Zertifikat vom Kultusministerium

Waldschule: Vorteile dank Selbstständigkeit

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Auch mittags ist auf dem Hof der Waldschule einiges los. Rund 220 der insgesamt 360 Schüler besuchen das Ganztagesangebot.

Obertshausen - Ein Jahr ist es her, seit Elke John im vergangenen Februar die Leitung der Waldschule übernommen hat. Ein Jahr, in dem sich viel getan hat. Von Thomas Holzamer 

Es waren gute Nachrichten für das Kollegium der Waldschule und Rektorin Elke John, die da vom Kultusministerium kamen. Rund ein Jahr nachdem John die Leitung der Waldschule übernommen hat, gibt es Grund zum Feiern. Gemeinsam mit sechs weiteren Schulen, darunter auch die Sonnentausschule am Rembrücker Weg, wurde die Grundschule jetzt von Kultusminister Alexander Lortz in den Kreis der selbstständigen Schulen aufgenommen.

Darüber freut sich die Schulleiterin sehr, sichert das Zertifikat der Hausener Grundschule doch das, was das Kollegium mit viel Engagement in den vergangenen Jahren erreicht und aufgebaut hat – die Errungenschaften aus dem Schulversuch. Der läuft zum Ende des Schuljahres im Sommer nämlich aus. Dann hätte die Schule zum regulären Betrieb zurückkehren müssen.

Zu dem zählen unter anderen auch die vielen noch aus ihrer Schulzeit bekannten Zeugnisse mit Noten in jedem Fach. Die Standardzeugnisse gibt es aktuell nicht. Vielmehr bekommen die Grundschüler ein sogenanntes „Kompetenzrasterzeugnis“. Das erfasst die Leistungen der Kinder viel detaillierter indem die jeweiligen Stärken, aber auch Schwächen, in jedem Fach anhand von Ankreuzrastern beurteilt werden, erläutert Elke John. So gebe es beispielsweise im Fach Deutsch über 30 verschiedene Kompetenzen, die bewertet werden können. Nach Johns Ansicht ein großer Vorteil gegenüber den klassischen Schulnoten. „Wenn im Zeugnis die Note zwei steht, wissen die Eltern, nicht, warum es keine Eins oder eine Drei ist“, erläutert sie. Eine Leistungsbeurteilung mit Kompetenzen zeige beispielsweise, wenn der Schüler zwar gut schreibe, aber Schwächen beim Lesen habe. So können die Eltern dies sehen und mit dem Kind üben. Lediglich im vierten Schuljahr bekommen die Waldschüler ein Zeugnis, das Noten und das Kompetenzraster verbindet. Als selbstständige Schule können die Hausener auch künftig an diesem System festhalten.

Ein weiterer Vorteil der Zertifizierung ist darüber hinaus die Budgetautonomie. So kann die Waldschule ihr Gesamtbudget künftig selbst verwalten und muss sich nicht mehr an die vom Schulamt vorgegebenen Budgets für einzelne Bereiche halten. „So können wir auch mal Geld für besondere Projekte sparen“, erläutert Elke John. Im Gegenzug muss alljährlich ein Haushaltsplan erstellt werden, der dann vom höchsten Gremium, der Schulkonferenz, beschlossen wird. Dafür brauche es schon Personal, das sich mit dem Thema Buchführung auskenne. Doch auch da hat die Waldschule Glück. So verfügen Johns Konrektorin Astrid Guckes und auch einige Kollegen über eine Ausbildung in diesem Bereich. Das ist von Vorteil, denn ganz unabhängig ist freilich auch eine „Selbstständige Schule“ nicht. So wird der Haushalt alljährlich, die pädagogische Arbeit alle drei Jahre vom Kultusministerium geprüft. „Wir ergänzen uns da perfekt“, sagt die Schulleiterin, deren eigenes Steckenpferd eher der pädagogische Teil der Arbeit ist.

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Denn neben den Leitungsaufgaben gibt sie pro Woche auch zwölf Stunden Unterricht. Eine Aufgabe, die sie nicht missen möchte, um den Kontakt mit den Schülern und dem Unterrichtsbetrieb nicht zu verlieren. Und auch in der Schulmensa ist sie häufig anzutreffen. „Ich gehe dort gerne essen“, sagt sie. Dass es bei all den Aufgaben für die Schulleiterin meist nicht bei einer 40-Stunden-Woche bleibt, stört Elke John nicht: „Solange die Arbeit Spaß macht und man den nötigen Ausgleich hat, ist das kein Problem.“ Den holt sich die Heusenstammerin in ihrer Freizeit beim Engagement im Kirchenvorstand der evangelischen Gemeinde ihrer Heimatstadt und bei Patchworkarbeiten. Und auch an der frischen Luft auf dem Fahrrad. Eine mehrtägige Tour im Jahr ist für die Schulleiterin Pflicht.

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