Ergebnisse der Kompass-Sicherheitsbefragung liegen vor

Ungutes Empfinden am Bahnhof

Der Bahnhof wird von den Befragten als unsicherer Ort wahrgenommen.
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Der Bahnhof wird von den Befragten als unsicherer Ort wahrgenommen.

Seit Dezember 2019 ist Obertshausen Teil von „Kompass“. Als 65. Kommune ist die Kleinstadt dem „Kommunalprogrammsicherheitssiegel“ (Kompass) beigetreten. Die Ergebnisse der damit verbundenen Sicherheitsbefragung liegen nun vor und wurden vorgestellt.

Obertshausen – Bei Kompass stehe die individuelle Weiterentwicklung der „Sicherheitsarchitektur“ im Zentrum. Gemeinsam arbeiten dabei die Partner aus Kommune, von der Polizei und aus der Bürgerschaft sowie weitere gesellschaftliche Akteure an Konzepten, die dann vor Ort umgesetzt werden sollen. Im Herbst 2020 hat die Stadt im Zusammenhang mit „Kompass“ Bürger zum Thema „Sicherheit in Obertshausen“ befragt. Der Schwerpunkt dieser Befragung lag beim subjektiv wahrgenommenen Sicherheitsempfinden.

Ein Team der Uni Gießen, Professur für Kriminologie, hat die eingereichten Rückmeldungen des Online-Kurzfragebogens ausgewertet. „Diese Ergebnisse sind für uns als Stadtverwaltung und die weitere Arbeit im Zuge der hessischen Sicherheitsinitiative enorm wichtig“, betont Obertshausens Bürgermeister Manuel Friedrich. Denn nur, wenn man wisse, wo Bürger Sicherheit vermissen, könne man die Situation dort verbessern.

Menschen fühlen sich in bestimmten Situationen unsicher. Sie fürchten sich beispielsweise bei verlassenen Gebäuden oder Grundstücken, Verschmutzungen und Graffiti sowie dunklen Angst-Räumen. Diese Einschätzung liegt im subjektiven Empfinden der Personen. Gefragt wurde, welche Probleme Bürger als besonders dringlichst in Obertshausen ansehen, und ob es einen Ort in der Stadt gibt, an dem sie sich unsicher fühlen.

An der Kurzbefragung hat sich die Altersgruppe der 50- bis 59-jährigen Bewohner Obertshausens stark beteiligt, gefolgt von den 40- bis 49-Jährigen. Nur eine Person unter 24 Jahren hat an der Befragung teilgenommen. Die Verantwortlichen der Uni Gießen haben 184 Fragbögen ausgewertet. Am häufigsten bewegt die Teilnehmer der Befragung das Thema „Sicherheit in Obertshausen“ und „Straßenverkehr“.

Als unsicheren Ort in Obertshausen benannten die Befragten unter anderem den Bahnhof mit der gesamten Umgebung. Diese zeichne sich unter anderem durch Dreck, Müll, unzureichende Beleuchtung und Gestank, aber auch durch als unangemessen und bedrohlich empfundenes Verhalten von Gruppen aus.

Die Problematik „Straßenverkehr“ zeigt sich in der Befragung vielschichtig: Bürger nennen Sorgen um die Sicherheit durch Parkverstöße und Geschwindigkeitsüberschreitungen, vor allem in 30er-Zonen. Aber auch der Lkw-Durchgangsverkehr oder Umfahrungen von Staus auf der A3 werden als störend und gefährlich wahrgenommen.

Konkretere Analysen zu der Situation in der Stadt können im Zusammenhang mit einer repräsentativen Bevölkerungsbefragung zu „Kompass“ erfolgen. Diese ist für den August in Planung. Dann könnten auch Rückschlüsse auf die Gesamtheit der Bürger der Kommune gezogen werden, heißt es. Die Kurzbefragung konnte jedoch schon jetzt eine Art „kurzes Schlaglicht“ auf etwaige Probleme werfen.

„Wir wollen wissen, wie sicher sich die Bürger in Obertshausen fühlen“, betont Friedrich. Ziel sei es, das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürger noch weiter zu verbessern. So schreiten die Planungen von „Kompass“ auch weiter voran: Den Termin und die Organisation der ersten Sicherheitskonferenz stimmen die Ansprechpartner der Stadt Obertshausen und des Polizeipräsidiums Südosthessen in Kürze ab. (jmg)

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