Verbandskasten mit Trillerpfeife

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Ist der Inhalt im Verbandskasten schon zu alt? Darüber und über vieles mehr informierte das örtliche DRK am Wochenende im Monte-Mare-Freizeitbad.

Obertshausen ‐ „150 zu 90“, liest Claudio Lanzi die Anzeige ab. Sein Blick verrät nichts Gutes, aber der Badegast winkt ab: Er weiß schon um seinen erhöhten Blutdruck, nimmt Medikamente dagegen. „120 wäre okay“, lehrt der Sanitäter, „135 geht auch noch.“ Von Michael Prochnow

Viele Besucher des Monte-mare-Erlebnisbads ignorieren den Stand der Ortsvereinigung Hausen im Deutschen Roten Kreuz (DRK), als könnten sie mit der Verhinderung der Diagnose die möglicherweise lauernde Gefahr des Überdrucks gleich mit verhindern.

Nicht erst, wenn‘s zu spät ist, kommen die Helfer zum Einsatz. Längst engagieren sie sich vielfältig und qualifiziert in der Prävention, in der Vorbeugung von Krankheiten und Unfällen sowie in der Begleitung verschiedener Lebensphasen, vom Neugeborenen bis zum Senior. Am Samstag informierte ein Dutzend Aktive von der Dreieichstraße im Foyer des Freizeitbads über die mannigfaltigen Angebote des örtlichen DRK.

Dazu zählt auch das Überprüfen von Verbandskästen. „Ihr Inhalt hat eine sehr unterschiedliche Lebensdauer“, lehrt Bereitschaftsleiter Jochen Faust. Steriles Material wie Wundauflagen und Verbandspäckchen versagen nach drei bis fünf Jahren ihren Dienst. Versionen mit Aluminiumlegierung haben eine längere Lebensdauer. Pflaster kleben irgendwann einfach nicht mehr, fährt Faust fort. Dagegen haben Rettungsdecken, Mullbinden und Scheren kein Verfallsdatum.

Mit Gewichten in den Händen

Die DRK-Aktiven halten bereit, was ausgetauscht werden sollte. Die komplette Ausstattung für einen Verbandskasten kostet sieben Euro. Daneben hält die Gruppe spezielle Sortimente für Radler und Motorradfahrer bereit. Die Tasche für Reiter beinhaltet auch eine Trillerpfeife, um nach einem Sturz im Gelände auf sich aufmerksam machen zu können. Den Jüngsten spendet das Kinderpflaster „Zoo“ mit bunten Tiermotiven Trost.

Der Nachwuchs ist es auch, der sich zuerst an den Fitness-Parcours traut. Doch selbst die sportlichen Jungs kommen ins Straucheln, als sie acht bis zehn Sekunden auf einem Bein balancieren sollen. Mit Gewichten in den Händen sollen sie die ausgestreckten Arme vor dem Körper zusammenführen. Auch die Aufgabe, einen Stock auf dem Rücken von der einen in die Hand reichen, klingt leichter als sie auszuführen ist. Der Tastsinn wird mit einem Säckchen trainiert, in dem verschiedene Gegenstände erkannt werden sollen.

„Bei einem Blutdruck von 160“, kommt Sprecher Faust auf die Einladung zur Messung zurück, „sollte man einen Arzt aufsuchen“. Vor allem, wenn der Betroffene zudem unter Kopfschmerzen und anderen Beschwerden leidet. „Das sind oft Anzeichen für Gefäßerkrankungen, die tödlich verlaufen können“, warnt er. Um Beschwerden vorzubeugen und das Wohlbefinden zu verbessern, bietet die Ortsvereinigung eine Reihe von Kursen in ihrem Bewegungsprogramm an.

Dazu zählen Yoga und Pilates für Kinder, Rückentraining sowie Gymnastik im Wasser. Auch Nordic Walking und Gedächtnistraining stehen zur Auswahl. Nähere Informationen unter Tel. 06104 / 73522 oder áuf der Internetseite des Roten Kreuzes.

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