„Leben in die Stadt bekommen“

Vereine, Einzelhandel und Verwaltung besprechen Pläne für Heimat-Shoppen in Obertshausen

Großes Interesse im Bürgerhaus: Zu dem Vorbereitungstreffen für die Aktionstage im September kamen rund 50 Personen zum Ideenaustausch.
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Großes Interesse im Bürgerhaus: Zu dem Vorbereitungstreffen für die Aktionstage im September kamen rund 50 Personen zum Ideenaustausch.

Für das Heimat-Shoppen gibt es noch viel zu klären und zu organisieren: Auf zwei großen Plätzen oder dezentral? An zwei Tagen oder an einem Nachmittag? Infotafeln und Videos oder das volle Programm, mit Präsentationen, Live-Musik und Bewirtung? Eines ist jedoch schon jetzt klar: Die bundesweiten Aktionstage an 10. und 11. September werden in Obertshausen ein kreatives, kulinarisches und sportliches Spektakel.

Obertshausen - Dafür spricht auch das große Interesse am Vorbereitungstreffen im Bürgerhaus. Rund 50 Vertreter von Vereinen und Einzelhandel diskutierten die Ausrichtung des Großereignisses aus unterschiedlichen Standpunkten. Wenn die „liebenswerte Kleinstadt“ an zwei Tagen auf den Beinen ist, soll sie besonders viel Herz für Fachgeschäfte und Gastronomie vor Ort zeigen.

Holger Bischoff vom Stadtmarketing, Luis Galvez vom Vereinsring und Bürgermeister Manuel Friedrich stellten die Idee aus den Reihen der Industrie- und Handelskammer (IHK) vor. Danach soll der Besuch bei Händlern und Dienstleistern nach den Zwangsschließungen zum Erlebnis werden. Die Unternehmer tragen durch ein vielseitiges Engagement dazu bei, dass die Städte lebenswert bleiben, wirbt die Kammer. „Und sie leisten noch mehr für die Gesellschaft, indem sie Arbeits- und Ausbildungsplätze anbieten.“

Obertshausen ist eine von sechs Kommunen, die in Stadt und Kreis Offenbach dabei sind. Die Initiatoren wollen auch die Vereine mit ins Boot holen, die ebenfalls von den Maßnahmen zur Pandemie betroffen sind. Im Bürgerhaus stieß der Gedanke auf breite Zustimmung, Geschäftsleute und gemeinnützige Gruppen wollen Gäste für ihre Angebote gewinnen.

„Das ist eine gute Chance, Leben in die Stadt zu bekommen“, argumentierte Bischoff. Die Vereine könnten nach ihren verbotenen Festen endlich wieder Umsatz generieren. Galvez registrierte „bisher eine sehr gute Resonanz“. Es gelte, „Kräfte zu bündeln, etwas auf die Beine zu stellen wie einst der Kreis freundlicher Fachgeschäfte mit seinem Erlebnis-Sonntag“. Der Vorsitzende des Dachverbands schlug vor, Vereine mit eigenen Heimen könnten dort Besucher empfangen, andere das Programm an zentralen Plätzen mitgestalten. Die Koordinatoren denken dabei an den Freizeitpark Beethovenstraße, die Fressgass’ und den Edeka-Markt. In Hausen stünden Kapellenhof und Marktplatz zur Wahl. Da sie wegen der Virusgefahr nicht in ihre Räume einladen wollen, bevorzugen die Hilfsorganisationen, sich an einer solchen Adresse vorzustellen. Dafür plädieren auch Mitglieder von Vereinen, die eher außerhalb liegen. Einige Stimmen mahnten dagegen, dass sich durch eine solche Konzentration das Corona-Virus verbreiten könnte. Sie plädierten für lokale Aktionen an vielen Orten.

Sprecher Bischoff kündigte Gewinnspiele an, Bühnen-Vorstellungen mit Sport und Gesang. Auch für die Fahrt durch die Stadt liegen bereits mehrere Vorschläge auf dem Tisch. „Ganze Branchen gehen vor die Hunde, wenn man nichts macht“, unterstützte ein Teilnehmer das Projekt. Ein weiterer sah „gute Chancen, in größerem Stil für alle was zu machen“. Dabei dürfe man allerdings mit einer Veranstaltung nicht zu viele Ansprüche verfolgen.

Die Pandemie-Politik könne fast alle Pläne umwerfen, gab Bischoff zu bedenken. Darum werden die Angebote modular aufgebaut, gegebenenfalls könne dann reduziert werden. Das Shopping bis zum späten Abend soll in jedem Fall stattfinden, hieß es. „Im nächsten Jahr muss es wieder anders aussehen“, unterstrich Bischoff, die traditionellen Feste im Jahreslauf sollen nicht torpediert werden. (Von Michael Prochnow)

Infos und Anmeldung

63179.info/heimatshoppen

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