Bald auf Bürgerhaus-Bühne?

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Mit ihren Aufführungen des Stückes „Die zwölf Geschworenen“ begeisterte die Theatergruppe der GKS mehr als 220 Besucher in der Aula der Schule.

Obertshausen - Wenn eine ganze Schulklasse tosenden Beifall für die Präsentation einer guten Leistung in ihrem Unterrichtsfach bekommt, ist das nicht alltäglich. Von Peter Back

Geschehen ist dies unlängst gleich an zwei Abenden in der Aula der Georg-Kerschensteiner Schule (GKS), wo die Schülerinnen und Schüler der zwölften Klasse des Beruflichen Gymnasiums unter Leitung von Christiana Blumöhr das Theaterstück „Die zwölf Geschworenen“ in doppelter Besetzung aufführten.

Wurden in den vergangenen Jahren im Unterrichtsfach „Darstellendes Spiel“ klassische Werke wie Faust oder Don Carlos zum Abschluss präsentiert, so entschieden sich die Schüler diesmal für ein zeitgenössisches Stück, nämlich das 1954 erstmals im Fernsehen ausgestrahlte und drei Jahre später vom amerikanischen Regisseur Sidney Lumet verfilmte Justizdrama.

Ein einstimmiges Urteil herbeiführen

In der Aufführung der GKS wird Marvin Wiederspahn in der Rolle eines 18-jährigen Puertoricaners des Mordes an seinem Vater beschuldigt, worauf die Todesstrafe steht. Die zwölf Geschworenen werden nach mehreren Verhandlungstagen vom Gerichtsvorsitzenden (Anis Mokhils) in einen Raum eingeschlossen und müssen ein einstimmiges Urteil herbeiführen. Scheint der Schuldspruch, vor allem aufgrund zweier offenbar wasserdichter Zeugenaussagen, unausweichlich, so hegt die Geschworene Nummer 8 (Karoline Horn) leise Zweifel und votiert in der ersten Abstimmung als Einzige für nicht schuldig.

Auch wenn die meisten Geschworenen an einer raschen Entscheidung interessiert sind, so entspannt sich eine Diskussion, in der Nummer 8 Ungereimtheiten in der Beweisführung aufdeckt und nach und nach weitere Geschworene auf ihre Seite zieht, bis zu guter Letzt alle Zwölf für unschuldig stimmen.

Doppelte Schulstunde

„Nachdem wir uns auf das Stück geeinigt und die Texte umgeschrieben hatten, begannen wir im Dezember mit den Proben auf der Bühne“, berichtete die Lehrerin Christiana Blumöhr, unter deren Regie bereits der neunte Jahrgang ein Theaterstück präsentierte. „Die wöchentliche doppelte Schulstunde endete selten, wie im Stundenplan eigentlich vorgesehen, um 14.45 Uhr,“ erläuterte die Pädagogin und berichtete von häufigem Schulschluss gegen 16 oder gar 17 Uhr, so begeistert seien die Aktiven gewesen.

„Die erste Gruppe war stärker im Textbereich, während das zweite Team seine Talente eindeutig auf dem darstellenden Feld hervorbrachte“, befand Schulleiter Arnold Gündling und betonte den umfassenden Ausbildungsbereich, den das noch junge Schulfach abdeckt. Neben der Kreativität, handwerklichem Geschick und der Verbesserung der Sozialkompetenz sei die Mitwirkung in diesem Fach wichtig für die Persönlichkeitsentwicklung, so der Oberstudiendirektor. Vor allem biete das Stück Bezüge zum eigenen Umfeld, zumal die Geschworenen aus allen Gesellschaftsschichten stammten und die unterschiedlichsten Berufe, vom kleinen Bankbeamten bis zum erfolgreichen Börsenmakler, ausübten.

Eine bühnenreife Maske

Für eine bühnenreife Maske sorgten Gülsah Cakir, Katharina Laber und Kerstin Wolf, während die Licht- und Tontechnik sowie die Bühnengestaltung unter der Leitung von Christian Wilke in den Händen von Stefanie Bauer, Max Knopf, Anis Mokhlis, Christoph Sommerfeld sowie Ozan Yilmaz lag. Waltraud Böhm zeichnete für Layout, Foto und Film verantwortlich. Die Geschworenen wurden an beiden Theaterabenden verkörpert von Marina Cocic und Nathalie Finger, Marc Erkelenz und Tanja Sarbu, Jan-Oliver Dierlich und Nathalie Buller, Philip Rodriguez Herrera und Anna Messinese, Julia Schumann und Ozan Yilmaz, Eileen Kremer und Vanessa Witt, Rebecca Heberer und Niklas Gaida, Isabelle Jacobi, Elizabeth Hunter und Tobias Dieter, Marc Wirtz und Fabian Bilek, Felix Tokoff und Dominik Garay Murcia sowie Laura Jäger und Marko Klug.

Die gezeigten Leistungen sowie die Zahl von über 220 Zuschauern an beiden Abenden ließen Regisseurin Christiana Blumöhr hoffen, mit einem der kommenden Jahrgänge im Bürgerhaus auftreten zu können.

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