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Obertshausen: Seebrücke - Viele Unterstützer für den „Sicheren Hafen“

Zum „Sicheren Hafen“ soll nach dem Willen der Grünen auch Obertshausen werden. 
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Zum „Sicheren Hafen“ soll nach dem Willen der Grünen auch Obertshausen werden. 

Dem internationalen Bündnis „Seebrücke“ soll die Stadt Obertshausen beitreten und sich damit zum „Sicheren Hafen“ erklären.

Das wollen die Mitglieder der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, die einen entsprechenden Antrag bereits kurz nach Ausbruch der Corona-Pandemie in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht haben (wir berichteten). Jetzt haben die Grünen eine Internet-Kampagne auf Facebook und Instagram gestartet, um auf ihr Anliegen und die Situation in den überfüllten griechischen Lagern hinzuweisen.

Konkret bedeutet der Antrag, mehr Geflüchtete aufzunehmen, als gesetzlich vorgeschrieben ist. Im Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsausschuss des Stadtparlaments hatte die SPD Zustimmung signalisiert. Die CDU-Fraktion hatte einen Änderungsantrag eingebracht, den Status quo bei der Aufnahme geflüchteter Menschen nach dem Königssteiner Schlüssel beizubehalten. Eine Entscheidung über die Anträge fällt am kommenden Donnerstag, 25. Juni, wenn um 19 Uhr im Bürgerhaus, Tempelhofer Straße 10, die Sitzung der Stadtverordnetenversammlung beginnt.

Die Grünen wollen das ihnen wichtige Thema allerdings nicht verloren geben, wie sie jetzt mitteilen. Der Auftaktpost in den Sozialen Netzwerken sei erst wenige Stunden alt gewesen, da hätten sich bereits zahlreiche Unterstützer gefunden. Unter ihnen seien Ehrenamtliche der örtlichen Flüchtlingshilfe und Mitglieder verschiedener Kirchengemeinden. Für sie alle sei Solidarität mit den Geflüchteten in den griechischen Lagern gerade in Coronazeiten notwendig.

„Europa muss jetzt handeln“, laute die einhellige Meinung der Akteure, berichten die Grünen: „Die Lager in Griechenland platzen aus allen Nähten. Das griechische Flüchtlingslager Moria im Landesinneren der Insel Lesbos zum Beispiel ist für 3 000 Menschen ausgelegt, im März 2020 waren allein dort 20 000 Schutzsuchende zusammengepfercht – unter chaotischen und menschenunwürdigen Zuständen.“

„Wir alle haben in den letzten Monaten erfahren, was es heißt, zu Hause eingesperrt zu sein; für die meisten war das schon nach kurzer Zeit eine große Belastung“, meint Katy Walther, für die Grünen Mitglied des Hessischen Landtags und Stadtverordnete in Obertshausen: „In den überfüllten griechischen Flüchtlingslagern bedeutet das Coronavirus für Alte, Kranke und andere Schutzbedürftige das Todesurteil.“

Die beste Möglichkeit, kurzfristig zu helfen, sei, besonders schutzbedürftige Gruppen sofort aus dem Lager in Sicherheit zu bringen, heißt es weiter. Bereits 158 Kommunen in Deutschland sind bereits dem Bündnis „Seebrücke“ beigetreten. Sie erklären sich damit bereit, Geflüchtete aus den Lagern aufzunehmen. Nach dem Willen der Grünen in Obertshausen soll „die Kleinstadt mit Herz“ ihrem selbst gewählten Beinamen gerecht werden und 159. Kommune der Initiative werden. „Wir hoffen alle, dass die Stadtverordneten Herz zeigen und dem Antrag zustimmen“, betont die ehrenamtliche Flüchtlingshelferin Ursula Klinzing, Infos zur Initiative „Sichere Häfen“ im Internet auf seebruecke.org.  

clb

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