Satzungsänderung soll Spanischen Elternverein zukunftsfähig machen

Vorstand ohne Vorsitzenden

Das neue Führungsgremium bilden (vorne von links): die Vorstandssprecher Alonso Gomez und Manuel Lojo (Stellvertreter), weitere Mitglieder sind Jose Moreno, Jörg Schumacher, Dieter Müller und Luis Galvez.
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Das neue Führungsgremium bilden (vorne von links): die Vorstandssprecher Alonso Gomez und Manuel Lojo (Stellvertreter), weitere Mitglieder sind Jose Moreno, Jörg Schumacher, Dieter Müller und Luis Galvez.

Sie war erst die Größte, jetzt ist sie die Einzige. Zumindest in der Region gibt es keine andere Gemeinschaft mehr, die vielfältig die südländische Kultur pflegt: „Asociacion de Padres de Familia“ - so viel spanisch versteht mittlerweile ganz Obertshausen. Doch um ein Haar wären ausgerechnet bei dem Elternverein nach 40 Jahren die Lichter ausgegangen: Sämtliche Mitglieder des Vorstands kandidierten bei der jüngsten Hauptversammlung nicht mehr. Wieder einmal war Gründer Luis Galvez gefragt.

Obertshausen – Kein Saal war groß genug, kein Monat ohne Veranstaltung. Die Asociacion hat mit einer großen Bandbreite an Veranstaltungen das gesellschaftliche Leben bereichert: Das Jahr begann mit einem riesigen Maskenball – in den 1980er Jahren in allen Räumen des Bürgerhauses, auf der Bühne standen „Los Mismos“, eine hispanische Band aus Belgien, im Keller heizte Roberto „Mister Applausen Sie“ Moreno ein. Es folgten die Ostereiersuche, ein Frühjahrsball, die Muttertagsfeier und die Beteiligung am Europafest von Kreis und Ausländerbeirat mit Folkloregruppen und Spezialitätenstand. Das spanische Waldfest war Kult, fast 2000 Menschen pilgerten bis aus Frankfurt, Hanau und Aschaffenburg zum Sportzentrum. Vor Weihnachten zog eine Gruppe mit Gitarren, Tamburin und Liedern auf den Lippen zu den Landsleuten, der Verein traf sich zum gemeinsamen Essen und Tanzen, bevor der Silvesterball stieg.

Seit März 2020 diente Corona als Grund für die Absage der Veranstaltungen. Die bisherigen Amtsinhaber erklärten aber auch klipp und klar, dass sie nicht mehr bereit seien, die enormen Aufgaben zur Führung von Verein und Festen zu stemmen. Denn obwohl beim Waldfest schon Teams aus mehreren befreundeten Gruppierungen mit anpackten, reichten die helfenden Hände einfach nicht aus.

Wie also könnte es weitergehen? Bei einer vorausgegangenen außerordentlichen Mitgliederversammlung legten alle Aktiven des Führungsgremiums unter Leitung der Vorsitzenden Marcia Salem Rodriguez ihre Ämter nieder. Die Auflösung des Vereins stand im Raum. Luis Galvez, der nach spanischen Sportclubs in den 1960er Jahren 1981 die Kulturinitiative startete, beantragte eine Satzungsänderung.

Mitarbeiter aus dem Kulturamt stellten eine Mustersatzung zur Verfügung, die Versammlung akzeptierte diese Version. Sie sieht vor, den Verein von einem „Kollegial-Organ“ mit mindestens vier Personen ohne Vorsitzenden zu leiten. Die Aufgabenfelder werden innerhalb des Vorstands aufgeteilt. Für dieses Gremium fanden sich Alonso Gomez als Vorstandssprecher und Manuel Lojo als Stellvertreter, weitere Mitstreiter sind Jose Moreno, Jörg Schumacher, Dieter Müller und Luis Galvez.

Die Vereinigung soll nun als e. V. ins Vereinsregister eingetragen werden und damit die Gemeinnützigkeit erlangen. Die Versammlung zeigte sich einig, auf jeden Fall die traditionellen Frühschoppen an Heiligabend und Silvester sowie die Feier zu Dreikönig fortzuführen. Auch am Europafest möchten sie sich wieder beteiligen und das 40-jährige Bestehen feiern. Grundsätzlich sollen mehr kleinere Treffen im Vereinsheim El Centro laufen.  (m)

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