Theaterprojekt der Georg-Kerschensteiner-Schule

Wo eine Frau den Adam gibt

Obertshausen - Dass am Mittwoch, 24. April, und Donnerstag, 25. April in Obertshausen Gerichtsverhandlungen stattfinden werden, ist ungewöhnlich, hat aber einen besonderen Grund. Von Karl-Heinz Otterbein

An beiden Tagen führt der Kursus „Darstellendes Spiel“ der Georg-Kerschensteiner-Schule jeweils ab 19. 30 Uhr in der Aula der Schule das Lustspiel „Der zerbrochene Krug“ nach Heinrich von Kleist auf. Und in dem Stück steht nun mal eine Gerichtsverhandlung im Mittelpunkt. „Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an dem Kursus haben sich mehrheitlich dafür entschieden, das Kleist-Stück aufzuführen“, erläuterte Kurs-Leiterin Christiana Blumöhr gestern bei einem Ortstermin. „In die engere Wahl waren noch Medea von Euripides, Emilia Galotti von Lessing und Kabale und Liebe von Schiller gekommen.“

Die 55-jährige Pädagogin, die seit 1985 an der Georg-Kerschensteiner-Schule unterrichtet und das Theaterprojekt vor etwa zehn Jahren ins Leben gerufen hat, hat nach eigenem Bekunden ein Faible für Klassiker, wie die Aufführungen der vergangenen Jahre zeigen. So brachten Schülerinnen und Schüler des Beruflichen Gymnasiums der GKS seit 2003 Stücke wie „Der Widerspenstigen Zähmung“ nach Shakespeare, „Maria Stuart“ und „Don Carlos“ von Schiller ebenso auf die Bühne wie „Faust I“ von Goethe und die Dürrenmatt-Stücke „Die Physiker“ und „Der Besuch der alten Dame“. Im vergangenen Jahr wurde das Stück „Die zwölf Geschworenen“ in der Bühnenfassung von Horst Budjuhn gespielt, in diesem Jahr steht nun „Der zerbrochene Krug“ auf dem Programm.

Modernere Sprache

„Wir haben die Sprache ein bisschen modernisiert und an die heutige Zeit angepasst“, erzählt Shirin Marton, die zusammen mit Elizabeth Hunter als Moderatorin durch die Aufführungen führen wird. „Auch haben wir die Handlung des Stückes, das im Original gegen Ende des 17. Jahrhunderts in dem kleinen niederländischen Dorf Huisum bei Utrecht spielt, nach Obertshausen und dessen nähere Umgebung verlegt. So kommt es eben auch, dass in Obertshausen Gerichtsverhandlungen stattfinden werden“.

Seit den Herbstferien proben 26 Schülerinnen und Schüler der zwölften Klassen des Beruflichen Gymnasiums der Zweige Gesundheit, Ernährung und Wirtschaft für die beiden Aufführungen. Außer Shirin Marton, die bereits bei dem Stück „Die zwölf Geschworenen“ mit von der Partie war, und Elizabeth Hunter, die in einer Theater-AG Schauspielerfahrung gesammelt hat, sind alles Bühnenneulinge.

Unterschiedliche Motivation

Deren Motivation als Schauspieler zu agieren und sich einem breiten Publikum zu stellen, ist unterschiedlich. „Man kann seine Kreativität ausleben“, sagt etwa Marius Schumann, der die Rolle des Bauern Veit Tümpel spiel. „Man lernt die Leute anders kennen als im Unterricht und es entstehen neue Freundschaften“, bekundet Anna-Sophie Feldmeier, die als Eve eine der Hauptfiguren ist. „Ich wollte das Schauspielern kennenlernen und stellte fest, dass es mir viel Spaß macht“, sagt Sukhjit Kaur, die die Frau Marthe spielt.

In der Hauptrolle des Dorfrichters Adam agiert Angelique Benter, den Gerichtsschreiber Licht mimt Darleen Becker. Weitere Mitwirkende auf, vor und hinter der Bühne sind Selin Aytur, Luise Baumgarten, Jasmina Chaatouf, Tosin Davidson, Valerie Heckel, Denise Hose, Bianca Jäkel, Kathrin Kemmerer, Irina Kistner, Carina Krumwiede, Angelina Meyer, Megrican Orak, Anika Reichmann, Laura Schulz, Sadaf Sherzai, Jasmin Virgils, Sascha-Pascal Völkel und Theresa Wagner. Die Theaterprojekt-Leiterin Christiana Blumöhr führt Regie und wird unterstützt von Waltraud Böhm und Christian Wilke, der für die Technik zuständig ist.

Weitere Informationen: Karten für beide Aufführungen gibt es ab Mitte Februar im Vorverkauf für fünf Euro im Sekretariat der GKS in der Georg-Kerschensteiner -Straße (Tel.: 06104 60090). An der Abendkasse kosten die Tickets sieben Euro.

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