben einige Stunden zusammengesessen, um das zusammenzubringen“, berichtete Holler.

Zudem ist die Stadt durch die Straßenbeitragssatzung verpflichtet, in bestimmtem zeitlichen Rahmen gewisse Straßen zu sanieren. Im Zusammenhang mit besagter Satzung müssen sowohl die Friedhof-, als auch die Gartenstraße bis 2024 weitestgehend saniert sein. Da beide Straßen in dem Bereich liegen, der von dem Einbahnstraßenring betroffen ist, hat die Sanierung auch direkte Auswirkungen auf den zeitlichen Ablauf des Testbetriebs. Gerade bei der Planung zur Sanierung der Friedhofsstraße sei man bereits sehr fortgeschritten. „Wir können da nicht plötzlich mittendrin aufhören“, macht Holler.

Obertshausen: Verkehrszählung ab März 2022

Zum zeitlichen Ablauf skizzierte die Fachbereichsleiterin eine grobe Planung. Das Ergebnis der Prüfung einer zweiten Bahnüberquerung sei bis Ende 2021 zu erwarten. Zwar sei ein klassischer Bahnübergang bereits ausgeschlossen, aber andere Alternativen wie eine Brücke oder ein Tunnel würden derzeit noch geprüft.

Anschließend ist die Sanierung der Friedhofstraße im Zeitraum April 2022 bis Ende 2022 geplant. Parallel dazu fällt die Konzeptphase für den Testbetrieb des Einbahnstraßenringes. Diese beinhaltet neben einer Verkehrszählung auch die Abstimmung mit beispielsweise Polizei und Feuerwehr sowie die Einbeziehung der Bürger. Die Verkehrszählung ist ab März 2022 vorgesehen, da solche Auswertungen laut Fachplanern nur für den Zeitraum zwischen März und Oktober aussagekräftig und anerkannt seien. „Wenn wir eine Verkehrszählung durchführen, möchten wir unanfechtbare Zahlen“, stellt Holler klar.

Testbetrieb für Einbahnstraßenring in Obertshausen ab 2023

Der Testbetrieb ist für 2023 vorgesehen. Nach Meinung der Fachplaner ist dieser für mindestens ein Jahr aufrecht zu erhalten. Erst nach Abschluss der Versuchsphase kann die Gartenstraße saniert werden. In diesem Zeitraum fällt zudem die Auswertung des Testbetriebes sowie die Planung des weiteren Vorgehens. Ab 2025 sollen dann das Parkraumkonzept sowie die Fahrradstraßen berücksichtigt werden.

Insgesamt sind für den Versuchsbetrieb bisher fixe Kosten von 140 000 Euro veranschlagt. Dies beinhaltet unter anderem die sogenannte Grundlagenermittlung, die Ausführungsplanung und Genehmigungen, aber auch nachträgliche Analysen. Diese Summe wird jedoch noch größer werden, da Arbeiten wie Vermessungen, Anpassungen der Lichtanlagen oder Herstellungskosten für den Probebetrieb noch nicht berücksichtigt wurden. Diese zusätzlichen Kosten werden auf ungefähr 100 000 Euro geschätzt, was insgesamt zu einem Kostenaufwand von 240 000 Euro führt.

Obertshausen: Kritik von einzelnen Ausschussmitgliedern zum Einbahnstraßenring

Nach der Präsentation äußerten vereinzelte Ausschussmitglieder Bedenken an der Umsetzung des Betriebs. „Ich habe das zwar nicht mit meiner Fraktion abgesprochen, aber nach meiner persönlichen Meinung ist das nach den Kosten und der Erklärung so nicht umsetzbar“, äußerte sich Werner Friedrich von der SPD. Auch Dr. Klaus-Uwe Gerhardt von den Grünen zeigte sich überrascht von den hohen Kosten des Tests. Zudem wurden Bedenken geäußert, dass die Friedhofsstraße vor dem Verkehrtest saniert werden würde.

Rudolf Schulz von den Bürgern für Obertshausen hingegen lobte die Weitsicht der Verwaltung und sprach von einer „realistischen, wenn auch etwas optimistischen“ Planung. Er habe zudem das Vertrauen in die Verwaltung, dass bei der Sanierung der Friedhofstraße berücksichtigt werde, dass besagter Testbetrieb eben noch anstehe.

Dem stimmten sowohl Holler als auch Erster Stadtrat Michael Möser zu. „Wir haben die Planung so vergeben, dass sowohl die Einbahnstraßenregelung als auch eine beidseitige Befahrung möglich ist“, stellte Möser klar.

Abschließend fügte Bürgermeister Manuel Friedrich an, dass man die rechtliche Anhörung nicht vergessen dürfe. „Es ist ein maßgeblicher Meilenstein, was der Versuch für Ergebnisse hervorbringen wird“, sagte der Rathauschef. (Jan Max Gepperth)

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